Zu zweit läuft's besser.

Auf zum Firmenlauf!

Auf zum Firmenlauf!
19. Juni 2012 Henrik

In der Laufhistorie steht an 2. Stelle der Berliner Firmenlauf am 25.08.2006. 26:01 min habe ich über eine dunkle und verregnete Strecke durch den Tiergarten gebraucht und war danach sehr stolz auf das Ergebnis. Das war der Einstieg in ein regelmäßigeres Lauftraining. Marek war zu diesem Zeitpunkt nicht so richtig zu motivieren und belächelte mich damals noch. Eine andere Zahl klingt fast unglaublich. 68.586 Läuferinnen und Läufer waren am vergangenen Donnerstag bei der J.P. Morgan Corporate Challenge in Frankfurt am Start. Dieser „Firmenlauf“ ist damit mal eben die größte Laufveranstaltung auf dem Erdball. Beim Berliner Firmenlauf am 01.06.2012 -also gute 6 Jahre nach meinem Initialzündungserfolgserlebnis- starteten mehr als 8.000 Teilnehmer. Mit dem B2RUN hat sich inzwischen eine ganze Firmenlaufserie etabliert. Allein beim Münchner Ableger waren im Jahr 2011 mehr als 30.000 Teilnehmer dabei und schoben sich auf der rund 6 Km langen Strecke durch den Olympiapark. Die Veranstaltung ist Monate vorher ausverkauft. Warum boomen Firmenläufe, während die großen Laufveranstaltungen tendenziell rückläufige Teilnehmerzahlen melden? Die Motivation für einen Firmenlauf liegt auf der Hand:

  • Die Teilnahme ist für den Mitarbeiter i.d.R. umsonst, da der Arbeitgeber die Startgebühren übernimmt
  • Ein Laufshirt gibt es im Startpaket meist mit dazu, schließlich möchte man nach außen corporate identity ausstrahlen
  • Das gemeinsame Starten fördert das Teaming – wenn man zusammen laufen kann, dann geht auch das Zusammenarbeiten, oder?
  • Die Ergebnisliste fördert gnadenlos zutage, wer der/die Schnellste und Langsamste in der Firma war, also im nächsten Jahr schneller?
  • Mit Arbeitskollegen ungezwungen Zeit außerhalb der Firma verbringen, welche bessere Gelegenheit gibt es dafür?
  • Die Streckenlänge ist mit 5-6 Kilometern relativ kurz, diese Distanz schafft jeder in einer würdigen Zeit
  • Ein erfolgreiches Finish war für so manchen Hobbyläufer der Einstieg in ein regelmäßiges Lauftraining

Eigentlich also ein Pflichtprogramm für jeden angestellten Läufer. Kann man doch die Kollegenschar über die kurze Strecke locker in die Tasche stecken. Trotzdem nehmen wir an Firmenlaufveranstaltungen nicht (mehr) teil. Das kommerzielle Interesse an Firmenläufen ist unbestreitbar gewachsen. Auf die Firmenanmelder ist Verlass und das Kleinklein bei der Anmeldung entfällt, wenn Konzerne mal eben eine vierstellige Zahl von Mitarbeitern anmelden. In Frankfurt werden inzwischen 22 EUR fällig, wohlgemerkt pro Teilnehmer. Die Läufe sind inzwischen dermaßen überfüllt, dass es eigentlich Firmenhindernislauf heißen müsste. In Frankfurt haben meine Teamkollegen und ich vor drei Jahren sagenhafte 45 Minuten gebraucht, um zur Startlinie vorzudringen. Auf eine Zeitnahme verzichtet man dort übrigens vollständig. Ja natürlich, es geht ja bei Firmenläufen erst in zweiter Linie um Sport. Im Vordergrund steht der Teamgeist, der Zusammenhalt, der Gesundheitsgedanke. Das ist auch völlig in Ordnung so. Aber damit ist das ganze für ambitioniertere Läufer nicht mehr interessant. Insofern haben wir eine gewisse Entwicklungskurve beschritten. Und so können sicher viele Läufer Geschichten erzählen, die mit „Es war einmal ein unsportlicher Mitarbeiter, der sich zur Teilnahme an einem Firmenlauf überreden ließ…“ beginnen.

Wie haltet ihr es? Nehmt ihr regelmäßig und wenn ja, an welchen Firmenläufen teil und unterstützt euren Arbeitgeber? Welcher ist der schönste Firmenlauf Deutschlands?

3 Kommentare

  1. Ich denke, die Gründe für den „Boom“ hast du gut zusammengefaßt. Es ist doch auch egal, warum die Leute laufen, und wenn es eben der Druck der Kollegen ist – warum nicht? Dass man bei solchen Riesenevents eben nicht alleine unterwegs ist, weiß man ja vorher. In Berlin ist aber auch dann eine gute Zeit machbar, wenn man am Start weit vorne steht. Wir werden dieses Jahr im September übrigens den B2Run in Berlin laufen. Für die „Schnellen“ gibt es ein Durchstarter-Package, mit dem man in den vorderen Startblock kommt. Kostet natürlich extra…und für die „Ambitionierten“ gibts ja dann auch genug andere Läufe auf diesem Planeten. Dafür drängelt man sich auch mal mit den Kollegen durchs Getümmel.

  2. Katrin 5 Jahren vor

    Ein passender Artikel, wo doch gerade vergangene Woche der JP Morgan-Lauf in Frankfurt war. Als in der Firma „bekannte“ Läuferin „musste“ ich mehr oder weniger laufen, und hab dann auch die interne Orga und Anmeldung abgewickelt. Der Lauf hat nix mit Laufen zu tun. Trotzdem hat es mich sehr gefreut, am nächsten Tag von einigen Kollegen zu hören (die sonst so gut wie nie laufen), wie viele Spaß ihnen der Lauf gemacht hat. Dann hat es sich doch schon irgendwie gelohnt, oder?

  3. Tobias 5 Jahren vor

    Bei mir selber steht heute ein Firmenlauf an und ich kann meine Laufgeschichte echt mit dem von dir geschilderten „Es war einmal ein unsportlicher Mitarbeiter, der sich zur Teilnahme an einem Firmenlauf überreden ließ…“ beginnen. Ist jetzt erst 2 Jahre her. Darum mach ich den auch, er hat eine gewisse Tradition und ohne ihn wäre ich immernoch der unsportliche Mitarbeiter, der sich nicht überreden ließ 😉

    Ach ja, bevor ichs vergesse: Ich starte in München beim B2Run und bin die letzten beiden male immer so 5-10 Minuten nach dem Start zum laufen gekommen, man braucht nur gute Argumente 😉

    Sportliche Grüße
    euer Tobias

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