Zu zweit läuft's besser.

Was sollte eine Laufuhr können?

Was sollte eine Laufuhr können?
8. November 2011 Marek

Heiko hat im Oktober eine Blogparade zu Laufuhren angestoßen. Ein spannendes und auch oft sehr kontrovers diskutiertes Thema, zu dem auch wir gerne beitragen möchten. Für ein halbwegs professionelles Training ist die Unterstützung der Technik heutzutage fast unerläßlich. Die Entwicklung der letzten Jahre war schon rasant, mittlerweile besitzt fast jeder Läufer eins dieser technischen Spielzeuge. Angefangen hat es bei uns mit dem Nike+ Sensor, der mit dem IPod der 1. Generation gekoppelt werden konnte. Mit dem Ding bin ich fast 3 Jahre gelaufen. Die Technik mit dem sehr einfachen Schrittzähler war aber sehr ungenau. Seit 2009 haben wir beide einen Garmin Forerunner 405. Dieser unterstützt wie viele andere Pendants in diesem Bereich GPS und hat einen ordentlichen Empfänger drin. Da wären wir also schon beim ersten Punkt: GPS ist schon quasi Pflicht, damit man später die Strecke auch auf der Karte nachvollziehen kann. Zu den wesentlichen Funktionen einer Laufuhr gehören für mich noch verschiedene Trainingsarten, z.B. ein programmierbares Intervalltraining, bei dem ich die Intervalle und Trabpausen konfigurieren kann. Auch ein Auto-Lapping (Anzeige der Zeit der letzten Runde) und Auto-Pause (Stop der Zeit, wenn man stehenbleibt – gerade für viele Ampeln in der Stadt sinnvoll) gehören für mich einfach zur Grundausstattung dazu. Ebenfalls wichtig ist eine gute Tracking-Software, mit der man im Portal die Workouts auswerten kann. Auch hierfür bieten die Hersteller oft etwas mehr oder weniger Brauchbares an (Nike: Nike+ Portal, Garmin: Garmin Connect, Polar: Personal Trainer). Hier besteht meiner Meinung nach erheblicher Verbesserungsbedarf, gerade was die Übertragung des Workouts sowie die Interoperabilität zwischen den einzelnen Formaten betrifft. Da kocht eben jeder seine eigene Suppe. Hier fehlt mir bei Garmin z.B. eine vernünftige Linux-Unterstützung. Auch die Möglichkeit des API-Zugriffs ist spannend, da man damit auch die Trainings auf eigenen Seiten veröffentlichen kann (siehe z.B. die Garmin-Statistiken). Ihr seht – für uns steht die Software-Seite im Mittelpunkt der ganzen Spielerei. Mit Sicherheit spielt für viele auch die Herzfrequenzmessung eine große Rolle. Die meisten Uhren unterstützen auch dies (der FR hat einen separaten Brustgurt). Ich nutze das eher weniger, hängt aber auch davon ab, ob man viel nach Puls trainiert. Durchaus interessant ist auch das Alternativtraining: der FR kann auch zum Fahrradfahren benutzt werden, was sehr praktisch ist. Ich möchte meine Uhr weder im Training noch im Wettkampf missen, im letzteren ist sie quasi notwendig, wenn man die Zeit im Blick haben will. Im Training lohnt es sich, die Uhr auch gelegentlich mal zu vergessen und sich auf sich selbst oder die Natur zu konzentrieren. Was meint Ihr zu dem Thema? Rennt ihr den aktuellen Trends hinterher oder spielt die Technik eher eine sekundäre Rolle beim Laufen für Euch?

6 Kommentare

  1. Gerd 6 Jahren vor

    Als ausgewiesener Technikfreak kann eine Uhr für mich nie genug können. Das ganze muss aber auch funktionieren und genau sein.
    Dementsprechend habe ich mich von jeglicher Art App verabschiedet.
    Ein zweiter wichtiger Faktor ist das Handling der Uhr. Brustgurt und Uhr sollten ausreichen. Zusätzlich ein Fußpad oder einen sep. GPS-Empfänger finde ich eher lästig.
    Und der wichtigste Faktor ist, wie auch bei Euch, die Auswertungssoftware. Was nützen mir die schönsten Daten wenn ich sie nicht nutzen kann. Hier ist für mich, auch durch die vielen zusätzlichen Plugins, Sporttracks erste Wahl.
    Ich nutze zwar die ganzen Daten weniger zur Trainingssteuerung, dazu fehlt mir bekannterweise das Talent und der Ehrgeiz 😉 , aber für meine Statistiken bin ich über jede Art von Daten dankbar!

  2. Willy 6 Jahren vor

    „Für ein halbwegs professionelles Training ist die Unterstützung der Technik heutzutage fast unerläßlich“

    Das wage ich doch sehr zu bezweifeln.
    Wozu brauche ich die Herzfrequenz? Enrsthaft!
    GPS, ok, wenn man ständig neue Strecken läuft, vielleicht.
    Sonst reicht doch Google Maps oder sogar eine Landkarte.
    Früher(tm) gabs das alles auch nicht und wir sich auch fröhlich und gut gelaufen.
    Ich habe nur eine Stopuhr, das reicht mir.

  3. Henrik 6 Jahren vor

    Ich mag den Forerunner nicht missen, aber gelegentlich tut es auch mal ganz gut, die Technik zuhause zu lassen und einfach nur zu laufen. Das Training nach HF-Zonen wird meiner Erfahrung nach für unsere Zielgruppe überschätzt. Ich nutze zwar den Brustgurt, aber mehr, um meinen Maximalpuls zu beobachten und die Grenzen des Kreislaufs besser kennenzulernen. GPS ist für die Messung der Streckenlänge wichtig, auch auf bekannten Pfaden. Insgesamt müsste das Technik-Firlefanz nicht wirklich sein, so eine High-end GPS-Uhr ist tendenziell etwas für die Technikliebhaber und Statistikfreaks. Ich zähle mich da zu den ersten. Deshalb her mit dem 610er :).

  4. Heiko 6 Jahren vor

    Hallo,
    bei dem Thema gehen die Meinungen wirklich weit auseinander. Ich denke das für gezieltes Tempotraining eine Laufuhr hilfreich ist um einen maximalen Trainingserfolg zu erzielen. Für lockere Läufe ist eine Uhr nicht unbedingt notwendig. Zur Zeit teste ich etwas die Königsklasse von Polar und ehrlich, ich bin von den Möglichkeiten begeistert.

  5. Werner 6 Jahren vor

    Mal laufe ich mit meiner Polar, mal ohne. Strecken- /Zeit- und Pace-Kontrolle inkl. Zwischenwerte sind die Punkte, die ich dann verwende. Das Erstaunliche dabei ist, dass mein Laufgefühl mittlerweile ziemlich genau meine Pace wiedergibt.

    HF-Messung mache ich überhaupt nicht mehr. Da verlasse ich mich voll auf mein Gefühl. Überzeugt hat mich eine Studie, die mit Handwerkern durchgeführt wurde, deren gefühlte Arbeitsanstrengung exakt mit ihrer gemessenen HF übereinstimmte.

    Meinen nächsten Wettkampf werde ich übrigens mal ohne Laufuhr probieren. Stattdessen aber mit Kontrolle der Zwischenzeiten und simpler Stoppuhr-Funktion.

  6. Andreas 6 Jahren vor

    Ich nutze bei meinem Forerunner 305 GPS, Zeit, Tempo und (bei einzelnen Läufen, hauptsächlich Tempoeinheiten) die Herzfrequenz. Die Trainingsprogramme brauche ich nicht. Was mich am meisten stört, ist die erbärmliche Software (Training Center). Da ich auch kein Freund vom Datenhochladen auf Portale bin, war für mich als Mac-User rubiTrack die mit Abstand eleganteste Lösung. Mit der Kombination Forerunner/rubiTrack bin ich hochzufrieden.

    Einen Wettkampf ohne Uhr, also völlig nach Gefühl, zu laufen, fände ich mal interessant. Demnächst vielleicht…

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*