Zu zweit läuft's besser.

Einfach mal zuhause bleiben – Ultra „Durch das Lebuser Land“

Einfach mal zuhause bleiben – Ultra „Durch das Lebuser Land“
2. Oktober 2018 Marek

Nachdem es die erste Woche „danach“, also ein paar Tage nach unserem zweiten Alpenabenteuer, noch sehr schwierig war, sich in den Alltag zurückzufinden, ging es schon bald sehr viel besser und die ein oder andere Laufeinheit lief schon wieder recht fluffig. Keine Verletzung, keine Erkältung – schon erstaunlich, was der Körper einem so alles verzeiht. Jan hatte mir schon vor dem TAR die Ultralauf-Challenge „Durch das Lebuser Land“ seines Brandenburger Vereins „Multisport LOS“ schmackhaft gemacht und ich hatte mir die Teilnahme ob der TAR-Nachwirkungen offengehalten. Aber es gab nun keine Ausrede mehr!

Los gehts in Heinersdorf.

Kurz vor dem ersten Anstieg.

Eine hübsche Trafostation.

Und so trug es sich zu, dass ich mit 20 Verrückten am Samstag um 7 in Heinersdorf an der Startlinie stand und wir uns auf den knapp 85km langen Weg machten. Da ich das Briefing am Abend zuvor geschwänzt hatte, gab mir Sandra auf dem MTB noch ein paar wichtige Hinweise zur Streckenmarkierung. Dann ging es auch schon den ersten Anstieg hoch, 100m weiter kam ich natürlich gleich vom Weg ab und landete etwas zu früh wieder am Ufer. Der Führungsradler entdeckte mich aber und von da ging es gemeinsam weiter. Die Seen lagen alle noch im wunderschönen Frühnebel – eine herrliche Natur, in der wir da unterwegs waren.

Ohne Worte

VP1

Ganz schön was los auf der Weide.

Einen richtig tollen Blick auf die Oder gab es in Lebus (ca. km38) zu bestaunen – auch hier hatten wir wieder leichte Orientierungsschwierigkeiten, die auch dazu führten, dass ich den VP2 nicht gesehen habe. Das war nicht so richtig günstig, da der VP3 erst 12km später angesagt war und ich bisher nur ein Gel geschnupft hatte. Aber zurück wollte ich auch nicht mehr. Die Kilometer an der Oder zogen sich wie Kaugummi, ein leichter aber zunehmend nerviger Wind blies an der Marathonmarke, die ich bei ziemlich genau 3,5h passierte. Mir war bewußt, dass ich die zweite Hälfte so schnell nicht schaffen würde, weil diese etwas kniffeliger zu laufen ist. Ich war froh, als es vom Deich runterging. Aber auch die folgenden 5km waren auf der Straße ohne jeglichen Windschutz fies zu laufen. Ich hatte meine Probleme und war heilfroh, als wir VP3 endlich erreichten. Hier lies ich mir Zeit, den Akku wieder etwas aufzuladen.

VP4 ist erreicht.

Pause muss sein!

Im Anschluß konnte ich das Tempo nicht mehr ganz halten, aber der Körper und der Kopf waren auch langsam auf Ankommen programmiert, so dass ich an schwierigen Stellen auch mal eine Gehpause einlegte. Rauf, runter, rauf, runter – „wellig“ trifft es sehr gut für die Streckencharakteristik. Nie richtig steil, aber auf Dauer sehr zermürbend. Vor VP4 bei km65 kommt Nic mit seiner Crew im Auto vorbei und checkt die Lage. Taufrisch ist anders, aber als im Anschluß auch noch Jan im MTB vorbeizischt und mir 10min Vorsprung signalisiert, kann ich nochmal einige Kräfte mobilisieren. Die persönliche Betreuung am VP4 ist einfach der Hammer, ich sitze ein paar Minuten und nehme dann den letzten Teil in Angriff. Der landschaftlich wieder einiges an Highlights bereithält, auch wenn es permanent leicht hochgeht.

Nic knipst mich aus dem Auto hinter VP4.

10km vor dem Ziel scheint der Drops gelutscht, als wir Marxdorf verlassen und auf den asphaltierten Uferweg biegen, komme ich wieder gut in Schwung. Zwei, drei Kurven später ist es dann geschafft und der Zielbogen in Heinersdorf ist erreicht. Nic und seine Crew erwarten uns schon, eine herzliche Begrüßung folgt und ich muss mich erstmal setzen. Sogar der warme Tee wird mir kredenzt.

Zweiter Zieleinlauf fürs Foto.

Von links nach rechts: Arnd, Marek, Meik

Die Ultralauf-Challenge ist eine wirklich gelungene Veranstaltung, die mit viel Herzblut organisiert wird. Hier stimmt einfach alles, ob es die umfangereiche Info-Mail ein paar Tage vorher ist, die unglaublich aufwendige Streckenmarkierung, das liebevolle Finisher-Shirt, vor allem aber die wirklich tollen Menschen, die dahinter stehen. Ich genoss jedes einzelne Gespräch, man fühlt sich einfach wohl und – natürlich – ist die Challenge in 2019 fest eingeplant. Danke an Nic Rohmann und seine Multisport LOS – Crew für diesen wundervollen Samstag! Ultra-stark!

Die Finisher-Shirts passen gut.

2 Kommentare

  1. Henrik 2 Monaten vor

    Du bist einfach nicht aufzuhalten. Ich verneige mich vor dieser Energieleistung. 85 Km auf und ab und das so kurz nach dem TAR, Junge, Junge. Ich bin dann im nächsten Jahr gerne dabei, aber ich fürchte, dass du den Großteil der Strecke ohne mich laufen musst ;). Jetzt aber Füße hoch!

    • Autor
      Marek 2 Monaten vor

      Nachts sieht die Sache bestimmt schon wieder etwas anders aus. Stelle ich mir um einiges schwieriger vor. Schauen wir mal, wie es bis dahin so läuft. Bisher hatten wir auf gemeinsamer Tour mit der Brandenburger Einöde ja weniger Fortune gehabt 🙂

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