Zu zweit läuft's besser.

Aller guten Wettkämpfe sind drei

Aller guten Wettkämpfe sind drei
21. Juni 2012 Marek

Der Juni hatte es nochmal in sich. Drei Wettkämpfe innerhalb von 8 Tagen waren geplant, bevor die wohlverdiente Zeit der Regeneration beginnen sollte. Den Startschuss bildete am 9.6. der 8. Eichwalder Rosenlauf. Der Lauf ist eingebettet in das Eichwalder Rosenfest, ein schönes familiäres Event, das wir jedes Jahr gerne besuchen. 8 Runden um die Festmeile sind jetzt nicht das absolute Streckenhighlight, aber es ging nur über 9,6km. Hoffnungen auf das Treppchen waren da, in den wenigen Teilnehmern konnte ich nur einige starke Läufer ausmachen. Geht da was? Nicht wirklich. Ich muss dem hohen Anfangstempo schnell Tribut zollen und kämpfe mich durch jede Runde. Der Erste ist bald außer Sichtweite und auch den zweiten Platz verliere ich in Runde 7 an Jens. Ich baue konstant ab und erwarte jederzeit den dritten starken Läufer hinter mir auftauchen. Helmut steht an der Strecke, probiert seine neue Zeitmessung aus und prophezeit mir auf der letzten Runde: „da kommen noch zwei!“. Ich nehme alles zusammen und kann den 3.Platz knapp nach Hause laufen. Im Anschluß haben wir Bekanntschaft mit Jens gemacht und festgestellt, dass wir uns ja in einer Woche am Scharmützelsee wiedersehen werden. Alles andere als ein optimaler Lauf, aber solche Tage gibt es eben immer wieder.


Event Nummer zwei war dann Dienstag die Berliner Teamstaffel. Gerald hat ein starkes Team zusammengestellt und wir wollten die 01:40 über die 5x5km knacken. Organistationstechnisch ging das alles sehr entspannt über die Bühne, man merkt schon, wenn alle schon einmal bei solchen großen Events dabei waren. Startläufer war ich und das war eine super Entscheidung. Ich wetzte mit der ersten Welle gleich los, damit ich mir das spätere Slalomlaufen ersparen kann. Es gab schnell viel Platz für mich. Bis zur Hälfte fühle ich mich super, kann sogar noch etwas zulegen und eine größere Gruppe überholen, in der ein paar schnelle Jungs dabei sind. Auch unsere Olympionikin und Fünfkämpferin Lena Schöneborn kann ich einholen (am Ende landet ihre Staffel aber vor uns). Ob das gut ausgeht? Nun ja, es wird langsamer auf dem zweiten Teil, Quälix muss ran, schnelle 5km sind eben auch nicht so nebenbei machbar für uns Hobbyathleten. Ich verliere noch knapp 30s auf den letzten beiden Kilometern, kann aber auf Stephan noch unter 18min wechseln. Und das soll zu dem Zeitpunkt noch ca. Platz 10 gewesen sein. Die Jungs laufen die Staffel dann locker nach Hause, Stephan in 19:20 (später für Bayer nochmal!), Milosz, Alex und Gerald knapp über 20min. Am Ende steht eine überragende 01:38:53 und Gesamtplatz 35 (von 4339! Teams) zu Buche. Was soll man sagen, eine großartige Teamleistung mit hohem Spaßfaktor!

Aller guten Dinge sind drei: auf den Scharmützelseelauf habe ich mich sehr gefreut. Britta hat mich auf dem Bike begleitet, was einfach ein ziemlicher Luxus ist und gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Der frühe Vogel fängt den Wurm: um Punkt 9Uhr am Sonntag geht es im Stadion in Bad Saarow auf die 27km-Runde um den See. Zusammen mit Andreas und Jens. Andreas war bereits letztes Jahr dabei und hat von dem Lauf geschwärmt. Zurecht, wie wir schnell feststellen. Jens hat mich zum Glück vorher noch gewarnt, dass der zweite Teil schwerer ist als der erste, so dass ich nicht ganz so schnell angehe und ca. 15 Läufer vor mir ziehen lasse. Nach 5km sind wir dann auch fast allein unterwegs, die Lücke nach hinten wird größer und auch der Vordermann gerät außer Sichtweite. Das Wetter spielt perfekt mit, es ist für den Juni noch angenehm kühl. Richtig spannend wird es dann in Wendisch-Rietz: erst queren wir zweimal die Bahnstrecke und dann laufe ich auf eine Dreier-Gruppe auf, die zunehmend langsamer wird. Und dann geht der Crosslauf los: zuerst eine sandige Passage, bei der Britta selbst mit dem MTB nicht weiterkommt und absteigen muss. Hier verlieren wir uns, wir treffen erst ein paar Kilometer später wieder zusammen. Und die Waldpassagen haben es in sich: ein ständiges Auf und Ab, das den bis dahin konstanten Rhytmus komplett durcheinanderbringt. Im Wald gehe ich an der Gruppe vorbei, sie ist mir dann doch zu langsam unterwegs. Ein Fehler? Der Markierungspfeil – jeweils auf dem Boden verteilte Sägespäne – ist an der nächsten Abzweigung alles andere als eindeutig. Er zeigt halblinks, weg vom See. Ob das stimmt? Aber auf dem Boden liegt ein Ast mit einer Markierung und auch an zwei Bäumen sehe ich die Bänder flattern. Das muss dann also richtig sein! Ich biege folglich nach links ab, die Jungs hinter mir folgen prompt. Als wir auf die Straße treffen, sehe ich aber keine Markierung. Das kommt mir dann zum ersten Mal merkwürdig vor. Ich frage den mir folgenden Läufer, aber auch er hat keinen Plan von der Strecke. Also laufen wir entlang der Straße weiter. Es geht den Radweg entlang, den Silberberg mit einem stetigen Anstieg nach oben. Britta kommt dann wieder dazu, berichtet auch von Konfusionen an der Abzweigung, wo sie einen Läufer in meine Richtung geschickt hatte. Kannte der evtl. die richtige Strecke? Dass wir falsch laufen, wird immer klarer, als eine Weile keine Markierungen folgen. Der Frust steigt. Ich muss also tatsächlich falsch abgebogen sein. Von den angekündigten Treppen ist nix zu sehen. Auch die Auskünfte der entgegenkommenden Radler helfen nicht viel weiter. Plötzlich sehe ich Heiko vor mir, der von rechts kommt. Und da ist auch wieder eine Markierung! Wir haben also den richtigen Weg wiedergefunden! Erleichterung macht sich breit. Bis dahin denke ich, dass es ein Umweg war, was sich aber später als falsch herausstellen sollte. Ich gehe im folgenden Waldstück an Heiko vorbei, er ist anscheinend zu fix angegangen, so dass die Kräfte schwinden. Die letzte Passage führt dann am Hafen entlang wieder in Richtung Sportplatz. Einige Gemeinheiten (in Form von Anstiegen) gibt es aber auch noch hier. Ich lege am letzten Verpflegungspunkt eine Trinkpause ein, auf die paar Sekunden kommt es nun wirklich nicht mehr an. Britta fährt dann ins Ziel voraus. Dann sehe ich auch schon den Sportplatz, noch eine Runde ist im Stadion zu drehen und dann ist es geschafft, das Abklatschen und namentliche Ansagen des Veranstalters für jeden einzelnen Finisher ist inklusive. Jens ist natürlich schon im Ziel. Mit meiner Zeit von 01:54 bin ich super zufrieden. Die Renneinteilung war diesmal fast optimal und ich hatte keinen Einbruch auf dem zweiten Teil. Auf der Ergebnisliste sehe ich dann zu meiner Überraschung, dass es zum 7. Platz gereicht hat, sogar zum 2. in der M30! Jens ist einen Platz vor mir gelandet, „alles ganz locker“, er ist nicht auf Angriff gelaufen, man sieht es ihm an. Andreas kommt mit seinem Laufpartner (ebenfalls Andreas) nach 02:22 ins Ziel, er hat sogar knapp 28km auf der Uhr, beiden machen aber auch einen sehr zufriedenen Eindruck. Große Verwirrung gibt es über die Strecke, es gab anscheinend mehrere Varianten, die gelaufen wurden 🙂 Eine Teilnehmerin hat sogar knapp 29k auf der Uhr! Im Nachhinein klärt sich alles auf, die eine Markierung, an der ich links abgebogen bin, wurde wohl absichtlich von einem Passanten verändert. Was soll man dazu sagen? Da kann natürlich niemand etwas dafür, wenn solche Honks unterwegs sind. Die Siegerehrung der Altersklassen zieht sich leider lange hin, weil erst der letzte Teilnehmer im Ziel sein muss (nach ca. 3,5h!). Britta berichtet uns sogar noch, dass sie auf der Waldpassage gestürzt ist. Zum Glück ist nichts passiert. Wir lassen diese wirklich tolle Veranstaltung dann noch mit einem entspannten Mittagessen ausklingen. Nächstes Jahr gerne wieder!

5 Kommentare

  1. Jens Scheffler 5 Jahren vor

    Ärgerlich das die Streckenmarkierung durch einen „nicht netten Menschen“ geändert wurde . Dem Läufer vor mir konnte ich noch den richtigen Weg zurufen , aber leider warst Du ein paar Sekunden zu weit hinter uns , schade ! Vorschlag : ein gemeinsamer Trainingslauf mit „Streckenkenntnissnahme“ ! Die Runde macht auch in gemütlichem Tempo Spaß !

  2. Henrik 5 Jahren vor

    Dafür sollte man den Typen schlagen, sowas von unsportlich ist das. Aber zum Glück war es kein großer Umweg für euch. Die Pace ist trotzdem außerirdisch, ich lege mich mal schlafen und träume davon. Du hast über drei Wettkämpfe ein sehr hohes Niveau abgeliefert -trotz Verletzung-, jetzt Füße hoch bis zum Beginn der Marathonvorbereitung!

  3. @Jens: das läßt sich sicher im Sommer einrichten – paßt ja auch für die Marathonvorbereitung perfekt rein. Würde mich freuen, ich denke mal über einen passenden Termin nach!
    @Henrik: Regeneration ist schon in vollem Gange! Ich gebe dir Zeit, meinen km-Vorsprung aufzuholen 🙂

  4. Andreas 5 Jahren vor

    Das hat doch super gepasst mit dem Umweg und der anschließenden „Abkürzung“ am Ende auf die exakte Wettkampfdistanz zu kommen! Wäre bei der tollen Zeit sonst ärgerlich gewesen. Also nochmals Gratulation! Nächstes Jahr sehen wir uns dort wieder, oder?

  5. @Andreas: der Lauf ist auf jeden Fall eingeplant in 2013. Dann greifen wir das Podium an!

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