Zu zweit läuft's besser.

Dumm gelaufen

Dumm gelaufen
3. April 2012 Marek

Die Vorfreude auf den Berliner Halbmarathon war schon lange da. Nachdem Henrik aufgrund seiner Urlaubsplanung schon frühzeitig abgesagt hatte, wollte ich genau drei Wochen vor meinem Marathondebüt nochmal Selbstvertrauen tanken und auf der schnellen Berliner Strecke schauen, was genau auf den 21,1km möglich ist. Das Training in den letzten 8 Wochen lief überwiegend problemlos, so dass ich die persönliche Bestzeit auf jeden Fall angreifen wollte. Manchmal kommt es aber eben anders als man denkt. So habe ich mit meinen Jungs am Sonntag das spannende Rennen im Internet verfolgt. Was war passiert? Gut gelaunt bin ich am Freitag nachmittag auf die Berlin-Vital gestiefelt und wollte Henriks Startnummer abholen. Tags zuvor fiel mir ein, dass Henrik ja bestimmt seinen Champion-Chip bei der Anmeldung angegeben hatte. Also schnürte ich meinen von den Wettkampf-Tretern ab und packte ihn vorsorglich ein. Sollte ja einfach möglich sein, dass ich meinen auf die Startnummer eintragen lasse. Oder? Ich wollte ja noch einigen Ausstellern einen Besuch abstatten und erledigte deshalb erstmal die Formalitäten: einmal bis zur Startnummernausgabe durchgekämpft (alles ultramodern jetzt, die Nummer wird on-the-fly ausgedruckt), verstand die Dame an der Ausgabe mein – zugegebenermaßen nicht gerade kompliziertes – Anliegen gar nicht. War wohl in ihrer Einweisung nicht vorgekommen dieser Use Case. Immerhin stiefelte sie mit mir zum Help Desk, wo ich mein Anliegen nochmals erklärte. Bei dieser „netten“ Dame stieß ich aber noch mehr auf Granit. Ich war ehrlich und sagte ihr, dass ich nicht derjenige bin, auf den die Startnummer registriert ist, sondern mein Bruder. Wahrscheinlich der entscheidende Fehler. Jedenfalls hegte sie nun die Vermutung, dass ich mit der Nummer laufen wollte (was nicht ganz unbegründet war) und erklärte mir bestimmt, dass die Startnummer nicht übertragbar wäre und ich doch jetzt schnellstens gehen sollte. Sonst würde sie mir die Nummer sofort wegnehmen. Ich versuchte noch zu argumentieren, dass das Ändern des Chips doch völlig unabhängig davon ist, wer denn nun mit der Nummer läuft und dass die Nummer ohne einen richtigen Chip keine Zeitmessung bringt, aber da war die Geschichte schon gegessen. Ich war leicht bedient und warf die restlichen Startunterlagen allesamt in die nächste Mülltonne, vergaß sogar das Teilnehmershirt abzuholen und stampfte frustriert Richtung Ausgang, ohne die Aussteller zu besuchen. Ich frage mich beim SCC immer, warum das Ändern von diesen Dingen (Name, Chip etc.) so kompliziert bzw. unmöglich ist. Bei anderen Laufveranstaltern geht sowas doch auch. Meinetwegen sollen sie dafür 5,- Gebühr erheben, aber technisch ist das doch alles kein Hexenwerk. Leider scheitert es meistens am Servicedenken – die Masse macht es eben bei solchen Events, da zählt der einzelne kleine Kunde nicht mehr.

13 Kommentare

  1. Supermario72 5 Jahren vor

    Oje – wie blöd! Also das verstehe ich auch nicht! Solche Änderungen sollten im heutigen Zeitalter der Technik nun wirklich möglich sein. Zumal Du ja rechtzeitig darauf hingewiesen hast. Absolut unverständlich!

    Also ich glaube, ich wäre da schon aus Prinzip weiter beharrlich geblieben und hätte versucht, einen der höhergeordneten Verantwortlichen zu bekommen. Aber gut, man entscheidet in solchen Situationen oft einfach nur aus dem Bauch heraus. In jedem Fall kann ich Deine Verärgerung absolut verstehen!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. Sven 5 Jahren vor

    Ich finde es eine Schweinerei. Die Veranstalter haben das Startgeld erhalten und es sollte ihnen egal sein, wer dann am Ende nun antritt. Aber das werden diese großen Anbieter wohl nie verstehen. Wenn ich das schon höre, die Nummer ist nicht übertragbar, warum nicht? Was spricht dagegen, dass eine bereits bezahlte Leistung von jemand anderen in Anspruch genommen wird, wenn der eigentliche Starter nicht kann? Genau, gar nichts. Aber das Geld kann man auch nicht zurück verlangen, dass wird ja schon bei der Anmeldung ausgeschlossen….

    Hach, ich kann mich darüber immer wieder aufregen, ändern wird es wahrscheinlich nichts.

  3. Gerald 5 Jahren vor

    Schade Marek, dass es nicht geklappt hat, wahrscheinlich hättest du nur sagen sollen, dass du deinen Chip ändern möchtest und dich erst gar nicht als Bruder ausgeben sollen. Aber nachher ist man …

    Ich habe aber auch schon diese Erfahrung mit dem SCC gemacht, die sind da echt stur. Hatte mich ja letztes Jahr erst zwei Wochen vorher für die Teilnahme am Berlin Marathon entschieden und die Startnummer von Alex übernommen. Wollte eigentlich nur Name und Altersklasse geändert haben, ging auch nicht. Habe das aber vor per Email geklärt und nicht erwähnt, welche Nummer ich übernehmen möchte, so konnten sie diese nicht sperren 🙂 Bin dann das als „Alexander“, mit seinem Chip in der AK30 gestartet und wurde dann ständig als „Alexander“ angefeuert 😉

  4. Christin 5 Jahren vor

    Ja, das ist ärgerlich!
    Ich könnte es fast verstehen wenn es noch Startplätze gegeben hätte und sie diese verkaufen wollten, aber der Lauf war ausgebucht. Hätten sie eine kleine Bearbeitungsgebühr für die Umschreibung genommen wäre beiden Seiten geholfen.

    Aber warum bist du nicht einfach mit der Nummer und deinem Chip gelaufen? Du hättest deine Zeit doch selber stoppen können. Dann wärst du wenigstens dabei gewesen.

    Gruß Christin

  5. Bernd 5 Jahren vor

    Und ich hab mich schon gewundert, wo Deine Zeit bleibt.
    An Deiner Stelle hätte ich mich auch richtig geärgert.

    Bin ja leider nicht mehr reingekommen in den HM und ausserdem auch noch immer krank. Bis Mittwoch kommender Woche hoffentlich. Diese wird noch nüscht.

  6. -timekiller- 5 Jahren vor

    Boa, das ist ja der Hammer !!! „Service-Wüste Deutschland?“ Was bringt einen Veranstalter dazu so unkulant zu sein? Spinnen die denn? Bei den Startgebühren, die da erhoben werden sollte man doch etwas mehr Flexibilität und Service erwarten dürfen.
    Also ich hätte den Laden auseinander genommen…

    Zumindest wäre ich gelaufen, dann eben ohne Chip und einer gehörigen Wut im Bauch…

    Grüße -timekiller-

  7. Henrik 5 Jahren vor

    Denke auch, der taktische Fehler war zu sagen, dass das nicht dein Name auf der Startnummer ist. Besser wäre wohl gewesen: „Sie haben meinen Chip falsch erfasst.“

    Wie du ja sicher weißt, verbieten die Teilnahmebedingungen eine Übertragung der Startnummer. Ob man das verstehen mag oder nicht, es ist so.

    Tja, nun muss ich weiter auf meine neue HM-Bestzeit warten. Dachte, das ginge endlich mal ohne größere Anstrengungen.

  8. Laufhannes 5 Jahren vor

    Nur weil das in den Teilnahmebedingungen steht, heißt das ja aber noch lange nicht, dass wir uns damit „einfach so“ abfinden müssen.

    Mit einer zusätzlichen Gebühr sollte so etwas nun wirklich machbar sein. So darf man den Veranstalter durchaus heftig anprangern.

  9. Gerald 5 Jahren vor

    um den Gedanken vom Laufhannes weiterzuführen, man könnte doch ein gemeinsames Schreiben / eine gemeinsame Aktion aller laufenden Blogger starten und den SCC um eine Stellungnahme bitten / auf eine Änderung der Bedingungen drängen. Mit der ganzen Läufer-Community dahinter hätten wir auch die notwendige kritische Masse. Argumente sind ja hier schon genug zusammen getragen worden

  10. Grit 5 Jahren vor

    Ach Menno – tut mir Leid, dass es mit dem Lauf nicht geklappt hat und du dich so geärgert hast. Ich empfinde es eine absolute Frechheit so mit den Sportlern umzugehen – das ist weit vom Gedanken der Fairness entfernt und auch betriebswirtschaftlich für mich nicht nachzuvollziehen. Die Geschichten bzgl des SCC häufen sich und hinterlassen einen ganz schön bitteren Nachgeschmack, aber so lange die Veranstaltungen so schnell ausgebucht sind, wird der SCC keinen Sinn darin sehen etwas zu ändern. Ich unterstütze Gerds Vorschlag!!!

  11. Andreas 5 Jahren vor

    Das alles ist doch genau mein Reden, da habe ich doch bereits einen Artikel drüber geschrieben, dass beim SCC der Kommerz immer mehr in den Vordergrund gerückt ist, und Service wie z. B. beim Hamburg-Marathon nicht angeboten wird. Und wenn man jetzt mal einfach die Zahl der gemeldeten Läufer mit der Zahl der Finisher vergleicht, eine Dunkelziffer für „Illegale“ (wie du eigentlich hättest einer sein können) hinzuaddiert und das ganze mit der Startgebühr multipliziert, dann merkt man, dass sich diese Frechheit tatsächlich richtig lohnt…

    Tut mir echt Leid für dich, Marek, hatte dich auch schon in den Ergebnislisten vermisst.

  12. Brennr.de 5 Jahren vor

    Von wegen „Ehrlichkeit zahlt sich aus“. Hättest Du ein wenig gelogen, hättest Du vielleicht starten können. Echt ärgerlich das Ganze, zumal Henrik ja für den Startplatz bezahlt hat. Alleine schon, dass Du der Bruder bist, hätte es kein Problem darstellen sollen. Tut mir leid, dass es so gelaufen ist. Aber ich bin mir sicher, dass Du auch ohne diesen Lauf gut drauf bist.

  13. Autor
    M a r e k 5 Jahren vor

    DANKE Euch allen für Euer Feedback zu der Geschichte. Das Thema habe ich mit dem Post schon gedanklich ad acta gelegt und schaue nun nur noch nach vorne. Knappe 2,5 Wochen noch und dann geht es auf die bisher größte läuferische Herausforderung meines Lebens: der Spreewald-Marathon. Da werde ich jetzt alle mir verbleibende Kraft investieren und mich nicht weiter über diesen Berliner Halbmarathon ärgern.

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