Zu zweit läuft's besser.

Alpen Triathlon – wir kommen

Alpen Triathlon – wir kommen
28. Mai 2011 Henrik

Sowas passiert immer auf der Wiesn. Da trinkt man eine Maß über den Durst und schon sitzt man mit im Boot. Mein Kollege Olaf schlug im September vor, in diesem Jahr am Alpen Triathlon teilzunehmen – als Staffel. Dirk dazu als Schwimmer, ich als Läufer. Und *kling* wurde darauf angestoßen. „Daran erinnert sich in einer Woche sowieso niemand mehr.“ Weit gefehlt. Ich persönlich habe die Planungen vorangetrieben, denn nachdem ich die Ausschreibung gelesen hatte, ließ mich das Event nicht mehr los. Da war vom „malerischen Bergpanorama“ und einer „anspruchsvollen Strecke“ die Rede. Mit ein wenig internem Marketing haben wir inzwischen sogar drei Firmenstaffeln für die Olympische Distanz (1,5 Km Schwimmen, 40 Km Radfahren, 10 Km Laufen) zusammen. Doch bevor ich die Anmeldungen absetze, wollte ich mir selbst einen Eindruck von der Strecke verschaffen. Streckenkenntnis wird gern als Erfolgsfaktor unterschätzt. Und gerade die gefürchteten Anstiege sollte man mal gelaufen sein. Alles halb so wild? Ja und nein.

Erstmal hinkommen! Der Schliersee liegt ca. 50 Km südlich von München und ist der „kleine Bruder“ des Tegernsees. Hier starten am 02.07. die Triathleten und schwimmen durch den bestimmt nicht so richtig aufgeheizten See. Geradelt wird dann in einer Schleife, die zunächst östlich, dann südlich zum Spitzingsee führt. Die Läufer drehen eine Schleife südlich des Sees im Uhrzeigersinn und dann zwei Schleifen um den See gegen den Uhrzeigersinn. Mit dem Roller anreisen? Nicht nach dem schweren Unwetter der vergangenen Nacht.

So startete ich heute morgen um kurz nach 9 mit der BOB zu einem „Alpenvorlandlauf“. Vorbereitet war alles: zum ersten Mal war es mir gelungen, eine selbstgezeichnete Strecke in den Forerunner zu laden. Wenn man diese „abfährt“, zeigt das gute Stück immer einen Richtungspfeil und gibt artig Warnung, wenn „Kursabweichung“ eintritt oder *tadaaaaa* man den „Kurs gefunden“ hat. Das hat mir richtig gut gefallen. Schön, wenn man nach 2 Jahren die Funktionen seiner GPS-Uhr kennenlernt. Nur sollte man nicht erst nach 2 Km auf den Starten-Knopf drücken. Aber die spielten heute wirklich keine Rolle. Ebenso wenig, dass ich aufgrund der Wetterschäden schon am Schliersee eine Station früher als geplant starten musste.

Die Strecke zum Spitzingsee hat es in sich. Gute zwei Kilometer geht es ab Josephstal nur nach oben – klar, man erst mal den Spitzingsattel überqueren. Das sah doch auf Google Maps in 2D gar nicht so schlimm aus! Hier muss die Pumpe richtig rackern. Dann wird es aber angenehmer. Die Valepp-Schleife hatte ich relativ schnell abgelaufen. Der oft zitierte Anstieg zu den Hütten bei Km 1,5 ist nicht ohne, aber auch keine Tragödie. Hier darf man nicht überdrehen. Skurill wird es, wenn man unter den Skiliften durchläuft. Ein paar Meter Wanderweg sind es noch und schon ist man nach 3200 Metern wieder unten im Start-/Ziel-Bereich. Jetzt wird der See umlaufen, zunächst direkt am Ufer auf dem „e.on-Trail“. Der Weg ist eng und nicht asphaltiert, dafür flach. Eine Spitzkehre genommen und schon ist man um den Nordzipfel rum. Erst gute 500 Meter später wird es lustig: mitten über eine Sumpfwiese führt die Strecke. Hier dürften einige Sekunden liegen bleiben. Zurück auf dem Wanderweg geht es nochmal leicht nach oben, bevor man wieder auf die Straße biegt und das Gefälle bis zum Ziel zur Erholung nutzen kann. Auf der zweiten Runde wird hier nochmal Vollgas gegeben. Naja, in der Theorie.

Das ganze hier als Videoclip. Nicht lachen, ich habe mir echt Mühe gegeben :).

Ich habe mir die Strecke schlimmer vorgestellt. Vielleicht habe ich sie auch nur wegen der zahlreichen Fotostopps als „gut machbar“ empfunden. Der Respekt bleibt. Und auch das Wissen, dass im Laufen nicht mehr viel rauszuholen ist. Denn der Radfahrer hat die längste und anspruchsvollste Strecke. Trotzdem gebietet es der sportliche Ehrgeiz und der Teamgedanke, alles zu geben. Die Landschaft allein entschädigt schon für die Quälerei. Und der Besichtigungslauf heute war einfach ein Highlight. Einen schöneren 10 Km-Lauf kann ich mir nicht vorstellen. Alpen-Triathlon, wir kommen. Im Nachhinein war der Beschluss auf der Wiesn also gar nicht mal so schlecht.

5 Kommentare

  1. Marek 6 Jahren vor

    Gefällt mir richtig gut dein Video und die Pics. Dann wissen ja jetzt alle, worauf sie sich da einlassen. Spitze!

  2. Laufhannes 6 Jahren vor

    Sieht herrlich aus! Da bin ich gespannt, wie es letzten Endes dann wird. Mindestens grandios 😉

  3. Andreas 6 Jahren vor

    Danke für die netten Impressionen, die Landschaft ist wirklich schön zum Laufen. Ob das allerdings bei einem 10-km-Wettkampf noch so empfunden wird ist die Frage… 😉

  4. Marco 6 Jahren vor

    Fesch siehst aus. 🙂
    Triathlon habe ich vor knapp 10 Jahren auch sehr intensiv betrieben, ein wirklich schöner Sport den ich aber nach der geburt meines ersten Sohnes aufgegeben ahbe wegen zwei Rad Unfälle.

  5. horst 6 Jahren vor

    Der Anstieg zum Sattel ist fast vier Km lang und keine 2000m!
    http://www.quaeldich.de/paesse/spitzingsattel/
    Und wenn du davor die Radstrecke vollgas abgefahren hast und dann die 10k laufen darfst ist die Strecke doch recht anspruchsvoll.
    Willkommen im Leben eines Triathleten.

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