Zu zweit läuft's besser.

Ist das jetzt schon Trail?

Ist das jetzt schon Trail?
18. September 2014 Marek

20140914_110237Versprochen ist versprochen und das wird nicht gebrochen! Die 2. Auflage des Trailrun Berlin wollte ich mir nicht entgehen lassen und so stand ich am Sonntag um Punkt 12 mit ca. 320 anderen Verrückten an der Startlinie am Fuße des Berliner Müggelturms. Am Morgen sah es noch nach einer Schlammschlacht aus, aber die Sonne zeigte sich gnädig und ließ spätsommerliche Temperaturen aufkommen. Die Woche war ereignisreich, ich war erst Samstag Abend aus Riga zurückgekommen, wo ich wir vor 2 Jahren eine schöne Runde im Skatepark drehen konnte. Mehr „Training“ war partout nicht drin. Aber ich wollte trotzdem auf Angriff laufen. Bekannte Gesichter vor dem Start (Anna, Uwe, Heiko) verliehen dem Ganzen eine lockere Atmosphäre. Dann ging es auch schon ab. Der erste Kilometer ähnelt dem Köpenicker Altstadtlauf und kennt nur eine Richtung: nach oben. 20140912_184622Nach 500m begrub ich meine Hoffnungen auf einen vorderen Platz: eine Gruppe von 6-7 Jungs wetzte los, als wäre der Zielstrich schon in Sichtweite. Der Trail herunter lief aber recht flüssig. Dann kam das erste Highlight: die Treppe in Richtung Turm. Treppen? Kenne ich! Also nix wie los. Nur, die Stufen waren ordentlich hoch, Erinnerungen an den legendären Olympiaturmlauf kamen auf. Ich konnte nicht durchziehen – ein erster Dämpfer. Völlig k.o. und mit wackligen Beinen ging es wieder hinab. Uwe zog locker an mir vorbei, während ich verzweifelt versuchte, meine Schnappatmung irgendwie zu beruhigen. Es gelang nur mäßig – da wartete der nächste Anstieg. Und es ging nichts mehr. Mit letzter Kraft schleppte ich mich nach oben, dabei war es nicht mal besonders steil. Eine schöne sandige Passage sorgte anschließend für Abwechslung, die man zu dem Zeitpunkt so gar nicht brauchen konnte. Den nächsten Anstieg kannte ich – leider. Und der zog sich wie Kaugummi. Jetzt verließen mich die Kräfte und ich legte erstmal eine gepflegte Gehpause ein. Dass es 20140914_125823hart werden würde, war vorher schon abzusehen. Aber so heftig hatte ich es dann doch nicht erwartet. Gut zu sehen, dass ich nicht der einzige Depp war, der zu schnell losgelaufen war. Die anderen Läufer atmeten ähnlich schwer. Der letzte Anstieg kam aber erst noch: hochlaufen? Keine Chance. Warum sich hier gleich einige Zuschauer postierten, leuchtete mir ein: soviele Läufer kriegt man sonst nicht so lange zu sehen. Nach unendlichen Minuten kam ich oben an und ging gemächlich wieder in den Laufmodus über. Die Strecke herunter war identisch 20140914_125649mit Runde 1. Und da war ja noch was am Ende: die Treppe! Für die Zuschauer muss es elendig ausgesehen haben, wie wir uns dort noch ein zweites Mal hochschleppten. Alle feuerten uns an – die Stimmung war toll, auch wenn das Gehirn nur noch auf Durchzug schaltete. 50m später lief ich ins Ziel. Mit der Zeit von 45:47 war ich nicht zufrieden, Platz 12 am Ende geht aber völlig in Ordnung. Ich werde mich nochmal alleine an dem Trail versuchen, da geht definitiv noch mehr. Trail? Ja – dieses Profil hat den Namen verdient. Vielleicht eher „Sprint-Trail“. Da haben selbst starke Strassenläufer wenig auszurichten. Sicherlich war Henriks Runde um den Königssee eine ganz andere Nummer. Und wenn man das Ganze ein wenig langsamer angeht, dann läßt sich die Natur auch viel besser genießen. Danke an die Sportmacher für den Freistart und ein starkes trailiges Event!

Ausrüstung:
Shorts: Skins A200
Socken: CEP Compression Socks
Singlet: Under Armour
Schuhe: Puma Faas 300 TR
Uhr: Polar RCX5

7 Kommentare

  1. Henrik 3 Jahren vor

    Selbstverständlich ist das Trail! Die Treppen machen das Event besonders reizvoll und werden gerne unterschätzt. Die Zeit ist TOP dafür, dass du das Pulver recht schnell verschossen hast. Well done!

    • Autor

      Hatte schon bessere, aber sicher auch schon schlechtere Tage. Für die aktuelle Schlagzahl paßt das schon.

  2. Andreas 3 Jahren vor

    Wäre auch gerne dabei gewesen, habe aber mein Marathontraining vorgezogen. Hört sich aber ganz wie erwartet an 😉 Ich hätte definitiv langsam gemacht, aber trotzdem ist das noch genügend Profil für einen Berliner Flachlandläufer.

    • Autor

      So ist es Andreas! Ein kleines Schockerlebnis für uns Flachland-Asphaltläufer! Dumm nur, dass der Schock schon einsetzt, wenn noch 9km zu laufen sind.

      • Din 3 Jahren vor

        Auch bei mir stand dieser Lauf auf dem Plan, aber „leider“ hatte es mich doch zum Saisonausklang in eine Triathlonstaffel verschlagen. Wenn sich die beiden Ereignisse im nächsten Jahr nicht wieder kreuzen, wäre ich auch sehr gern dabei. Sicher aber um einiges langsamer, damit der Schock nicht zu früh einsetzt.

        Super gekämpft und auch ein schönes Erlebnis. Beim nächsten Mal weißt du dann ja, worauf du dich einlässt.

  3. Brigitte 3 Jahren vor

    Henrik hat seit dem Achenseelauf Erfahrung mit Treppen auf dem Trail 🙂

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