Zu zweit läuft's besser.

Gebührend zum Wettkampf

Gebührend zum Wettkampf
11. Mai 2011 Henrik

Läufer unterscheidet von Joggern nun einmal, dass sie auch an Wettkämpfen teilnehmen. Die Motivation dahinter mag unterschiedlich sein. Besonders Männer sollen ja den Vergleich mit anderen für ihr Ego brauchen, andere schreiben den Wettkampftag in den Kalender, um auf dieses Ziel hin zu trainieren und die Motivation hochzuhalten. Zahlen müssen alle Teilnehmer das gleiche: die Startgebühr. Heiko von laufe-marathon.de hat in seinem Aufruf zur Blogparade die Community gebeten, zur Entwicklung der Startgebühren Stellung zu nehmen. Die Startgebühr ist nicht umsonst eine „Gebühr“ – für diese gibt es definierte Leistungen: Zeitnahme, vermessene Streckenführung, Startnummer, Chip, Shirt, Verpflegung, Pokal für die Sieger. Um es vorwegzunehmen: für die meisten Veranstaltungen halte ich die Gebühren für angemessen. Da für den Teilnehmer keine Transparenz herrscht, wie hoch die Kosten für die Organisation eines Laufs sind, ist „angemessen“ natürlich sehr relativ. Es wird jedem einleuchten, dass eine Veranstaltung für 20.000 Läufer nicht mit 5 EUR pro Teilnehmer bezahlbar ist. Auch deshalb geht ja die Tendenz weg von den City-Marathons hin zu den kleineren und famililiäreren Events über kürzere Distanzen. Der Vergleich von Startgebühren ist auch schwierig, weil meistens Anmeldeperioden gelten.

Es ist wie beim Flugticket: je später, desto teurer. Gerade große Läufe wollen also etwas länger im Voraus geplant sein. Spontan mitmachen und nachmelden geht gut bei den Volksläufen. Beim Dachauer Frühjahrslauf beträgt die Gebühr inkl. Nachmelden 10 EUR. Das halte ich für angemessen für einen Zehner mit weniger als 500 Teilnehmern. Für einen attraktiven Halbmarathon würde ich bis 35 EUR ausgeben. Für den Berlin-Marathon im September haben wir 60 EUR berappt, allerdings war das noch die Anmeldephase für die ersten 10.000. Dieses Event läuft halt außer Konkurrenz. Was ich nicht brauche, ist das dritte orange Sportscheck-Funktionsshirt mit mind. 30 Partneraufklebern. Schade, dass man das nicht abwählen kann und mitbezahlen muss. Und 29 EUR für einen 10 Km-Lauf? Nö. Die Finanzierung des Startgelds für die Kenianer/Äthiopier aus den Startgebühren halte ich für grenzwertig, spielen die Läufer für uns Normalsterbliche im Wettkampf keine Rolle. Ich habe für mich beschlossen, auch mal bei einer größeren Veranstaltung zu unterstützen und Wasser einzugießen. Zum einen ist diese Perspektive für mich noch neu, zum anderen tragen die unzähligen ehrenamtlichen Helfer wesentlich dazu bei, die Startgebühr nicht weiter in die Höhe zu treiben. Schließlich wollen wir Läufer bleiben und nicht als Jogger enden.

11 Kommentare

  1. Sven 6 Jahren vor

    Nun ja, ich glaube nicht das man zwischen Läufer und Jogger nur wegen Wettkampfteilnahme unterscheiden kann. Ein Jogger ist ein langsamer Läufer, eigentlich eine negativer Ausdruck in der englischen Sprache, wie ich letztens erfahren musste. Aber ohne Volksläufe fehlt einfach was, nicht nur die Motivation.
    Als ehrenamtlicher Helfer werde ich sicher auch mal mitmachen, ich meine, diese Menschen tragen ja dazu bei, dass wir überhaupt Volksläufe laufen können.

  2. Ralf 6 Jahren vor

    Als Helfer habe ich mich jettz auch für einen Triathlon gemeldet, um auch einfach mal was zurückzugeben und die Seite kennen zu lernen.
    Ich melde mich eigentlich immer in der zeitigsten Phase an.

  3. Marek 6 Jahren vor

    Manche Startgebühren sind definitiv zu hoch, wobei ich jetzt nicht den Eindruck habe, dass die Veranstalter hier in den letzten Jahren massiv erhöht haben. Für die kleineren Volksläufe legt man i.d.R. nicht mehr als 10,- hin und das geht für mich noch i.O. Bei den größeren Events ist natürlich der Aufwand auch wesentlich höher. Aber ich finde, die Streckenlänge sollte schon in Relation zu der Startgebühr stehen, für den Marathon denke ich sind die 60,- noch erträglich. Es gibt aber auch andere Beispiele: in 2 Wochen findet quasi „um die Ecke“ ein Lauf für Japan (http://www.hwrun.de) statt, bei dem die Teilnahme – hört hört – kostenlos ist. Finde ich toll, wenn sich jemand dort so engagiert für uns Jogger äh Läufer!

  4. Andreas 6 Jahren vor

    Die 60 Euro für den Marathon finde ich auch gerade noch so ok, ist schließlich auch perfekt organisiert der Lauf. Und den Gedanken, mal etwas zurückzugeben und als Helfer an der Strecke zu stehen hatte ich auch schon (und wieder im Alltag vergessen…). Mal sehen, vielleicht mache ich im nächsten Jahr mal Marathon-Pause und stelle mich als Helfer hin…

  5. Din 6 Jahren vor

    Ehrenamtilicher Helfer sollte eigentlich jeder mal sein, da nehme ich mich nicht aus und werde direkt Ausschau halten. Sie sind auch nicht nur als Wasserreicher da, sondern motivieren in der Not der Stunde und feiern mit uns, wenn wir Läufer, Jogger, Wettkämpfer es ins Ziel geschafft haben, egal nach welcher Distanz. Denn schon Dustin Hoffman hast sich in den 70ern als Marathon Mann bezeichnet, ohne je einen gelaufen zu sein.

  6. Autor
    Henrik 6 Jahren vor

    @Din: Schöner Spruch vom Hoffmann :).

    Das ist ein interessantes Thema, was ich da „nebenbei“ aufgeworfen habe. Vielleicht sollte Heiko von laufe-marathon.de eine eigene Blogparade dafür starten. Da kann jeder über seine Erlebnisse als Wasserträger berichten.

  7. Hallo Henrik,

    den Staffelstab gebe ich gern zurück. Ihr könnt doch mal eine Blogparade dazu starten, wäre sicherlich auch sehr interessant mal als Helfer ein Lauf zu betrachten und davon auch zu berichten.

  8. Reiner Mehlhorn 6 Jahren vor

    Einen Wettkampf mal von der „anderen“ Seite zu erleben und sich in die Organiation einzubinden hat was reizvolles. Bei mir war’s zum Einen Neugierde und zum Anderen wollte ich auch mal was zurückgeben. Ich bin ich im Org-Team vom Dresden Marathon und beim Schloss-Triathlon-Moritzburg bin ich der Verpflegungschef. Man ahnt garnicht welchen (Zeit)umfang die Organisation einer Sportveranstaltung annimmt. Am Ende ist es aber wie bei nem Marathon oder Ironman, wenn alle das Ziel erreicht haben, sind die strahlenden Gesichter der Teilnehmer der beste Lohn. Ich kann euch nur ermuntern als Helfer dabei zu sein,ihr werdet ganz neue Einbicke gewinnen 😉

  9. Thommy 6 Jahren vor

    …ich finde es gibt schon krasse unterschiede beim „Preis-Leistungs-Verhältnis“. Gerade beim Forstenrieder Lauf hatte ich das Gefühl, hier mit „versteckten“ Kosten abgezockt zu werden. Eine Nachmeldegebühr von 5,- EUR ist völlig überzogen!! Nachmelder wird es aus den verschiedensten Gründen IMMER geben, die kann man nicht durch solche Gebühren „bestrafen“ und auch im Leben nicht bekehren (außer man erstattet die vorausbezahlte Gebühr oder wenigstens einen Teil davon bei Nichtteilnahme zurück, dann werden sich sicher auch die notorischen Nachmelder rechtzeitig anmelden). Dazu kam eine Gebühr für den Chip von 5,- EUR die man aber nicht zurück bekam, wenn man den Chip zurück gibt. Also warum nicht gleich eine Startgebühr in Höhe von 20,- EUR?? Klar, das sieht nicht so günstig aus… Für mich ganz deutlich ein „Preisschwindel“, der mich davon abgehalten hat, mich überhaupt anzumelden. Mein Motto: „Leben und leben lassen!!“

  10. Autor
    Henrik 6 Jahren vor

    Passend zur Diskussion: der SCC Berlin hat die Anmeldung zum Berliner Halbmarathon im April 2012 geöffnet.

    http://www.berliner-halbmarathon.de/news-und-media/news/2011/05/05/die-anmeldung-zum-vattenfall-berliner-halbmarathon-2012-startet-am-17-mai.html

    Die Startgebühren sind jetzt gestaffelt nach Teilnehmern:

    1 bis 5.000: 30 Euro
    5.001 bis 15.000: 35 Euro
    15.001 bis 25.000: 40 Euro
    25.001 bis 27.500: 45 Euro

    Die Tendenz bei den Cityevents geht also eindeutig nach oben. Aber wer meldet sich ein Jahr im Voraus für so ein Event an?

  11. Andreas 6 Jahren vor

    @Henrik
    Hat mich sehr geärgert, diese neue Anmeldestaffelung (Geldbeschaffungsmaßnahme) des SCC, so dass ich gleich einen Artikel darüber schreiben musste. Mich ein Jahr vorher anzumelden habe ich wirklich keine Lust. Der SCC wird im nächsten Jahr wahrscheinlich auf mich verzichten müssen…

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