Zu zweit läuft's besser.

„Der eine ist ein Killer“

„Der eine ist ein Killer“
29. Dezember 2015 Henrik

100MC 8

Wo ist denn bloß der Startbereich?

Um 8:45 Uhr suchten wir immer noch die Zelte und Startlinie des 100MC Marathons am Öjendorfer See im Osten Hamburgs. Henrik hatte bereits 2014 das Jahr mit dem familiären Marathon ausklingen lassen, nun wollten wir beide antreten – nur dafür mussten wir halt bis 09:00 Uhr da sein. Mit viel Gehetze standen wir dann doch gerade noch rechtzeitig an der virtuellen Startlinie – und schon ging es auch los. Es blieb nicht mal Zeit für den Toilettengang oder eine Strategiebesprechung. Keine guten Voraussetzungen für den letzten Marathon des Jahres. Das Wetter war aber prächtig und auch die Strecke auf der 4 Km langen Seerunde weitgehend trocken. Wir liefen nur 2 Runden zusammen an der Spitze. Dann war klar, dass heute nur Marek das Tempo gehen konnte. Die erste Runde im 4 Minuten-Schnitt – für mich der Beginn des Endes. Also sollte jeder sein eigenes Rennen laufen. Die Runde ist nicht ganz so anspruchslos, wie sie scheint. Ein paar eklige Wellen und zwei Rampen beim Wendepunkt auf der Südseite und zum Zielbereich summieren sich laut Strava auf stolze 258 Höhenmeter. Umso erstaunlicher, wie Marek über die Piste flog.

100MC 6

Ein blitzsauberer Start-Ziel-Sieg in persönlicher Bestzeit und in Sichtweite des Streckenrekords. Ich war mehr damit beschäftigt, das zu bestaunen als mich um mein eigenes Rennen zu kümmern. Das war quasi eine Analogie des Vorjahres. Die Hälfte ungefähr in 90 Minuten mit inzwischen starker Tendenz zum Joggen. Jeder Marathoni weiß spätestens nach dem Halbmarathon, das wird noch was oder eben nicht. Spätestens, als Carsten -der spätere Zweiplatzierte- vorbeiflog, als würde er mich überrunden, war das Ding gelaufen. Die Beine waren Blei und die Muskelatur verhärtet wie noch nie. Heute sollte nicht mein Tag werden, aber was spielte das schon für eine Rolle angesichts Mareks fulminanten Auftritts. Nur 2-3 Minuten haben letztendlich zu meiner Überrundung gefehlt, als er nach 2:54:21h über die Ziellinie lief. Als ich mich dann völlig leer joggend und -ganz leicht- versteift über eben diese Ziellinie quälte, war die Siegerehrung schon durch. Das geht echt flott in Öjendorf. Ein großes Kompliment an die Organisation dieses kleinen, aber sehr schönen Marathons. Marek lauschte beim Umziehen noch dem Fachgesimpel der ersten Läufer und schnappte den respekteinflößenden Spruch auf.

Der eine ist ein Killer

– besser kann man diesen wunderbaren Jahresabschluss nicht beschreiben!

Marek: Platz 1 in 2:54:21h
Henrik: Platz 6 in 3:12:01h
Ergebnisse bei myraceresult

24 Kommentare

  1. Twin marek 9 Monaten vor

    Das war ein schöner Abschluss eines wahrhaft irren Laufjahres. Ich konnte endlich die 42km konstant durchlaufen. In München bei den 6h war bei mir nach 30km der Ofen aus und du hast mich überrundet. Hinzu kommt, dass es meistens besser klappt, wenn man so gar keine Erwartungshaltung hat. Nachdem ich vorne alleine war, hatte ich nur die sub3h auf dem Zettel. Und bei deiner 03:12 sagen die meisten, das sei Jammern auf hohem Niveau. Natürlich kannst du viel schneller, wenn man sich deine 10k PB anschaut. Aber das ist Marathon. Und genau deswegen machen wir das 🙂

  2. brennr 9 Monaten vor

    Mir wird schwindelig. Joggend 3:12 und von der 2:54 möchte ich gar nicht reden. Ihr seid der Hammer! Wie wäre es als Ziel für 2016, bei einem Marathon summiert eine Sub6 zu laufen? 😉

    • Autor
      Henrik 9 Monaten vor

      Interessante Idee, Christian! Wo gibt es denn so einen Wettbewerb? 😉

      Wir wollen im nächsten Jahr eigentlich keine Straßenmarathons laufen. Aber wir wollten schon so einiges (nicht).

  3. Markus 9 Monaten vor

    Wahnsinnige Leistungen. Von euch beiden! Selbst eine 3:12 schaffen nur sehr wenige. Klar, wenn man schneller kann und auch möchte ist es immer nur ein „nur“. Aber das sollte es nicht sein.

    • Autor
      Henrik 9 Monaten vor

      Danke, Markus. Wir warten noch auf den Tag, wo es für uns beide mal perfekt läuft. Aber erzwingen kann man das halt nicht.

      • Der Tag wird schon kommen. Zum Glück ist im Sport nicht alles planbar, wie langweilig wäre das denn! Mir ging es ja genauso bei den ersten 3 Marathons in diesem Jahr. Und: wir hatten außerdem gar keinen richtigen Plan!

  4. Erik Spatz 9 Monaten vor

    Hallo Henrik !
    Diese Mal wollten auch meine Beine nicht ganz so wie ich und im Gegensatz zum letzten Jahr konnte ich dich noch nicht einmal von hinten in’s Ziel laufen sehen 😉
    @Marek: Nochmal Glückwunsch, das war eines „Killers“ würdig !
    Viel Glück im nächsten Jahr und vielleicht bis zum 28.12.2016.
    Erik aus HH, diesmal nur 8.

    • Danke Erik! Natürlich muss ich hier nochmal klarstellen, das du mit dem „Killer“ ja keinen von uns meintest, aber Henrik fand den Spruch so gut 🙂 Warum nicht auf ein Neues in 2016, wir warten mal ab, ob wir das Jahr blessurenfrei überstehen und heile von unseren geplanten Expeditionen in die Naturwelt wiederkehren. Ich fand die Veranstaltung sehr schön, alles gut organisiert, sehr hilfsbereite Leute und das zudem sehr preiswert. Da kann man auch mal erst 5min vor dem Start ankommen 🙂 nächstes Mal dann mit der richtigen Orientierung! Gruß und guten Rutsch nach Hamburg!

    • Autor
      Henrik 9 Monaten vor

      Danke, Erik. Eine Runde mehr und deine Beine hätten meine eingesammelt. Vorgestern waren andere „Granaten“ einfach besser und so soll es sein. Dir auch ein frohes Laufjaht 2016 und wenn du mal in Berlin oder München läufst, schreib uns.

      • Erik Spatz 9 Monaten vor

        Da muss ich doch nochmal nachlegen: Wer zum Jahresabschluss „mal eben“ eine 2:54:21 auf’s Parkett – oder besser: auf den hügeligen Waldboden (!) von Öjendorf – legt und ganz nebenbei zwei echte Hochkaräter auf die Plätze 2 und 3 verweist, der ist selbstverständlich mit sofortiger Wirkung Mitglied im „Club der Killer“ 😉
        Übrigens habe ich schon von mehreren Sub3-Läufern die Worte vernommen:
        „Von der Öjendorf-Zeit kannst du locker 5-10 Minuten im Vergleich zu einem schnellen Straßenlauf abziehen“.
        Aber euch beiden geht es ja wie mir: Bestzeiten gibt es nur, wenn man sie sich nicht vornimmt.
        Nächstes Jahr habe ich wieder Berlin gebucht, in München bin ich noch nicht gelaufen, würde mich aber sehr interessieren, vielleicht 2017 !? Mal sehen…

        • Ah wieder Berlin. Berlin ist klasse, ganz klar. Wir haben ja drüber geschnackt, der Druck ist natürlich immer etwas größer bei so einem Wahnsinnsevent. Da muss dann ja die Bestzeit fallen – und wie immer klappt es dann nicht. Daher ist es einfach schön, dass es solche kleinen, liebevoll und mit Herzblut organisierten Events gibt, wo die sportliche Leistung allerseits anerkannt wird und man nicht ein Jahr vorher den Startplatz bezahlen muss. München ist gegen Berlin ja doch noch eher ein Provinzmarathon. Vielleicht machst du ja mal bei Henriks Bestzeitmarathon mit?

  5. Gratuliere Euch beide. Abgesehen davon, dass ich wegen der Knie gar nicht mehr laufen kann, sind Eure Zeiten einfach geil.

    Wieviele Kilometer waren es denn insgesamt dieses Jahr?

    • Autor
      Henrik 9 Monaten vor

      Hallo Heiko,

      tut mir leid, dass du nicht mehr laufen kannst. Ist das wirklich endgültig? Knieprobleme sind ja vielfältig und meistens kann man noch was machen.

      Wir haben jeweils ca. 3.500 Km gelaufen. Aber ist nur eine Zahl, der wir nicht übermäßig Bedeutung beimessen.

  6. Sprachlos mit offenem Mund den Beitrag förmlich verschlungen! War ja schon ohne Worte, als ich auf Instagram davon las. Unglaubliche Leistung von euch beiden und ja, besser kann man wohl diesen Jahresausklang nicht zusammenfassen. Sehr treffend. Herzlichen Glückwunsch!

    • Danke Nadin! Wir haben den Tag sehr genossen (vom Ankommen kurz vor der Angst mal abgesehen) und freuen uns sehr über den gelungenen Jahresausklang.

  7. Andreas 9 Monaten vor

    Wenn das nicht ein Knaller zum Jahresende ist! Glückwunsch an euch beide und Gratulation an Marek zur Bestzeit! Da kann das Laufjahr 2016 ja kommen…

  8. urbanyogimaty 9 Monaten vor

    Grandios zu lesen! Ich ziehe meinen Hut und gratuliere Euch beiden von Herzen zu diesem Jahresabschluss… Und: Platz 1 UND 2 wäre ja fast schon frech gewesen, oder ? 😉

    • Ja Maty, da hast du recht, wäre echt frech gewesen! Aber das stört uns ja sonst auch nicht sonderlich 🙂 Wir sehen uns auf einem der vielen Trails 2016!

  9. Ruben 9 Monaten vor

    Ich finde das wirklich beeindruckend, dass man als Brüder (ich habe leider keinen) solche Veranstaltungen und Erfolge gemeinsam erleben & teilen kann. Da bin ich ein wenig „neidisch“ – gönne es aber euch von Herzen!

    Eure Zeiten an sich bedürfen ja sowieso keines weiteren Kommentares außer: Ganz stark.

    Würde mich sehr freuen, wenn wir uns 2016 mal wieder sehen.

    Bis dahin einen guten & beschwerdefreien Start in das neue Jahr,+

    Ruben

    • Marek 9 Monaten vor

      Da sprichst du uns aus der Seele Ruben. Du hast so recht: das ist ein großes Privileg, dass wir unserer Leidenschaft gemeinsam nachgehen dürfen und das versuchen wir so oft wie es geht auch auszunutzen und zusammen zu starten. Wir sind überzeugt, dass sich der Teamgedanke in diesem Jahr für uns noch mehr auszahlen wird und wir Seite an Seite ein großes Abenteuer erleben dürfen. Dir auch einen guten Start ins MD-Jahr, wir sehen uns (hoffentlich) im Juni!

    • Autor
      Henrik 9 Monaten vor

      Vielen Dank, Ruben! Ich hoffe, wir sehen uns im Bloggercamp in diesem Jahr.

  10. Julia 9 Monaten vor

    Hammer! Mehr fällt mir dazu nicht ein… Ihr seid echt der Hammer! Herzlichen Glückwunsch!

    • Autor
      Henrik 9 Monaten vor

      Zweimal Hammer – da werden wir ganz rot oder platt? 😉 Danke, Julia!

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