Zu zweit läuft's besser.

BIG25 – oder: darf es ein wenig mehr sein?

BIG25 – oder: darf es ein wenig mehr sein?
23. August 2011 Marek

Eher zufällig ist mir soeben eine Stellungnahme von Gerhard Janetzky, seineszeichens Race Director bei den BIG25 in Berlin aufgefallen, die mich doch nachdenklich werden läßt. Das Ganze soll wohl eine Art Rechtfertigung sein, die es aufgrund der Kritik an der Hinzunahme einer Halbmarathonstrecke bei den BIG25 (ehemals 25km von Berlin) in jüngster Vergangenheit gegeben hat. Ein paar Aussagen möchte ich gerne kommentieren, uns würde auch Eure Meinung zu diesem Thema interessieren (Quelle: berlin-laeuft.de):

  • „Der 25 km-Lauf in Berlin, mit über 30 Jahren Tradition, bleibt natürlich bestehen. Die Teilnehmerzahlen auf dieser Strecke waren in den letzten Jahren steigend.“
  • OK, etwas anderes hat wohl auch niemand erwartet. Man bemerke, dass die Zahlen entgegen dem weitläufigen Trend ansteigend waren.

  • „Wir hatten immer schon eine offizielle Halbmarathonzeit (ca. auf Höhe des Theodor Heuss Platzes), die aber von den meisten Läufern nicht „ernst genommen wurde“: Aussagen wie „ …am Ende des Anstiegs Kantstraße“ oder „keine richtige Halbmarathon-Zeit, da dann ja noch über 3,5 km“, etc. waren nicht selten.“
  • Versteht das jemand? Also ich kann nur für uns behaupten, dass wir uns schon gerne an der HM-Marke orientiert haben und das als Zwischenzeit durchaus sinnvoll war, gerade wenn man eben öfter Halbmarathon läuft. Klingt weit hergeholt, daraus abzuleiten, dass alle nur Halbmarathon laufen wollen.

  • „Die Halbmarathon-Strecke, die zusätzlich angeboten wird, hat auch den gleichen Start- und Zielpunkt wie die 25 Kilometer und die 10 Kilometer, nämlich Olympischer Platz und Olympiastadion, blaue Bahn.“
  • Wäre ja auch vermessen, diese Läufer nicht wie die 10km und 25km Teilnehmer woanders ins Ziel kommen zu lassen.

  • „Die Halbmarathon-Strecke ist bei aktueller Planung eine entsprechend verkürzte 25 km-Strecke…“
  • Läßt sich auch logistisch kaum anders lösen. Damit sind die 25km-Läufer nur einen kleinen Teil der Strecke „allein“ unterwegs.

  • „Warum wir das gemacht haben? Unheimlich viele Nachfragen von Läufern, die ein weiteres großes „Frühjahrs-Halbmarathon-Angebot“ haben wollten..“.
  • Gibt es denn zu diesem Zeitpunkt keine Alternativen? Nur 5 Wochen nach dem Berliner Halbmarathon. Scheint wenig glaubwürdig.

  • „Wir wollen also nur helfen, mehr Teilnehmer dadurch bekommen…“
  • Nun, man gibt es zumindest offen zu: mehr Anmeldungen, damit die Kasse klingelt. Eine fragwürdige Nummer. Dazu muss man bemerken, dass der 25km-Lauf in Berlin eine lange Tradition hat und durch diese zusätzlichen Distanzen mit dann noch mehr Teilnehmern klar an Attraktivität verliert. Ob man sich da nicht gründlich verrechnet hat? Die Läufer werden es im nächsten Jahr entscheiden!

8 Kommentare

  1. Sven 6 Jahren vor

    Naja, ich muss nächstes Jahr noch einmal auf die 25 Kilometer Distanz gehen, schließlich bin ich ja dieses Jahr nicht ins Ziel gekommen 😉 . Allerdings weiß ich nicht, ob man, wenn man die Halbmarathon-Strecke geschafft hat, nicht auch noch den Ehrgeiz hat, die restlichen Kilometer zu laufen. Von daher finde ich es eigentlich nicht sinnvoll, da noch dieses Distanz anzubieten.

  2. Brennr.de 6 Jahren vor

    Würde es nicht bereits einen Berliner Halbmaraton ein paar Wochen zuvor geben, könnte ich diese Maßnahme verstehen. Viele Läufer können mit „krummen“ Distanzen nix anfangen, da man die gelaufenen Zeiten nicht mit denen von anderen Läufen vergleichen kann. Und nach 21,1km als Zwischenzeit ist auch irgendwie doof, da man ja nicht das Letzte gegeben hat, weil ja noch vier Kilometer folgen. Wie gesagt, mit dem HM ein paar Wochen zuvor macht das Ganze wenig Sinn. Und mit den stetig steigenden Teilnehmerzahlen ist das auch nicht notwendig. Weniger ist manchmal mehr.

  3. Din 6 Jahren vor

    Ich schließe mich meinen Vorrednern gern an. Ich bin hin und hergerissen, was ich im kommenden Jahr laufen werde und vermutlich entscheide ich mich für den 25er und einen HM zu einem anderen Zeitpunkt; da gibt es ja einige in Berlin und Umgebung.
    Die Zwischenzeit halte ich auch für wenig notwendig, denn wie bereits gesagt wurde, ist ein HM nicht gleich 25km und die Zeit wenig hilfreich bzw. nicht sonderlich aussagekräftig, da man auf den folgenden Kilometern noch einiges zu geben hat.
    Mich würde nun wieder einmal die Organisation interessieren und ob es nicht zu einem totalen Durcheinander kommt, wenn einige aufhören und einige weiterlaufen. Da habe ich ja schon einiges erlebt.
    Wie schon oft in Blogs gesagt, schade, dass es immer wieder ums Geld geht, als seien die Startgebühren nicht schon ausreichend.

  4. Henrik 6 Jahren vor

    Hier wird eine echte Traditionsveranstaltung genadenlos dem Kommerz geopfert. „Unheimlich viele Anfragen“ zu einer Halbmarathonstrecke kann ich mir nicht vorstellen. Das Strecke hat auf ihrer besonderen Länge ja gerade einen Anreiz. Bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt.

  5. Werner 6 Jahren vor

    Ein sehr guter Artikel. Die selben Gedanken hatte ich auch, als ich die Rechtfertigung gelesen habe.

    Nachdem ich dieses Jahr die BIG25 gelaufen bin, war mir klar, dass ich 2012 wieder dabei sein will. Bei diesem unangenehmen Mischmasch jetzt, bin ich mir nicht mehr so sicher.

  6. Andreas 6 Jahren vor

    Eine so tolle Veranstaltung wird sicherlich nicht besser, wenn man durch einen zusätzlichen HM ein paar tausend Läufer mehr im Feld hat. Das wird die ambitionierten 25-km-Läufer abschrecken…

  7. Grit 6 Jahren vor

    Schön, dass ihr dieses Thema aufgegriffen habt! Herr Janetzkys Argumentation ist völliger Humbug – Berlin braucht nicht noch einen Halbmarathon. Ich finde, dass schon die 10 Kilometerläufer zum Teil nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hätten. Auch die Zuschauer kommen völlig durcheinander. Und die zusätzlichen Topläufer müssen auch finanziert werden – ich hoffe, dass sich das nicht rechnet und der HM wieder abgeschafft wird. Die 25 km haben Tradition – ich begrüße jede Innovation im Laufsport, aber hier möchte man schnell Geld verdienen und schaut nicht auf langfristige Entwicklung des Laufes.

  8. Marek 6 Jahren vor

    @Werner: auch wir überlegen uns das mit Sicherheit. Der Lauf an sich ist schön, aber manchmal brauchen die Veranstalter auch mal einen Denkzettel für den Unfug, den sie verzapfen.
    @Andreas: genauso sehen wir das auch. Keine gute Werbung für diese Veranstaltung.
    @Grit: da sind wir einer Meinung – danke für deinen Beitrag zu diesem Thema!

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