Zu zweit läuft's besser.

Die halbe Krise

Die halbe Krise
23. Mai 2011 Henrik

Nach der trotz allem verdienten Dusche um 13:00 Uhr begab ich mich gleich wieder zur Strecke. Denn George wollte um 13:15 Uhr den 6 Km-Lauf bestreiten. Ich hatte versprochen, ihn ein Stück weit zu begleiten, sollten es die Beine nach dem Halbmarathon zulassen. Das taten sie ohne weiteres, so dass ich ihn 4,5 km bis in’s Ziel pushte. Und das sagt auch viel über meinen Auftritt im Rahmen des Rostocker Citylaufs 2011. Nach 21,1 km darfst du keinen Schritt mehr geradeaus machen können. Aber zum Auslaufen gleich noch zwei Drittel des anderen Laufs mitmachen? Sehen wir es mal so: die gute Tat des Tages war damit vollzogen und George verfehlte sein Ziel der sub30 trotz eines fulminanten Zielspurts nur knapp. Zu meinem „Halben“ bedarf es nicht allzu vieler Worte. Perfekte erste Hälfte, nach 12 Km begann das innerliche Gejammer, Wind, Sonne, Beine und die ganze Palette. Ich lud den Rest zum Überholen ein, da war kein Aufbäumen mehr, da war nur noch Resignation. Ich konnte oder wollte nicht mehr, oder beides? Wettkampf ohne Kampf? Die Enttäuschung über die 1:39:12 hielt sich in Grenzen. Der Forerunner ging zum Glück auf der 4. Runde aus. Symptomatisch – der war auch out-of-power. Klar, jetzt kann man sagen, bei DEN Bedingungen (Knallige Mittagssonne, böiger Wind auf einem Teil der Strecke, anspruchsvolle Abschnitte mit Kopfsteinpflaster, dazu 7 Runden mit Drehwurmcharakter durch die City) kann man nicht wesentlich schneller laufen. Natürlich kann man das! Aber man muss es halt nicht nur die Hälfte des Rennens tun. Die Verfassung war fast perfekt, das Training hätte nicht besser laufen können. Ist das jetzt eine Krise?

Eine halbe.

Der dritte Lauf in Folge über >=21,1 Km (Berliner Halbmarathon, BIG 25 zuvor) mit einem unerklärlich schwachen Teil 2, das ist schon ein Hattrick. Mehr davon brauche ich erstmal nicht. Den Stadtlauf in München werde ich wohl diskret streichen. Nie wieder Halbmarathon! Na gut, bis zum nächsten. Der wird aber frühestens in der Marathonvorbereitung im Spätsommer folgen. Bis dahin versuche ich mich eher an kürzeren Distanzen, z.B. bei der Teamstaffel am 09.06. oder dem 10er bei der Alpen Triathlon-Staffel am 02.07..

Die Veranstaltung im schönen Rostock war rundum gelungen, der perfekten Organisation sei Dank. Der Zuschauerzuspruch ist eher bescheiden, aber mit etwas mehr als 2.000 Läufern ist der Rostocker Citylauf ein fast noch familiäres Event. Durch die breite Streuung der Läufe von 10:00 – 14:30 Uhr ergeben sich schöne Fotomöglichkeiten. Schnupperläufer Jan, der mit dem IGA-Lauf in Berlin eine klasse Vorbereitung auf Rostock hingelegt hatte, hat mit seiner Hochleistungsspiegelreflexundso-Kamera tolle Bilder geschossen, auch für die Abteilung „Laufstilanalyse“. Und Twitterfreund André hat mich auf der Zielgeraden erwischt. Unter der Dusche war ich vielleicht noch untröstlich, heute aber schon nicht mehr.

3 Kommentare

  1. Laufhannes 6 Jahren vor

    Mach demnächst keine halben Sachen 😉

    Gutes Wieder-Aufbauen!

  2. Marek 6 Jahren vor

    Die kürzeren Distanzen scheinen uns wohl mehr zu liegen 🙂 Mach dich nicht fertig – 01:39 ist kein Weltuntergang (den gab es ja schon am Samstag…) mit viel, viel, viel Potential nach oben. Wenn du dir weniger Druck machst, dann wird es auch klappen, da bin ich mir sicher. Aber bestimmt hast du nur wegen dem guten Fotographen langsam gemacht, oder? Klasse Schnappschüsse!

  3. Andreas 6 Jahren vor

    Sooo schlecht ist die Zeit aber nun wirklich nicht, schon gar nicht unter den Bedingungen! Und der nächste HM kommt bestimmt…

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