Zu zweit läuft's besser.

50km am Störitzsee

50km am Störitzsee
26. März 2018 Marek

Am Störitzsee

Die Saison ist noch jung. Auf der Suche nach einer Herausforderung im März bin ich auf die Berlin-Brandenburgische Meisterschaft im 100km-Lauf gestoßen. Diese fand zum 4. Mal am Störitzsee statt, einem kleinen Idyll 20km östlich von Berlin im Ortsteil Grünheide. Das volle Programm, die 100km, wollte ich mir noch nicht geben, aber es sollte endlich mal eine vernünftige 50km-Zeit zu Buche stehen. Also schlug ich Punkt 6Uhr am Samstag nach einigem Umherirren im Störitzland auf und tingelte zur Startnummernausgabe. Wie auch immer ich das geschafft habe, dabei sind mir wohl mein Paar Wechselschuhe abhanden gekommen (die guten Peregrine!), jedenfalls habe ich sie später dann nicht mehr an der Tasche gehabt. So richtig wach war ich wohl noch nicht, als es um Punkt 06:30 auf die 5km-Runde ging. Dass meine Uhr nicht lief, bemerkte ich erst nach 1,5km. Das ging ja gut los, ohne Kaffee läuft bei mir so früh halt gar nichts.

Bild: www.harri-schlegel.com

Janos traf ich noch kurz vor dem Start, er vergewisserte sich nochmal, dass ich wirklich auf die 3h-Marathon-Pace anlaufen wollte. Ja, wollte ich. Martin und Dirk von der LG Nord Berlin schienen mir unerreichbar, aber das Podium hatte ich schon ein ganz klein wenig im Blick. Phillip wetzte schnell davon und keiner wollte das Anfangstempo mitgehen. Martin blieb erstmal bei Niels (Bubel), der für die 100km gemeldet war. Dirk machte sich auf die Verfolgung von Phillip und ich blieb erstmal mit Respektabstand dahinter. Die Pace war sogar etwas langsamer als die magischen 04:15/km und ich fragte mich, ob ich nicht doch etwas fixer anfangen sollte. Am Ende der ersten Runde lief ich auf Dirk auf und verfluchte mich innerlich selbst, als ich an ihm mit etwas Zwischengas vorbeiging.

Moderator Ecky Broy musste ich nur nach der ersten Runde mit meinem Namen auf die Sprünge helfen, ab da hatte er mich auf dem Zettel und wußte sogar, dass ich dieses Jahr schon bei der Brocken-Challenge gastiert bin. Sehr kurzweilig, immer bei Start/Ziel vorbeizulaufen! Die Strecke ging nach 2,5km in den Wald, ich hatte allerdings Schlimmeres befürchtet und zumindest die erste Hälfte ging es noch relativ matschfrei. Dann wurde es zunehmend schwerer zu laufen. Phillip konnte ich bis dahin immernoch sehen und Ecky gab mir auch jedesmal den Rückstand mit auf den Weg. Eine gute Minute war es bereits bei Halbzeit.

Moderator Ecky

Nach 25km und 5 Runden gönne ich mir das erste Mal eine Cola. So richtig fluffig geht es nicht mehr, aber so ein Marathon geht ja erst bei 30km los. Zwischendurch überrunde ich den Heiko, der sich heute innerhalb von 2 Wochen wiederholt am 100er versucht. „Gib Gummi“ – ich muss schon ganz schön drücken, um die Pace zu halten. Heiko muss leider später nach 55km aufgeben. Auch Gyula treffe ich unterwegs wieder, er ruft mir „Brocken“ zu. Ja, wir haben uns bei der BC getroffen, da hat er mich überholt und diesmal holt er sich souverän die 12h-Wertung mit 126km. Schließlich meldet sich noch Michael, er ruft mir zu, dass er mich vorher kontaktiert habe, aber ich will nicht so recht Tempo rausnehmen. Ja, es passiert einiges auf 50km!

Runde 8 und 9 sind einfach nur brutal, die Pace geht immer weiter runter und so langsam verliert man auch die Lust. Wenigstens den Marathon unter 3h packen, dann ist doch noch alles drin!? Als ich nach 42,2km auf die Uhr blicke, steht da 02:51 – äh ich habe ja zu spät gestartet! Die letzten 5km werden eingeläutet, Thomas steht im Ziel und gibt mir noch aufmunternde Worte mit. „Angriff jetzt Marek!“ brüllt Ecky, aber ich konzentriere mich nur noch, keine Gehpausen mehr machen zu müssen. Auch Phillip lässt auf den letzten beiden Runden arg Federn. Ich kriege das nicht mehr mit, der Vorsprung ist aber auch zu groß, um nochmal in Schlagdistanz zu kommen.

Die letzten Überrundungen tuen richtig weh, viel Geschwindigkeitsüberschuß ist halt nicht mehr vorhanden. Als ich nach 03:33:59 die Ziellinie überquere, bin ich erstmal erleichtert, dass es vorbei ist. Sicherlich ist da gerade hintenraus noch viel Luft nach oben. Und da ich auch leicht angeschlagen ins Rennen gegangen bin, ist die Zeit am Ende absolut in Ordnung. Ich freue mich auf die kommenden Aufgaben, dann wird es aber wieder etwas bergiger und nicht ganz so fix!

Der offizielle Rennbericht von Helge Ziems ist hier zu finden. Wobei der „Zweikampf“ doch etwas übertrieben ist, da ich zu keiner Zeit an Phillip dran war.

8 Kommentare

  1. Brigitte 1 Jahr vor

    Gratulation, Marek. 10 Runden zu laufen ist schon hart. Respekt.

    • Autor
      Marek 1 Jahr vor

      Danke Brigitte, Rundenlaufen ist schon speziell, aber für so eine Distanz durchaus praktikabel. Sind ja auch einige das Doppelte gelaufen!

  2. Robert 1 Jahr vor

    Hi Marek, das ist doch super bei vielen Runden und stehst oft am Ende überall auf der Siegertreppe. Sauber mitgemacht und nicht auf alle Wettkämpfen hat man eigene optimale Startvorbereitungen. Ich habe diesen 50-km-Lauf schon lange geplant, jedoch kurzfristig woanders entschieden. Es ist oft schön, wenn man Läufer von den letzten Wettkämpfen wiedersehen kann. Gute Zeit für ein 50-km-Lauf!

    • Autor
      Marek 1 Jahr vor

      Naja, man muss schon ehrlich sein, für eine Podiumsplatzierung muss man schon etwas Glück haben, dass die Cracks allesamt abwesend sind. Aber man muss eben trotzdem seine Leistung abrufen, es gibt nichts geschenkt. Hat wirklich Spaß gemacht!

  3. Ruben 1 Jahr vor

    Hi Marek,

    respekt, das ist eine brachial gute Leistung. Respekt und Glückwunsch, tolle Form. Waren die 42,2 Kilometer auf der Strecke markiert? Ansonsten verstehe ich nicht ganz warum deine 2:51 auf der Uhr nicht stimmen… so oder so… ich bin froh wenn ich im Herbst die magische Grenze erreichen würde.

    Als ich deine Urkunde gesehen habe war mein erster Gedanke: Schade – ärgert es Dich, dass du die ewige deutsche Bestenliste auf die 50km (Grenze: 3:30) um nur exakt 4 Minuten verpasst hast?

    Bin sehr gespannt, was Du dieses Jahr sonst noch so ablieferst!

    • Autor
      Marek 1 Jahr vor

      Hi Ruben, danke für deine Einschätzung. Nein, der Marathon war nicht markiert. Die 02:51 kamen daher, weil ich meine Uhr erst ca. 1,5km nach dem Start gestartet hatte. Ich denke, es waren ungefähr 02:57, die da standen. Spielt ja auch keine Rolle. Das mit der ewigen Bestenliste und den 03:30 war mir gar nicht bekannt. Sonst wäre ich natürlich schneller gelaufen 🙂 die Marke ist aber sicher möglich, wenn man hintenraus konstant laufen kann. Die letzten Kilometer verliert man leider noch einiges als Hobby-Läufer. Viel Erfolg für dein sub3-Ziel!

  4. Andreas 1 Jahr vor

    Glückwunsch, Marek, eine klasse Leistung! Von so einer Zeit können manche – mich eingeschlossen – auch auf der Marathondistanz nur träumen. Ich drücke die Daumen für die weitere Saison, du bist auf jeden Fall schon gut in Form.

    • Autor
      Marek 1 Jahr vor

      Danke dir Andreas, ich war angesichts der Umstände (nicht 100% fit) durchaus zufrieden mit der Zeit. Mal schauen, was mir das Ding für die weitere Saison bringt, etwas Selbstvertrauen in jedem Fall.

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