Zu zweit läuft's besser.

To Berlin Or Not To Berlin

To Berlin Or Not To Berlin
7. August 2013 Marek

Stadion der FreundschaftDer September war in diesem Jahr immer so weit weg, dass man sich noch gar keine großen Gedanken über den Berlin-Marathon übers Jahr gemacht hat. Aber die Zeit vergeht eben doch und als im Juli die Wahl anstand, mich mit oder ohne Trainingsplan vorzubereiten, musste eine Entscheidung her. Im Grunde war es diesmal sehr einfach: eine zielgerichtete Vorbereitung wie im letzten Jahr war nicht möglich. Seit dem Sonntag nach der Regenschlacht im Grünauer Forst schmerzt kontinuierlich die rechte Ferse. Während ich im Juni noch probiert habe, das Ganze „rauszulaufen“, habe ich im Juli komplett pausiert. Mehrere Sitzungen beim Osteopathen haben allerdings bisher nicht den gewünschten Erfolg – von einer genauen Diagnose ganz abgesehen – gebracht. Meine Vermutung geht in Richtung Plantar-Faszitis, medizinisch bestätigt ist das jedoch bisher nicht. Einen Besuch beim Orthopäden mache ich noch davon abhängig, ob sich Besserung einstellt oder eben nicht. Und das ist auch mein aktueller Plan: das Training wird wieder moderat hochgefahren, um zu sehen wie die Ferse auf die zunehmende Belastung reagiert. Die Krux war die, dass ich die Schmerzen auch ohne die Laufbelastung hatte, anscheinend durch alltägliche Bewegungen hervorgerufen, leider aber selten direkt und zeitlich zuzuordnen. Genug der Leidensgeschichte.

Nun stehe ich quasi am gleichen Punkt wie vor zwei Jahren nach meiner Wadenzerrung. Um zumindest eine halbwegs vernünftige Grundlage für Berlin zu legen, versuche ich das Tempotraining wieder aufzunehmen. Intervalle auf der Straße funktionieren aber einfach nicht gut. Jetzt habe ich es endlich zu den Profilläufern geschafft, die zweimal in der Woche gemeinsam trainieren, einmal davon auf der Bahn. Sehr positiv ist dabei, dass es dort einige Läufer gibt, die meinem läuferischen Niveau um Einiges voraus sind. Da kann ich mich hervorragend orientieren und zudem auch noch von der Erfahrung der anderen profitieren. In der lockeren und unverkrampften Atmosphäre trainiert es sich viel leichter als wenn man allein seine Runden dreht. Längere Läufe (>20k) traue ich meiner Ferse momentan noch nicht zu.

Trotz nun mittlerweile über 3 Monaten Verletzungszeit in diesem Jahr (April, Juni+Juli) bin ich vorsichtig optimistisch. Vor zwei Jahren ging es raketenhaft aufwärts nach der Leidensphase. Warum nicht diesmal auch? Ein ruhiger und laufarmer Sommer kann auch seine Vorteile haben. Zumindest Übertraining ist so nicht machbar. Henrik kämpft aktuell am Limit, um die Vorbereitung für Berlin zu packen – stark erhöhtes Verletzungsrisiko inbegriffen. Da gehe ich viel entspannter an die Geschichte Berlin-Marathon heran und wage zu diesem Zeitpunkt keinerlei Voraussage, ob ich die Herausforderung annehmen und welche Strategie ich dabei dann verfolgen werde. Der Herbst wird spannend. Mit oder ohne Berlin-Marathon.

9 Kommentare

  1. Andreas 4 Jahren vor

    Ich drücke dir die Daumen, dass die Ferse das gesteigerte Training mitmacht und die Schmerzen sich langsam aber stetig verflüchtigen! Einfach laufen, beobachten und eine Marathon-Zielzeit erst kurz vorher mit Bedacht festlegen…

    • Autor
      Marek 4 Jahren vor

      Danke Andreas, genauso werde ich es machen!

  2. Laufhannes 4 Jahren vor

    Fußgymnastik, dehnen und den Kopf aus, also nicht ständig in die Ferse hinein horchen.

    Drücke dir die Daumen!

    • Autor
      Marek 4 Jahren vor

      Danke Hannes. Zum Glück ist man beim „Neustart“ noch viel mit der fehlenden Kondition beschäftigt, da ist man nicht ganz so konzentriert auf den Fuß 🙂

  3. Henrik 4 Jahren vor

    Kopf hoch, von Woche zu Woche denken und dann wird es auch mit Berlin klappen. Bin mal gespannt, wer von uns dann wirklich starten wird ;).

    • Autor
      Marek 4 Jahren vor

      Wir werden beide an der Startlinie stehen. Punkt Aus Ende.

  4. kielclaas 4 Jahren vor

    Ich kann nur raten, bei unklarer Schmerzen, die durch die altbekannten Methoden (etwas weniger Training und Vitamin I oder Dic) nicht weggehen, sofort einen Orthopäden auf zu suchen und nicht lange weiter herum zu probieren.

    Früher habe ich wie Du gedacht. Nach nun fünf Wochen Laufpause durch eine Stressfraktur im Mittelfußknochen weiß ich, dass der Gang zum Arzt schnell Gewissheit und schneller Heilung bringt.

    Run on

    • Autor
      Marek 4 Jahren vor

      Danke für deine Meinung! Die Frage, die sich hier stellt: wann geht man zum Arzt und wann nicht? Unser Vertrauen in die glorreichen Orthopäden wurde in vergangener Zeit eben nicht gerade bestärkt. Die Gründe mögen vielschichtig sein und es führt zu weit, das alles zu erläutern. Sicher hängt es aber auch an der Person des Arztes: wenn du einen Guten hast und dich in sicheren Händen weißt, dann macht es aus meiner Sicht auch Sinn, schnell dorthin zu gehen. Wenn man aber eher das Gefühl hat, als Patient nur mittel zum Geldverdienen zu sein, dann überlegt man es sich eben gründlicher.

      • kielclaas 4 Jahren vor

        Hallo,
        ich glaube es ist schwierig für das „ab wann“ Regeln auf zu stellen, zumal es bei unseren Laufumfängen ja immer mal zwickt.

        Aber auf jeden Fall würde ich mich dabei von der Qualität eines Arztes frei machen. Wenn man dem nicht vertraut, geht man zu einem anderen.

        Ich versuche bei Zipperlein zu unterscheiden in:
        – tauchen die Schmerzen wieder auf und verschwinden auch nicht nach Trainingsreduktion oder Pause
        – sind es unbekannte Schmerzen vor allem in Gelenken oder Knochen
        – tauchen die Schmerzen auch bei normaler Belastung auf oder sogar in Entlastung

        …gehe ich zum Arzt.

        Wenn Du mit Deiner Vermutung recht hast, würde ich schnell zum Arzt gehen. Bei allem was man so liest, kann Plantar Faszitis schnell chronisch werden.

        Run on
        Claas

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*