Zu zweit läuft's besser.

Rund um das Langkofelmassiv

Rund um das Langkofelmassiv
9. Juni 2015 Henrik

Langkofelumrundung_04Die Dolomiten sind ein Paradies für Läufer. Insbesondere die Seiser Alm und deren Umgebung im Grödnertal hat sich in den letzten Jahren einen Namen bei Trailläufern gemacht. Dazu beigetragen hat die Kartografierung eines Running Parks, in dem die schönsten Laufstrecken aufgeführt werden. Aber nicht nur die Seiser Alm an sich, die mit der Dolomiten-Berglandschaft übrigens zum UNESCO Welterbe zählt, bietet eine atemberaubende Kulisse für Landschaftsläufe. Das gesamte Tal und die angrenzenden Gipfel sind viel zu schön, um sich „nur“ auf die Seiser Alm zu beschränken. Diese ist flankiert vom Schlern und den beiden „Wahrzeichen“, dem Langkofel und dem Plattkofel. Schon Luis Trenker bewunderte die Kulisse mit den beiden schroffen Postkartenschönheiten, die vom Sonnenlicht und Wolken zu jeder Tageszeit anders gefärbt werden. Der Gipfelsturm des Langkofels ist den Kletterern vorbehalten. Als Wanderer kann man immerhin durch die Langkofelscharte bis zur Toni-Demetz-Schutzhütte aufsteigen. Die Läufer begnügen sich mit der Umrundung des Bergs und seinem kleinen Bruder auf etwas tieferer Ebene.

Die Langkofel- und Plattkofel-Umrundung zählt zu den schönsten Touren im gesamten Grödnertal.

Postkartenkulisse - so schönDer Startpunkt ist variabel, je nach Höhe muss man zunächst etwas aufsteigen. Gut geeignet ist das Plateau am Monte Pana mit dem Hotel Cendevaves, das auf etwas über 1.600 Meter Höhe liegt und bequem mit dem Auto von St. Christina angefahren werden kann. Von dort aus folgt man dem Wanderweg 528 in Richtung Langkofel, der erst gemächlich und dann zügig ansteigt. Der Weg ist teilweise Skipiste im Winter, entsprechend geröllig ist der Untergrund. Trailschuhe sind Pflichtausrüstung! Langkofelumrundung_08Nach etwa drei Kilometern gelangt man in die ersten Ausläufer der „Steinernen Stadt“, das Resultat eines riesigen Felssturzes vom Langkofel. Man hält sich weiter linksseitig und gelangt ca. 2.000 Meter später zur Comici-Hütte, die nach übereinstimmender Meinung mit das beste kulinarische Angebot der Berghütten in den Dolomiten bereithält. Wir halten uns hier aber nicht lange auf und steuern südlich vorbei am Langkofelhang. Immer besser wird der Blick auf das Sella-Massiv zur linken Hand, bekannt durch die legendäre Sella Ronda. Übrigens, die Sella Ronda ist nicht nur für Ski- und Radfahrer gut machbar. Wie wäre es mal mit einer Laufrunde? 😉

Langkofelumrundung_09Es geht auf welligem Weg, der gut laufbar ist, bis das Passo Sella-Ressort in Sichtweite kommt. Das kann man passieren und dann auf der Straße weiter zum Friedrich-August-Weg hochlaufen. Oder aber aber man biegt vorher rechts direkt auf die Skipiste, die etwas steiler nach oben führt. Von dieser aus führt auch der steile Weg direkt hoch zur bereits erwähnten Demetz-Hütte. Es ist der letzte größere Anstieg der Umrundung mit ca. 250 Höhenmetern. Oben biegt man direkt auf den Friedrich-August-Weg. Der Sachsenkönig war vom Panorama so begeistert, dass er einen Höhenweg anliegen ließ. Wir bewegen uns nun bereits an den Südhängen unterhalb des Plattkofels direkt auf die Friedrich-August-Hütte zu. Langkofelumrundung_12Der Weg ist schmal, aber nicht zu steil, so dass man zügig laufen kann. Kleinere Kletterpartien unterbrechen den Flow. Dafür gibt es grandiose Aussichten. Bis zur Plattkofelhütte legen wir etwa 4,5 Km zurück. Ist diese passiert, folgt der Abzweig des Weges zur Plattkofel-Spitze. Diese lassen wir liegen und biegen erst 200 Meter später auf den Singletrail, der uns am Westhangs des Massivs entlangführt. Der Weg führt nun zunächst abwärts durch waldreiches Gebiet. Konzentration ist geboten, denn spitze Steine laden zum Umknicken ein. Es bleibt geröllig auf dem Wanderweg 527, der zunächst in nördliche und später in östliche Richtung führt. Die Langkofelhütte ist nun angeschlagen, ein schöner Meilenstein auf diesem langen und teilweise anspruchsvollen Teilstück. Wer die Runde abkürzen will (wie in der Karte), nimmt den direkten Weg über eine große Alm zum Monte Pana. Dafür der etwas unscheinbaren Markierung „St. Christina“ folgen. Dieser Weg führt auf die 525 und dann auf den Forstweg Nr. 30 zurück zum Ausgangspunkt zum Monte Pana. Wer sich alles geben will, läuft weiter und steigt nochmal etwa 200 Höhenmeter zur Langkofelhütte auf. Von dort führt ein gut ausgebauter Schotterweg auf die 526B, ein wunderbarer Panoramaweg, der nach etwa 4 Kilometern am Hang die Runde schließt.

Die Umrundung des Langkofelmassivs ist auch für weniger geübte Trailrunner machbar. Mit 700-1.000 Höhenmetern (je nach Route) und 20-22 Kilometern hat man eine Panorama-Tour mit irren Aussichten, die nicht alles abverlangt. Je nach Pace schafft man die Runde in 2,5h (größtenteils laufen) bis 5 Stunden (größtenteils gehen). Trailschuhe, Trinkrucksack mit ausreichend Wasser und Nahrung sowie die Regenjacke sind unverzichtbar. Das Wetter ist gefürchtet wechselhaft und auch über die Öffnungszeiten der Hütten sollte man sich vorab informieren.

Ausrüstung:

  • Jacke: Salomon Bonatti WP Jacket
  • Hose: Salomon S-lab Exo Short Tight
  • Schuhe: Salomon S-lab Sense 3
  • Trinkrucksack: Salomon Advanced Skin Pro 14+3
  • GPS-Uhr: Suunto Ambit 2S
  • Sonnenbrille: Oakley Flak Jacket XLJ
  • Schweißband: x-Bionic Wallabe
  • Energy Gels: High5 Energy Liquid

6 Kommentare

  1. Brigitte 2 Jahren vor

    Tolle Strecke, die gefällt mir. Mal schau’n, falls ich noch mal mitfahre, dann laufe ich die Tour.

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Nächstes Jahr, nächstes Glück ;). Zunächst mal Königssee, gell?

  2. Marek 2 Jahren vor

    Junge Junge, beeindruckende Bilder. Sieht alles nicht so easy aus 🙂 Wirst ja bald ein erfahrener Trailrunner im alpinen Bereich!

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Naja, bis „alpin“ ist es noch ein weiter Weg. Sagen wir mal, es wird langsam ;). Bis zum TAR 2016 ist noch viel zu tun.

  3. Ruben 2 Jahren vor

    Wow, tolle Aussichten und Wege… Danke für deinen Bericht!

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Gerne, Ruben. Aber auch im Harz ist es schön. Wenn auch nicht ganz so spektakulär wie in den Dolomiten.

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