Zu zweit läuft's besser.

Einmal Business non-stop und zurück

Einmal Business non-stop und zurück
4. April 2013 Marek

Eiersuchen im SchneeDer Winter gibt sich noch nicht geschlagen und man merkt kaum, wie schnell die Zeit rennt und die Frühjahrshighlights näher und näher rücken. Marathon hin oder her (ob ich in Dresden beim OEM die volle Distanz laufe, weiß ich immer noch nicht), unser geplantes Abenteuer 100km Bike&Run in Neuzelle wollen wir natürlich nicht ganz unvorbereitet angehen. Der Respekt vor der Distanz ist groß. Zumal sich dabei noch ein anderer Faktor dazugesellt, der für uns läuferisches Neuland darstellt: den Großteil des Wettkampfes werden wir in der Dunkelheit absolvieren. Und das bei einer Streckenkenntnis von ziemlich exakt 0%. Wir werden folglich beide topfit sein müssen, damit wir uns ausreichend auf die „restlichen“ Unwegbarkeiten dieser Herausforderung konzentrieren können. Eine passende mentale Vorbereitung ist folglich auch notwendig. Nur wie?

Wir beide sind aktuell mehr als gut eingespannt in Job, Familie und allem, was neben dem Sport das Leben lebenswert macht. Henrik hat am Wochenende den (in Läuferkreisen mittlerweile sehr begehrten) Klassiker Starnberg30 auf dem Programm. Ich hatte mir mal wieder meinen Arbeitsweg auserkoren, um diesen wie schon öfters so effektiv wie möglich für das Training zu nutzen. Mit einem kleinen Unterschied zu den gewohnten Bedingungen: diesmal wartete kein Auto auf mich am S-Bahnhof, diesmal sollte es die volle Distanz werden mit einer Passage komplett im Dunkeln, diesmal wollte ich sehen, wie und ob ich sowohl physisch als auch mental diese Herausforderung meistern kann. In Zahlen ausgedrückt: Start um 6Uhr von der Haustür in den Weiten Brandenburgs und knapp 30km über Berlin-Treptow zum Ziel am Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Versorgung auf Minimal-Niveau, d.h. ein Gel hatte ich mir für den abendlichen Rückweg mitgenommen. Gegen 08:30 kam ich dann wie geplant auch problemlos im Büro an und mußte nur die letzten 5km etwas „ziehen“. Meine Taktik, am Morgen auf dem Brandenburg-BerlinHinweg nicht zu überziehen und möglichst lange im niedrigen Pulsbereich zu laufen, schien gut aufgegangen zu sein. Für die Energiezufuhr gab es mittags den obligatorischen Döner und ein paar Äpfel und Bananen.

Abends um Punkt 19Uhr machte ich mich dann wieder auf in Richtung Süden. Während morgens das Wetter noch recht schön war, wurde es abends wieder unangenehm kalt. Die warmen Handschuhe wären die bessere Wahl gewesen! Während ich noch im Hellen gestartet bin, dämmerte es langsam und nach der Halbzeit war es dann komplett dunkel. Passend dazu stieg auch der Garmin aufgrund von Batteriemangel aus. Die Beine waren erstaunlich locker und vom morgendlichen „Ausflug“ merkte ich kaum etwas. Diese Feststellung hatte ich ja schon mehrfach, aber noch nie war ich morgens 30km gelaufen! Aber der mentale Test sollte erst folgen. Immer parallel zur S-Bahn gab es mehrfach Möglichkeiten, das Experiment spontan zu beenden. Am S-Bahnhof Grünau, ca. 12km vor dem Ziel, kam die letzte Chance: alles oder nichts? Aber mir ging es bis auf die gefrorenen Finger noch gut. Die Stirnlampe für die folgenden 5km war Pflicht: außer vorbeirasende Autos kam hier keine Menschenseele vorbei. Das Tempo mußte ich merklich drosseln und auch das Gel kam nun zum Einsatz. War ich froh darüber, wo ich doch nun mehr und mehr abbaute! Die Stadtgrenze war dann aber schneller als erwartet erreicht. Nur noch 7km. Und die zogen sich wie Kaugummi. Jetzt war die Verlockung doch groß, einfach ein Stück zu gehen. Außerdem hatte ich einen Bärenhunger mittlerweile. Jeden McDonald’s hätte ich jetzt skrupellos überfallen. Was macht man in solchen Momenten: die restliche Strecke in Einheiten aufteilen, und wenn sie noch so klein sein mögen. Bis zum Kindergarten. Bis zum Bahnübergang. Bis zum S-Bahnhof. Verdammt noch mal, jetzt wird nicht mehr aufgegeben! Erleichterung macht sich breit, als ich vor unserer Haustür stehe. 21:28Uhr – sogar 2min unter der Zeit 🙂 Aber das spielt nun gar keine Rolle in dem Moment. Dann muss ich erstmal mit Pizza und Apfelschorle auftanken. Ganz schönes Brett! Die einzige Nachwehe heute war der Muskelkater im Hintern. Damit kann ich leben.

6 Kommentare

  1. Henrik 5 Jahren vor

    Ja, crazy, you. Dann plane ich für dich schon mal 60 Km beim Bike&Run ;). Eine beachtliche Leistung, du gehst ja bald wirklich unter die Ultras. Schreibe auf den Merkzettel: Domain ultra-twins.de reservieren…

  2. Wahnsinn, Hut ab! 60km an einem Tag…… Gratulation

  3. Marco 5 Jahren vor

    Also da ziehe ich meinen Hut. Den Weg zur Arbeit könnte ich mir ja noch vorstellen, aber dann, nach 30 km und Arbeitstag noch mal dieselbe Strecke ist für mich unvorstellbar.

    Super Leistung!

  4. Hammer! 60 Kilometer am Tag, da kannst dich gleich zum Rennsteiglauf anmelden….

    Sport frei!
    Thomas

  5. Stefan O 5 Jahren vor

    Wie verrückt ist das dann? Bleib gesund!

  6. Andreas 5 Jahren vor

    Unglaublich, zumal du ja kein trainierter Ultra-Läufer bist. Dass das deine Muskeln und Sehnen ohne große Probleme „spontan“ mitgemacht haben ist beachtlich!

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