Zu zweit läuft's besser.

Nehmen wir die Treppe!

Nehmen wir die Treppe!
28. Mai 2012 Henrik

Im Jahr 2010 waren wir eher blauäugig in den ersten Treppenlauf gegangen und hatten als Team im Treppenhaus des Park Inn-Hotels in Berlin ein sehr ordentliches Ergebnis erlaufen. Im Oktober 2011 war es dann der Münchner Olympiaturm, den wir gemeinsam bezwangen. Das erwies sich als deutlich heftigere Angelegenheit als das Park Inn: mehr Höhenmeter, fiesere Stufen, schwache Beleuchtung, fiese Luft. Da erschien Berlin im Rückblick gleich viel „lockerer“. War es aber dann leider nicht. Marek strich am Sonntag gleich ganz seine Teilnahme. Ich war bereits angemeldet und wollte teilnehmen, wenn auch die Motivation nicht übermäßig hoch war. Gestartet wurde auf dem Alexanderplatz, dann geht ca. 250 Meter durch die Imbissmeile auf die Busparkspur und dann durch den Haupteingang des Hotels. Ich reihte mich gegen 13:15 in die Starterschlange in der Mittagssonne ein und wartete artig. Gestartet wurde im 30 Sekunden-Abstand, zuerst die „Starter“, dann die Kategorie „Speed“ und zum Abschluss die „Champions“. Ich lief die 250 Meter recht zügig, die Strecke war mir ja bekannt. Ein paar Kurven und schon ist man drin im Treppenhaus, das gegen den Uhrzeigersinn läuft. Man kann sich also nur mit der linken Hand hochziehen. Bis zur 15. Etage war ich flott unterwegs, dann kam aber sehr schnell der Mann mit dem Hammer. Brennen in den Beinstreckern, Schnappatmung, das ging alles viel zu schnell. Zum Glück wechselt man nach 20 Etagen das Treppenhaus, da bleiben 50 Meter Erholung. Die waren dringend nötig. Ich lief schnell auf den Vordermann auf, brachte es aber nicht fertig, diesen zu überholen. Furchtbar laute Musik dröhnte auf zwei Etagen (wo eigentlich?), deutlich über der akustischen Schmerzgrenze. Etage 30 und der Körper wehrt sich mit Macht, jetzt kommt der Kopf ins Spiel. Nur noch gehend überholte ich dann doch noch, aber nur, weil der gute Mann einfach stehenblieb. Etage 36, 37, 38, auf Schildern wird runtergezählt und dann höre ich die Cheerleader. Die Zeitmatte ist erst 2 Meter hinter der Tür und ich stolpere durch. Eine ganz harte Nummer, ich muss mich erstmal setzen und 10 Minuten erholen. „So brutal war das doch vor zwei Jahren nicht“. Im Team erscheint mir der Treppenlauf im Nachgang noch einfacher, weil man sich dort an den Vordermann halten kann. Allein ist noch viel mehr der Quäl-Faktor gefragt. Mit 5:43 war ich schlappe 7 Sekunden schneller als unser Team 2010. Das reicht zu einem guten Mittelfeldplatz. Wieder unten konnte ich noch den Start von Thomas Dold beobachten, der diesen Lauf mit 3:39 min zum 7. Mal(!) gewann. Langsam tut der mir leid, so oft, wie er die immer gleichen Fragen beantworten muss. Die Konkurrenz rückt näher, gerade zwei Sekunden war der Zweitplatzierte hinter ihm. Eine irre Leistung. Und wir? Es muss erst wieder Zeit vergehen, um die Schmerzen zu vergessen. Vielleicht geht es dann im Oktober wieder auf den Olympiaturm. Aufzugfahren ist doch langweilig.

Eine schöne Bildergalerie gibt es auf der Homepage vom Veranstalter.

7 Kommentare

  1. M a r e k 5 Jahren vor

    Immerhin ein paar Sekunden besser als vor 2 Jahren! Treppenrennen ist eben was für ganz Harte. Ich wußte schon, warum ich gekniffen habe 🙂

  2. Brennr.de 5 Jahren vor

    Glückwunsch! Du machst mir echt Mut, da Du ein Wiederholungstäter bist. Dennoch habe ich ehrlich gesagt ein wenig Bammel vor nächsten Sonntag, wenn ich die 61 Etagen des Messeturms hoch muss. So viel ich weiß, ist da Thomas Dold auch wieder am Start. Verrate mir morgen mal, wie sich Deine Beine anfühlen.

  3. Autor
    Henrik 5 Jahren vor

    Christian: Nachwirkungen sind kaum zu spüren. Es ist mehr die punktuelle Belastung beim „Lauf“. Viel Spaß auf dem Messeturm, nicht zu schnell angehen.

  4. Hannelore Lange 5 Jahren vor

    Also Henrik, du hast diesen Treppenlauf toll gemeistert und kannst mit deiner Zeit doch sehr zufrieden sein, Glückwunsch von mir!

  5. Laufhannes 5 Jahren vor

    Aufzugfahren mag langweilig sein, ist dafür aber auch nicht so schmerzhaft 😉

    Glückwunsch, dass du das Ding gut überstanden hast!

  6. Streger Treppen 5 Jahren vor

    Also die Idee Wettkampfläufe in einem Treppenhaus zu laufen ist klingt wirklich anstrengend – vor allem wenn es über ein paar Etagen hinaus geht. Respekt!

  7. ProSanté 5 Jahren vor

    Ja, das sieht ehrlich krass aus! Da muss man schon gut dabei sein! Respekt auch von mir!

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