Zu zweit läuft's besser.

Laufschuhe im Vergleich

Laufschuhe im Vergleich
15. Februar 2011 Henrik

Mit Testberichten über Laufschuhe halte ich mich grundsätzlich etwas zurück. Was für meinen Fuß gut oder schlecht ist, muss noch lange nicht für andere Füße gelten – jeder Fuß ist anders und jeder läuft anders. Interessanter ist der Vergleich von Schuhen, die alle für mich gut bis sehr gut passen, zusammen mehr als 1.000 Km absolviert und ähnliche Features haben. Mizuno Wave Rider, Adidas Supernova Glide und New Balance 1064 sind astreine Neutralschuhe mit komfortabler Dämpfung. Keine auf „Competition“ oder Trails ausgelegten Schuhe, sondern Treter für das gewöhnliche Asphalt-Training, was Ottonormalläufer größtenteils absolviert.

  New Balance 1064
Adidas SNG
Mizuno WR
 
Gewicht
 
344 g
 
336 g
 
310 g
 
Features
 
 
 
 
 
 
 
 
LIGHTNING DRY
SURE LACE
Ortholite
Stability Web
N-ergy
LockDown Liner
ABZORB FL
 
 
FORMOTION
adiPRENE
GEOFIT
TORSION
respoEVA
adiWEAR
 
 
 
WAVE
pebax
INTERCOOL
X10
AIRmesh
ap+
VS-1
SmoothRide
DYNAMOTION FIT

Schon beim Anblick der Liste der sog. „Features“ wird einem schwindlig. Klar, alle erklären brav, wofür diese Technologien gut sein sollen, aber ob sie wirksam sind, entscheidet erst das Laufgefühl. Also vergessen wir das mal.

Passform/Bequemlichkeit:

Hier ist Adidas der für mich perfekt passende Schuh gelungen: der liegt sauber am Fuß, nicht zuviel, nicht zuwenig Luft, der Schuh fühlt sich bequem an und sitzt 1a. Im NB ist aufgrund des breiter geschnittenen Vorderfußes mehr Luft. Der Mizuno ist hier noch ausladender, die Schnürung muss schon ordentlich fixiert werden, damit Mittel- und Vorderfuß nicht zuviel Spiel haben.

Dämpfung/Abrollverhalten:

Durch die Fersenkonstruktion wirkt der Adidas ziemlich hart abgestimmt. Ein echte Asphaltmaschine, für rutschige bzw. weichere Böden ist die Konstruktion -genau wie der NB- zu steif. Beide sind aufgrund ihres Gewichts sowieso eher für gemächliche Läufe, auch durchaus schwerer Läufertypen geeignet. Hier punktet der Mizuno: der Schuh ist insgesamt sehr flexibel und dynamisch beim Abrollen. Das geringe Gewicht macht ihn zudem zu einem klasse Wettkampfschuh für >10 Km. Mit dem traue ich mich auch auf einen nicht übermäßig anspruchsvollen Trail.

Auffälliges:

Die eingedrehten Schnürsenkel des NB sind eine einfache wie geniale Idee. Hier kann man nicht das Unglück des offenen Schnürsenkels erleben. Überhaupt, das gesamte Schnürsystem überzeugt. Das Design aller Schuhe ist dröge, am ehesten sticht noch der Adidas hervor, den es auch in knalligem Warn-Orange gibt.

Ergebnis:

Alle drei Schuhe kann ich bedingungslos für das Training des Neutralläufers empfehlen (sonst hätte ich sie nicht so lange gelaufen). Der jüngste Zugang ist der NB 1064, der mich auch schon auf einem 30 Km-Lauf begeleitet hat. Für das Training auf Asphalt bleibt aufgrund seiner unerreichten Passform aber der Adidas Supernova Glide der Schuh der Wahl.

Alle der von mir getesteten Modelle sind inzwischen abgekündigt und damit nur noch als Restbestand erhältlich. Mizuno hat inzwischen den Wave Rider 14 (getestet: Wave Rider 10), Adidas den Supernova Glide 3 (getestet: Supernova Glide 2) und New Balance den MR 1080 (Nachfolger des getesteten 1064) am Start. Aber warum soll es immer die aktuelle Modellreihe sein, die im Vergleich zum Vorgängermodell mit marketingtechnisch wohlklingenden, aber faktisch bescheidenen bis nutzlosen Innovationen aufwartet? Dann lieber das über viele Trainingskilometer bewährte Modell nochmal zum Schnäppchenpreis gekauft. Okay, in einer anderen Farbe.

1 Kommentar

  1. M a r e k 7 Jahren vor

    Die Adidas-Treter muss ich mir wohl auch mal zu Gemüte führen. Sind bis jetzt noch nicht in meinem Sortiment. Die Mizunos sind klasse Treter, ich hatte auch bereits 2 Generationen und war jedesmal top zufrieden. Von den NB laufe ich den 759 und der paßt echt gut. Aber es stimmt, bei Schuhen sind die Anforderungen und das persönliche Empfinden sehr sehr individuell. Guter Test!

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