Zu zweit läuft's besser.

Business as Usual oder Business to Run?

Business as Usual oder Business to Run?
6. September 2012 Marek

Das Finale der Deutschen Firmenlaufmeisterschaft, kurz „B2Run„, fand gestern Abend in Berlin statt. Das Event scheint sich mittlerweile in den Unternehmen fest etabliert zu haben und findet über das Jahr verteilt in deutschen Großstädten statt. Nach den ersten Erfahrungen beim Berliner Firmenlauf hatten wir uns entschlossen, auch diesmal ein Team zusammenzustellen. Von 9 registrierten Mitarbeitern waren immerhin 7 am Start, bei den beiden Fehlenden kamen leider wichtige Termine dazwischen (sie wären auch wirklich gelaufen und haben sich nicht gedrückt!). Trotzdem war ich über soviel läuferisches Engagement in der Firma überrascht. Gut, andere konnten mit einigen Mitarbeitern mehr aufwarten (Edeka soll über 1000! am Start gehabt haben), aber das spielte für uns weniger eine Rolle. Außer, dass man sich im Start-Zielbereich kaum vor gelben Shirts retten konnte. Man könnte meinen, dass die Teilnahme für manche vertraglich geregelt sein muss. Aber das ist eben ein Firmenlauf. Henrik hatte ja vor Kurzem über das Erfolgsrezept von Firmenläufen spekuliert. Auch die Start-Prozedur ähnelt immer dem gleichen Muster: mindestens 20min vor dem Start muss man im Block parat stehen, sonst gibt es keine Chance, rechtzeitig vor der Masse loszukommen. Die Drängelei der „Schnellen“ empfinde ich schon zu diesem Zeitpunkt als nervig. Kontrolle der Blöcke? Fehlanzeige. Wer gut drängelt, steht eben vorn. Wenn schon nicht im Ziel, dann wenigstens am Start. Joey Kelly stürmt an mir vorbei, Ingalena Heuck reiht sich auch mit ein. Den „jetzt alle mal yeahhh“ Motivatoren höre ich schon nicht mehr zu. Ich stehe mit Markus direkt unter den olympischen Ringen und versuche mein Bestes, um beim Start nicht auf die Nase zu fliegen. Das glückt leider nicht allen. Zwei Stürze gibt es quasi neben mir, es ist aber auch sehr eng. Dann endlich ist Laufen angesagt. Man könnte meinen, dass viele die Strecke mit einem 200m-Sprint verwechseln, so was von geht die Post ab. Ich laufe außen mit, aber noch etwas zurückhaltend. Einmal quer durch den Olympiapark ist jetzt nicht das Läufer-Highlight. Viele Kurven, Bordsteine und Rasenpassagen (sogar über das Maifeld) sind dabei. Ich mache mich langsam ans „Einsammeln“. Platz gibt es jetzt ordentlich, zweimal sieht sich das Läuferfeld. Bei km4 ist auch die erste Frau eingeholt, das Ziel naht. Nochmal um eine Spitzkehre herum geht es dann plötzlich schon in den langen Stadion-Tunnel hinein. Ich realisiere zu spät, dass das Ding hier gleich zu Ende ist und setze erst auf der Bahn zum Schlußspurt an. Mein erster Eindruck, dass das keine 6km waren, bestätigt sich schnell beim Blick auf die Uhr. Die offizielle Bestätigung kommt vom Veranstalter um kurz vor Mitternacht. Wegen einer Baustelle mußte die Strecke „auf 5,78km“ verkürzt werden. Die Zeiten waren für 6km auch viel zu gut. Ich hole mir das Erdinger ab und schon flitzt Matthias durchs Ziel. Er läuft am Ende knapp über 20min – sein Talent ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Gemerkt! In der Teamwertung belegen wir am Ende einen starken 21. Platz von ca. 1800 Teams. Das war jenseits meiner kühnsten Erwartungen. Klasse gekämpft Jungs! Im nächsten Jahr wieder? Na klar, ist ja Firmenlauf.

2 Kommentare

  1. Henrik 5 Jahren vor

    Da habt ihr eine schönes Team zusammenbekommen und dann auch noch eine TOP-Leistung abgeliefert, trotz aller Widrigkeiten, die diese Veranstaltung mitbringt. Well done! Und deine Zeit ist aller Ehren wert. Die würde manche gerne auf 5 Km freier Strecke laufen!

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