Zu zweit läuft's besser.

Nummer 63

Nummer 63
16. Mai 2011 Marek

Wenn ich am Samstag Abend um 19Uhr am Start im Grünauer Forst stehen werde und auf den Startschuss zum 10k-Lauf warte, dann wird die Aufregung wahrscheinlich ähnlich groß sein, wie am 31.12.2006. An diesem besagten Silvestertag bin ich meinen ersten Wettkampf gelaufen. 6,3km über Teufels- und Drachenfliegerberg haben mir damals alles abverlangt, konnte ich doch die Länge und den Schwierigkeitsgrad der Strecke kaum einschätzen. Trotz der Erschöpfung war es ein umheimliches Glücksgefühl, das Ziel erreicht zu haben. Gleich am Neujahrstag ging die Anmeldung zum Berliner Halbmarathon raus – ich sollte erst im Februar das erste Mal eine Strecke über 15km absolvieren und folgerichtig ging die Premiere im April dann auch gründlich daneben. Aber solche Erfahrungen sind sehr wertvoll, schließlich kann man aus den Fehlern lernen. Dass es auch besser funktionieren kann, konnte ich 2007 mehrfach untermauern und lief beim 1. Müggelsee-HM im Oktober den ersten und einzigen negativen Split in einem Halbmarathon (unglaublich, aber wahr). Anfang des Jahres gab es eine sehr kontroverse Diskussion in vielen Laufblogs, ob man denn an Wettkämpfen teilnehmen sollte oder nicht. Natürlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen. Wir nehmen gerne an Wettkämpfen teil, weil allein schon das gezielte Training auf einen konkreten Lauf sehr motivierend sein kann. Sich selbst zu verbessern, nach vorne zu kommen – das allein ist Ansporn genug, um alles zu geben und manchmal auch das Letzte aus sich herauszuholen. „Qualität kommt von Quälen“ hat mal ein berühmter Laufkollege treffend formuliert. Am Limit zu laufen hat mit Sicherheit auch etwas mit Grenzerfahrung zu tun. Wie oft geben wir im alltäglichen Leben schnell auf? Kann man sich dadurch selbst und seine Mitmenschen besser einschätzen und kennenlernen? Sicher kann man diese Erfahrungen auch allein machen, bei einem langen Lauf oder einem tollen Trail. Nur ist es nicht etwas Anderes, wenn viele wildfremde Menschen in diesem Augenblick genauso kämpfen, sich durchbeißen und etwas für sich erreichen wollen? Ich finde, das sollte man respektieren. Gewinnen werden wir sicher nie einen Lauf. Aber das geht ja 99,99% der Läufer genauso und es spielt auch keine Rolle. Und wann lauft Ihr Euren nächsten Wettkampf?

5 Kommentare

  1. Henrik 6 Jahren vor

    Am Sonntag, Bruder ;). Ich werde auch wieder furchtbar aufgeregt sein und mich fragen, warum ich DAFÜR 800 km durch’s Land fahre. Aber da ist auch diese Gewissheit, dass man im Ziel belohnt wird für die Schinderei. Dass das vielleicht die Grenze des Machbaren war, dass es beim nächsten Mal nicht mehr härter werden kann. Und dass man das nie wieder tun wird. Okay, letztes hält nur eine Minute an ;). Challenge on!

  2. Pierle 6 Jahren vor

    „und folgerichtig ging die Premiere im April dann auch gründlich daneben.“ Naja – den ersten Halbmarathon direkt unter 2Std. zu laufen, würde ich nicht als „daneben“ bezeichnen 😉

    LG Carsten

  3. Evchen 6 Jahren vor

    @Carsten: Nicht? O.o.

  4. Andreas 6 Jahren vor

    Besonders die letzten Zeilen kann ich nur unterstreichen! Und wenn ich nichts Spontanes mache, ist mein nächster Wettkampf erst der Halbmarathon in Tegel, wenige Wochen vor dem Berlin-Marathon (bei dem ich zufriedene Twins im Ziel treffen werde!)

  5. Marek 6 Jahren vor

    @Henrik: du wirst HRO rocken, da bin ich mir sicher.
    @Carsten: doch da ging so ziemlich alles schief. Nach 15km war ich platt.
    @Eva: wieso ist Miss Monster bei uns eigentlich noch nicht verlinkt?
    @Andreas: ist ja richtiggehend eine Sommerpause, die du da wettkampftechnisch einlegst. Und das mit den zufriedenen Twins werden wir ja sehen 🙂 Aber bestimmt!

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