Zu zweit läuft's besser.

Kurz, aber gut: Innsbruck Alpine Trailrun Festival

Kurz, aber gut: Innsbruck Alpine Trailrun Festival
6. Mai 2019 Henrik

Eine Woche vor der Transvulcania sollte es nur ein kurzer Ausflug zum Innsbruck Alpine Trailrun Festival -kurz IATF- werden. Der hat uns im Team Forstenrieder Park aber beeindruckt. Alles ziemlich riesig in Innsbruck: Teilnehmerzahl, Organisation, Stimmung. Nur das vorhergesagte Wetter nicht. Pünktlich zum Rennwochenende meldete sich der Winter zurück. Wir hatten „nur“ den K25 gebucht, etwas untertrieben als „Trailhalbmarathon“ in der Ausschreibung bezeichnet. Wenn ich gewusst hätte, dass es um 8:00 Uhr losgeht, ich hätte wohl nochmal überlegt. Um 4:00 Uhr am Samstagmorgen klingelte der Wecker in München. Aber das Event entschädigte für das fürchterlich frühe Aufstehen.

Der Checkin mit Kontrolle der Pflichtausrüstung verlief reibungslos und ohne Wartezeit. Sogar das Parken in der Innenstadt unweit des Start-/Zielbereichs war kostenlos. Das Racebriefing erfolgte über eine Großbildleinwand. Und schon wurde runtergezählt. Wie von der Tarantel gestochen wetzte die Meute los. Der Doc und der Triathlet waren schnell außer Sichtweite, obwohl ich die ersten beiden flachen Kilometer am Inn nicht gerade entlangspazierte. Hier war schon zu merken, dass die Einheimischen genau wussten, was sie taten. Der erste Anstieg mit etwa 400 Höhenmetern entzerrte das Feld sehr schnell. Gefühlt alle liefen fröhlich den Berg rauf. Ich zog gleich mal die Regenjacke aus, ärgerte mich, dass ich so dick eingepackt gestartet war und freute mich über eine kurze Gehpause.

Nach dem ersten Aufstieg geht es recht wellig auf einem Mix aus Forstwegen, Straßen und Singletrails oberhalb von Innsbruck Richtung Westen. Sogar über einen Bahnsteig (Kranebitten) führte die gut markierte Strecke. Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Singletrails eher sparsam vertreten waren. Der K25 ist ein sehr flottes und jederzeit laufbares Rennen. Wenn man sich nicht gleich auf dem ersten Anstieg abschießt (wer macht denn sowas?), kann man es gut rollen lassen, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt in akute Sauerstoffarmut zu kommen. Unter dem Strich also eher ein Profil für schnelle Straßenläufer. Da die Strecke größtenteils trocken war, wären nicht mal Trailschuhe unbedingt nötig gewesen. Vielleicht ein bisserl arg viel Beton, selbst für meinen Geschmack. Aber über den lässt sich bekanntlich streiten.

Meine Erwartung war, dass ich die beiden Teamkollegen erst wieder im Ziel am Campingplatz Natterer See sehen würde. Aber schon nach 14 Km nach der Querung des Inns lief ich auf den Doc auf, der aufgrund von Magenproblemen langsamer machte. Dann geht es auf der Straße durch Völs weiter und nochmal nach oben zum See. Auch hier weniger die einsamen Trails, dafür lange Forstwege mit angenehmer Steigung. Ich überholte immerhin noch Salomon-Läuferin Anita Eckerstorfer, die aber auf dem K65 unterwegs war und ultra-starke Gesamtzweite wurde. Auf dem letzten Trail zwischen Km 21 und 23 war ich dann wieder mal im läuferischen Niemandsland unterwegs und da sehr lange keine Markierung kam, war ich mir schon sicher, falsch gelaufen zu sein. Nach einer Pause rauschte dann aber Susi Lell heran – „ich habe den Track auf der Uhr“. Hatte ich auch. Man muss ihn halt auch einschalten.

Wenn ich mir das Streckenprofil genau angesehen hätte, dann hätte mich der 25 Höhenmeter Schlussanstieg zum See auch nicht überrascht. Im Ziel wartete schon seit 8 Minuten der Triathlet, der Doc folgte wenige Minuten später. Ein Bierchen gab es für die Kurzstreckler leider nicht, aber eine Coke tat auch ihren Dienst. Wir plauderten noch eine ganze Weile mit Finishern des K25 und Startern des K42 in sehr entspannter Atmosphäre, bevor wir uns in den Shuttlebus hievten, der uns zum Start-/Zielbereich in die City brachte. Inzwischen war die Sonne rausgekommen und die Bierbänke gut besetzt. Wir waren uns einig: das IATF ist ein großartiges Event. „Alpine“ sollte man auf den Strecken bis Marathon nicht ganz so streng sehen. Das Gesamtpaket ist sehr stimmig. Wir kommen sicher im nächsten Jahr wieder. Dann vielleicht ohne Transvulcania später und auf einer längeren -alpinen- Distanz.

2 Kommentare

  1. Martin 4 Monaten vor

    Das sieht ja fast so aus, als wäre unser Bilstein Ultra noch alpiner gewesen.

    Okay, dafür fahre ich dann mal nicht bis nach Innsbruck. Dennoch danke für deinen Bericht und Gratulation zum Finish. 😉

  2. Marek 4 Monaten vor

    Hört sich ja fast nach Rennsteig-Terrain an. Habt ihr lässig mitgenommen das Ding, ohne großes TamTam. Die große Aufgabe steht ja erst noch bevor, gut, dass ihr euch da nur warmgelaufen habt. Ich denke auch, LaPalma wird einiges mehr zu bieten haben, in jeder Hinsicht 🙂 In diesem Sinne!

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