Zu zweit läuft's besser.

Teamevent Alpen Triathlon

Teamevent Alpen Triathlon
2. Juli 2011 Henrik

Der Garmin Alpen Triathlon ist eine echte Traditionsveranstaltung. Das Who-is-who der Triathlonszene findet sich im oberbayerischen Schliersee ein, um auf einer der härtesten und landschaftlich schönsten Triathlonstrecken um den Titel zu kämpfen. Auf dem Oktoberfestbesuch meines Arbeitgebers hatten wir im September 2010 beschlossen, als Staffel anzutreten. Heute morgen standen am Schliersee sogar zwei Staffeln von uns am Start. Triathlon-erfahren war noch niemand der sechs Teilnehmer, insofern waren die Ziele eher bescheiden („nicht Letzter werden“). Allein die etwas komplizierten Prozesse (Checkin für Schwimmer und Radler, Wärmeklamotten richtig deponieren, Wechselzone verlassen/betreten, Chipübergabe, Transport zum Zielbereich…) für die Staffeln waren schon die erste Herausforderung. Der Zieleinlauf und die Laufstrecke ist am Spitzingsee, geschwommen wird aber im Schliersee. Dazwischen liegen 40 Radkilometer, die es in sich haben. Die letzten 5 Km davon sind legendär: mit 12% Steigung geht es hoch zum Spitzingsattel. Es soll Athleten gegeben haben, die sich das angesehen haben – und dann nie wieder am Schliersee gesehen wurden. Völlig klar, dass jeder ohne eine gute Radleistung hier untergeht.

Das Wetter spielte artig mit, sogar die Sonne ließ sich heute morgen am Schliersee blicken. Ich war ja erst mit Laufen dran und wir konnten noch gemeinsam den Start der Staffeln und der Elite verfolgen. Oliver und Mihai sprangen für uns in den knapp unter 18° kühlen Schliersee. Beide machten ihre Sache richtig gut, Oliver wechselte trotz eines Krampfes nach knapp 22 Minuten unter den ersten Staffeln, Mihai 20 Minuten später. Ich war mit dem Unterstützungsteam inzwischen oben am Spitzingsee und konnte die letzten vorbereitenden Arbeiten für das Eintreffen der Eliteathleten beobachten. Das war schon richtig spannend, als die ersten in die Laufschuhe schlüpften. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass das so schnell geht. Socken? Fehlanzeige. Lokalmatador Faris al-Sultan, Ironman-Sieger 2005, hatte beim Wechsel schon ordentlichen Rückstand auf die Spitze, der angepeilte Sieg war längst ad acta gelegt. Wir warteten entspannt auf die beiden Radler und konnten immerhin über Lautsprecher hören, wie der Sieger Will Clarke mit neuem Streckenrekord in 1:59:46 ins Ziel lief. Wow!

Nachdem gefühlte 45 Staffeln gewechselt hatten, kam dann auch Olaf. Trichip abmachen, wieder ran an meinen Knöchel – allein das dauerte gute 20 Sekunden und sollte vorher geübt werden. Ich flitzte etwas zu schnell los, immerhin hatte ich gute 70 Minuten in der Wechselzone gewartet. Kurz vor dem Anstieg auf die Valepprunde liefen ein paar Kühe auf die Straße. Der Anstieg war gefühlt viel schlimmer als noch bei meinem Probelauf im Mai. Dennoch überholte ich fast permanent, was kein Wunder war, die anderen hatten Schwimmen und Radeln in den Knochen. Die zweite Runde ging dann entgegen des Uhrzeigersinns um den See. Zuschauerbeteiligung im Zielbereich war leider nicht vorhanden, nur kreischende Kinder, die einem ständig Wasser andrehen wollten. Die Seerunden hielten unterhalb des Stümpflings eine eklig sumpfige Wiese parat. Gute 500 Meter ging es durch Quasi-Schlamm („Fast wie StrongmanRun hier!“), der durch die Läufer immer weiter ausgetreten wurde. Wenn man da rüber ist, geht es den Rest der Runde über die Straße wieder runter zum Ziel. Die zweite Runde war leider zu zaghaft, der Respekt vor der Strecke noch zu groß. Immerhin den letzten Kilometer konnte ich noch in knapp über 4′ durchziehen. Dabei überholte ich noch Dirk, den Läufer unserer zweiten Staffel. Mit selbst gestoppten 45:50 (Schnitt 4:39/Km) war ich nicht ganz zufrieden. Vielleicht fehlte die StrongmanRun-Erfahrung?

Leider lagen erst um 18:30 Uhr Ergebnisse im Internet vor. Und da fehlen nach wie vor die Laufzeiten unserer beiden Staffeln. Die Zahlen klingen nicht besonders beeindruckend, aber dafür, dass wir zum ersten Mal Triathlonluft geschnuppert haben, sind sie respektabel und lassen für das nächste Jahr noch kräftig Luft nach oben:

Staffel 1 (Oliver, Olaf, Henrik):
3:08:44, Platz 46 von 73 Staffeln, Platz 20 von 36 Firmenstaffeln

Staffel 2 (Mihai, Dirk 1, Dirk 2):
3:29:57, Platz 71 von 73 Staffeln, Platz 36 von 36 Firmenstaffeln

Nach dem Zieleinlauf gab es im Athletenbereich noch den Kaiserschmarren vom Nr.1-Hotel am Platze. Leider war die ganz Zone am Wasser viel zu eng dimensioniert. Wir fanden uns dann aber irgendwann zusammen. Unsere beiden Schwimmer haben den Shuttlebus zum Spitzingsee nicht geschafft, so dass das Abschlussfoto dann nur noch vier Teilnehmer hatte. Und das dann doch langatmige Event neigte sich dem Abschluss zu. Fazit: es war toll, bei einem so spektakulären Triathlon dabeizusein. Vielleicht auch irgendwann mal in der Einzelwertung?

Weitere Impressionen gibt es in den Bildern.

3 Kommentare

  1. Marek 6 Jahren vor

    Habt ihr toll gemacht! Immerhin hat das ZDF-Sportstudio gestern auch noch ein paar Bilder gezeigt. Ohne jegliche Erfahrung bei einem solchen Event ist das ja immer etwas schwierig. Und afür können sich die Ergebnisse ja sehr wohl sehen lassen. So ein Ding muss man auch erstmal nach Hause bringen! Respekt! Und sei mal nicht so kritisch mit deiner Laufzeit – so schlecht war es nicht 🙂

  2. Laufhannes 6 Jahren vor

    Völlig egal welche Zeit – da geht es doch nur um das Event und das scheint toll gewesen zu sein.

    Macht schon ein wenig neidisch.

  3. Ralf 6 Jahren vor

    Oh – da hat noch jemand Triathlon-Luft geschnuppert. Schön zu lesen.

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*