Zu zweit läuft's besser.

Boston

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16. April 2013 Marek

Boston Runners United BannerDie Läufergemeinde ist immer noch benommen und fassungslos ob der traurigen Ereignisse, die sich am 15. April 2013 beim traditionsreichen Boston-Marathon zugetragen haben. Dieses Datum wird immer mit der Erinnerung an die Opfer dieses sinnlosen, heimtückischen Anschlags verbunden sein. Es fällt schwer, die richtigen Worte so kurz nach den Geschehnissen zu finden. Und doch wollen wir es zumindest versuchen.

Ein Fakt vorneweg: es war das erste Attentat auf eine Laufveranstaltung überhaupt. Wollten wir bisher einfach nur nicht wahrhaben, dass auch „uns“ so etwas passieren könnte? Waren wir einfach so naiv zu denken, dass niemand auf die perfide Idee kommt, Läufer und deren Fans als Zielscheibe für politische oder religiöse Zwecke zu missbrauchen? Die Antwort ist schlicht und einfach: ja. Menschen mussten ihr Leben lassen am Montag, viele wurden so schwer verletzt, dass sie ihr Leben lang darunter leiden werden, unzählige wurden traumatisiert und werden die schrecklichen Bilder nie mehr aus ihrem Kopf bekommen. Warum musste der 8-jährige Martin, der einfach nur auf seinen Vater stolz sein und ihm zujubeln wollte, sterben? Auf diese Frage wird es wohl keine zufriedenstellende Antwort geben können. Achim Achilles ruft in einem wahren Plädoyer zum Laufen auf, denn „Laufen ist Freiheit und damit das Gegenteil von Terror“. Wir sind nicht immer die treuesten Fans seiner Kolumnen. Aber heute hat er einfach Recht.

Was wird sich verändern im Laufsport? Eine Frage, die uns die nächste Zeit alle umtreiben wird. Eine hundertprozentige Sicherheit wird und kann es an der Laufstrecke nicht geben. Es wäre ein Irrsinn zu denken, dass 42 Km quer durch die Stadt so überwacht werden könnten, dass niemand dort einen Sprengsatz zünden kann. Und es wäre eine Perversion des freiheitlichen Grundgedankens unseres Sports. Vielleicht hat der in Boston seine Unschuld verloren. Aber keinen einzigen Anhänger.

Gehen wir mit einem mulmigen Gefühl in den Startblock am 29.9. in Berlin? Vielleicht. Kann so etwas auch in unseren Landen passieren? Wieder ist die Antwort: Ja. Es kann. Aber hören wir deshalb auf mit dem Laufen, melden für keinen größeren Volkslauf mehr, verkriechen uns unter der Bettdecke und geben den verirrten Attentätern Raum? Niemals. Genau das Gegenteil wird passieren. Kein Läufer dieser Welt wird sich dem menschenverachtenden Weltbild beugen. Wir laufen weiter. Viel weiter als bisher.

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