Zu zweit läuft's besser.

Nike Human Race – Wie war es?

Nike Human Race – Wie war es?
25. Oktober 2009 Marek

Berlin bei NachtGestern abend war es also soweit: im Einheitslook von Nike gingen über 6000 Läufer auf die beleuchtete Strecke im Herzen Berlins. Um 19Uhr sollte es losgehen. Ich traf kurz nach 6 im Dom-Aquar?Še ein und machte mich von dort zu Fuß auf zum Brandenburger Tor. Ich entschied mich, keine Sachen abzugeben und gleich mein Rennoutfit anzuziehen. Zum Glück, wie sich aber erst später herausstellen sollte. Eine herrliche Atmosphäre begleitete mich auf den 1.5km, viele Menschen und ein toll erleuchtetes Berlin. So oft war ich in letzter Zeit nicht mehr dort abends unterwegs. Zum geplanten Bloggertreffen mit Andreas kam ich aber leider schon zu spät. Ich machte mich im Startbereich etwas warm und lauschte dem Unterhaltungsprogramm mit Ren?Š Hiepen und Charlotte Engelhardt. Etwas verwundert bemerkte ich die Zeitschilder und fragte mich wieviele Leute denn in der Lage sein sollen, unter 35 oder 40min zu laufen – die Schilder waren so weit auseinander, dass da bestimmt 1000 Läufer hingepaßt hätten. Ich entschied mich daher, lieber weiter vorne zu bleiben, um den Drängeleien beim Start möglichst zu entgehen. Um 10 vor 7 dann die Ansage, dass sich der Start verschiebt – die Strecke war noch nicht frei. Dann kamen noch die ganzen Promis nach vorne (Thomas D., Marco Schreyl, ein schneller Kenianer) und mußten die ungeduldige Menge etwas unterhalten. Das gelang aber nur mäßig und die Pfiffe wurden lauter. Viele waren zudem sehr dünn angezogen und frierten nun dementsprechend. Ich war froh, dass ich meine langen Klamotten noch unter dem Nike-Shirt hatte. Dann um 19.20Uhr kam das Go von der Polizei und das Rennen wurde freigegeben. Alles wetzte los als gäbe es kein Morgen. Ich werde nie verstehen, warum sich manche ganz vorne hinstellen und dann auf der Strecke fast stehenbleiben. Zum Glück wurde es nach dem Durchqueren des Brandenburger Tores dann leerer. Ich versuchte mich, auf meinen Lauf zu konzentrieren. Die erste Runde war noch voll im Plan und ich fühlte mich gut. Die Stimmung auf der Straße unter den Linden und am Brandenburger Tor war einfach großartig. Noch einen Tick besser als bei der City-Nacht. Als ich dann auf der zweiten Runde auf die Karl-Liebknecht-Straße einbog, sah ich auf der anderen Seite das Ende des Feldes. Nicht nur mir wurde in dem Moment klar, dass die letzten Kilometer wohl ein Schlängellauf werden würden und die Bestzeit utopisch ist. Etwas unmotiviert versuchten alle, links an den Walkern vorbeizukommen, was manchmal nicht ganz einfach war. Kilometer 7 und 8 waren dann gleichmal einiges langsamer (04:12, 04:21). Nun wurde es immer voller, die Krönung war das „Abbiegen“ kurz vor dem Ziel. Da sich alle schnellen Leute links gehalten haben, mußte man nun nach rechts, um auf die Zielgerade zu kommen. Alle anderen wendeten und begaben sich auf die zweite Runde. Mit etwas Stolpern und Fluchen gelang mir das auch irgendwie. Kurz vor der Ziellinie erblickte ich die Uhr und konnte nicht recht glauben, dass da noch 00:39:xx stand. Hatte ich mich so getäuscht? Auch der Forerunner zeigte 39:22 an. Später beim genauen Hinschauen stellte ich aber fest, dass die Strecke nur 9,73km lang war (die geplante Wende an der Spandauer Straße wurde anscheinend um 150m vorverlegt). Ein kleiner Wermutstropfen auf ein ansonsten schönes Rennen. Unter 40min hätte ich es also auch diesmal nicht geschafft, die Bestzeit hätte es aber dennoch werden können. Fix was getrunken und zurück zum Dom-Aquar?Še. Von dem Chaos an der Kleiderausgabe (manche warteten wohl 1h in der Kälte!) und dem Gedränge an der (schlecht beleuchteten) Verpflegungsstelle bekam ich also nichts mehr mit. Fazit: ein schöner Lauf mit einer fantastischen Stimmung. Die organisatorischen Probleme verwundern etwas, zumal der gleiche Veranstalter den Berliner Firmenlauf organisiert und mit einer ähnlichen Teilnehmerzahl im Sommer keine Probleme hatte.

9 Kommentare

  1. Timo 8 Jahren vor

    Ach, die Strecke war noch nicht frei? Ich stand vielleicht 10-15m vom Start entfernt, ganz links, da hat man nix mehr mitgekriegt. Naja, war etwa 18:45 da und hatte mich schon gewundert, warum quasi noch nichts abgesperrt war.

    Um mich herum haben sich die Leute vereinzelt schon vor Zittern umarmt 🙂

    Ist schon irgendwie frustrierend, wenn man nach kurz der ersten Runde auf der anderen Seite schon welche (und nicht wenige) auf der Zielgeraden sieht…naja, naechstes Jahr bin ich auch ganz vorne mit dabei 😉

  2. Timo 8 Jahren vor

    Das einzig Wichtige ist sowieso, dass Achim Achilles mit 57min voll abgelost hat 😀

  3. Andreas 8 Jahren vor

    Stimme dir in allem voll zu: schönes Rennen, tolle Zuschauer, verdammt schlechte Organisation. Hatte nicht so großes Glück wie du ohne Kleiderbeutel und habe beim Abgeben meiner Sachen ca. 15-20 Minuten und beim Abholen ca. 45 Minuten in dem Chaos gestanden. Und dass man wegen der Streckenfreigabe noch mal 20 Minuten länger warten musste, kam bei mir im Startblock auch nicht an…

    Bin ganz zufrieden mit meinem Lauf und heilfroh, dass ich schnell genug war, dass du mir nicht auch noch in die Hacken gelaufen bist 😉

  4. Gunnar 8 Jahren vor

    Ja, Deine Schilderung trifft es ganz gut. Auch meine Laufuhr (Forerunner) hat mir ca. 9,75 km angezeigt, was bei mir dann auch für eine überraschend gute Zeit gesorgt hat (ebenfalls „fast“ unter 40, habe diese Schranke bisher auch noch nie unterboten). Beim Zieleinlauf war ich allerdings darauf gefasst, dass da wohl noch so eine Abbiege-Aktion kommen müsste, weil ich ja gesehen hatte dass Start/Ziel identisch sind. Als ich also durchs Brandenburger Tor lief, hielt ich Ausschau und konnte gut rechts abbiegen. Etwas brenzlig war es aber doch.
    Ende gut alles gut. Mir hat es ja trotzdem Spass gemacht und ich bin mit meinem Lauf zufrieden. Das mit dem Zielvideo von davengo.com hat sogar auch geklappt. Schönes Erinnerungsvideo! Und ich habe jetzt eine Zeit, an der ich zu knabbern haben werde!

  5. Michi 8 Jahren vor

    Ich lief meinen Lauf beim Volkslauf in Bayern, genauer gesagt in Germering. Dort sah man dann auch einige die mit dem Nike+iPod liefen.
    Ich hoffe auch mal bei so einem Lauf teilnehmen zu können – also nicht nur „virtuell“.
    Deine Zeit ist der Hammer!!! Ich habe mein Ziel unter einer Stunde zu bleiben auch geschafft – 55min. und bin mächtig stolz drauf.

  6. Autor
    Marek 8 Jahren vor

    @Timo: ich zähl auf dich nächstes Jahr! Und Achim den Laufgott schlagen – was will man mehr??
    @Andreas: mein Beileid für die Strapazen außerhalb des Rennens!
    @Gunnar: da waren wir ja nicht weit auseinander. Und ich glaube der Forerunner hat recht mit der Distanz. Schon irgendwie blöd das Ganze.
    @Michi: schön, dass du dabei warst! Und 55min sind ne gute Hausnummer. Bleib weiter dran!

  7. Hannes 8 Jahren vor

    Glückwunsch zum gelungen Lauf deinerseits. Unter den überfüllten Bedingungen so eine Zeit auf den Tisch zu legen – auch wenn nicht ganz 10 Kilometer, aber eine geniale Zeit ist es doch trotzdem? 😉

  8. Timo 8 Jahren vor

    Ja, denn „Vollzeitmann“ Achim Achilles zum 2. Mal vorzufuehren, also, wenn das kein Ansporn ist! 😛

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