Zu zweit läuft's besser.

Zeitsprungjetlag

Zeitsprungjetlag
31. Oktober 2014 Henrik

BZM-2014Ich dachte ja im letzten Jahr schon, die Länge des Zeittunnels wäre nicht mehr zu überbieten. Weit gefehlt. Auch beim Zeitsprung 3.0, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Rahmen des 3. Bestzeitmarathons stattfand, habe ich einen ordentlichen Jetlag produziert. Zeitsprung? Zeittunnel? OK, alles der Reihe nach.

Bereits im Januar tagte die „BZM Groundcrew“ -das Organisationskomitee bestehend aus Chief Balla, -timekiller- und mir- und legte sich fest: es wird einen dritten Bestzeitmarathon geben! Die zweite Auflage im letzten Jahr war ein voller Erfolg und den riesigen organisatorischen Aufwand hatten wir wohl über den Jahreswechsel verdrängt. Was dann folgte, hätten wir also eigentlich ahnen können. Viel Bürokratie und Vorbereitungsarbeit verbunden mit unserem Anspruch, den Bestzeitmarathon noch besser und professioneller zu machen. Bereits im tiefsten Winter liefen wir bei Minusgraden einsame Runden im Ostpark, um eine genehmigungsfähige Strecke zu finden. Ende Mai konnten wir die Anmeldung öffnen, die sich langsam aber stetig füllte. Eine Auflage war die Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 100 Läufer. Der Bestzeitmarathon sollte auch nicht explodieren, also konnten wir mit dieser Zahl leben. Sportarena-300x171Zur Geburtsstunde im Jahr 2012 hätte wohl niemand von uns geahnt, dass wir überhaupt mal einhundert Verrückte zu dieser Tageszeit in einen dunklen Park im Münchner Osten bewegen können. Und unsere Fans ließen uns nicht im Stich. Bereits zwei Wochen vor dem Event war der 3. Bestzeitmarathon quasi ausgebucht. Das BZM-Mobil an der Strecke des München Marathons wurde offensichlich von vielen Läufern wahrgenommen. So gesehen war weitere PR in Form eines Interviews beim Lokalsender münchen.TV eigentlich nicht mehr nötig.

500 EUR Weltrekordprämie wurden auch in diesem Jahr wieder ausgelobt. Doch die Strecke, die von einer Teilnehmerin im Nachhinein als „Luis-Trenker-Gedächtnisstrecke“ bezeichnet wurde, ließ keine Zeiten in Weltrekordnähe zu. Aber für uns vom Orgateam stand und steht nicht die sportliche Leistung der Teilnehmer im Vordergrund – nichtsdestotrotz zollen wir dieser höchsten Respekt. Die Teilnehmer sollen Spaß haben, an einer eher ungewöhnlichen Veranstaltung teilnehmen und die Idee des Zeittunnels weitertragen. Und es ist wieder gelungen. Der Bestzeitmarathon 2014 war ein Marathonfest. Wir haben viele stolzerfüllte Gesichter gesehen. So gab es Läufer, die ihren ersten (Halb-)marathon in der magischen Nacht gelaufen haben. Zwei Teilnehmer sind extra aus Frankreich angereist, um beim Bestzeitmarathon mitzulaufen. Da mussten wir als Groundcrew erstmal schlucken. Und alles daran setzen, die Erwartungen unserer Timejumper nicht zu enttäuschen. Erstmals hatten wir Rettungssanitäter vom ASB beauftragt. Wir hatten Dixi-WCs (mit Waschbecken!) am hell beleuchteten Theatron aufstellen lassen. Sogar eine Wertsachenabgabe haben unsere Helfer vom Verpflegungsstand spontan auf die Beine gestellt. Bereits am Freitag konnte sich jeder seine Startunterlagen im Run2 by Runners Point in München abholen und mit uns plaudern. Ein riesiger Zielbogen schmückte den Rundendurchlauf. Die Zeitnahme verfügte erstmals über vier statt zwei Lesegeräte. Die Aufzählung könnte noch sehr weit fortgesetzt werden. Es ist eine Abwägung, einerseits soll der Bestzeitmarathon eine familiäre Veranstaltung für Läufer bleiben, die das Ungewöhnliche mögen. Andererseits muss die Ausrüstung mit der steigenden Teilnehmerzahl Schritt halten. Das widerrum bringt höhere Kosten und damit eine höhere Startgebühr mit sich. Sollten wir ein 4. Zeitsprungexperiment wagen, werden wir uns die Entscheidung sicher wieder nicht leicht machen.

Der Jetlag, der noch bis zur Mitte der Woche reichte, war schnell vergessen. Irgendwie muss am Wochenende in der magischen Nacht etwas an der Uhr gedreht worden sein, so stark scheint der Zeittunnel gewesen zu sein.

Habt ihr etwas mitbekommen?

9 Kommentare

  1. Deichlaeufer 2 Jahren vor

    Sogar Teilnehmer aus Frankreich … Respekt! Und ich dachte schon, ich hätte die weiteste Anreise gehabt 😉

    Danke für die tolle Veranstaltung!

    LG aus dem hohen Norden
    Volker

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Hallo Volker, danke, dass du so eine weite Anreise auf dich genommen hast. Leider hatten wir kaum Zeit zu plaudern, ich hoffe sehr, dass wir das bei nächster Gelegenheit nachholen können. Toll, dass du dabei warst!

  2. Marek 2 Jahren vor

    Da habt ihr eine großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt, von der sich manch ein Laufveranstalter eine Scheibe abschneiden kann. Die Läufer, die dabeigewesen sind, werden es Euch die Mühen danken. Der Weltrekord wird dann aber 2015 fallen. Wurde denn der Herr Fitschen in einem der Wurmlöcher gesichtet?

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Leider hat Herr Fitschen wieder nicht den Mumm gehabt, den als „Mogelmarathon“ verunglimpften BZM zu besuchen. Wir warten! 😉

  3. Daniel 2 Jahren vor

    Auch wenn ich NIEMALS auf die Idee kommen würde beim BZM mitzulaufen finde ich die Idee und die Energie dahinter einfach genial.

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Daniel, sag NIEMALS nie ;). Wir hatten ja auch eine Menge Halbmarathonis, die zwar nicht in Genuss des Zeitsprungs kamen, aber trotzdem viel Spaß hatten.

  4. Andreas 2 Jahren vor

    Finde ich klasse, was ihr da auf die Beine stellt! Das erfordert wirklich eine Menge Zeit und Nerven. Ich habe aber das Gefühl, dass ihr von Jahr zu Jahr erfahrener und professioneller werdet…

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Wir arbeiten hart dran, Andreas. Läufst du mit im nächsten Jahr?

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