Zu zweit läuft's besser.

Thomas rockt den Urbanathlon in Hamburg

Thomas rockt den Urbanathlon in Hamburg
26. September 2012 Thomas Mangel

Am 25.08. fand in Hamburg der dritte Urbanathlon statt. Wir hatten zusammen mit dem Sponsor Maxinutrition zwei Startplätze verlost. Unser Leser Thomas aus Hamburg (im Bild links) war einer der beiden glücklichen Gewinner. Inzwischen hat er sich von den Strapazen des Laufs erholt und erzählt uns in seinem ersten Gastbeitrag über seinen persönlichen Urbanathlon Hamburg 2012. Das macht Lust auf eine Teilnahme im nächsten Jahr!

„Generell hatte ich natürlich durch das Preisausschreiben eher kurzfristig von meiner Teilnahme erfahren. Lustigerweise hatte ich bis dato, auch bedingt durch meine Zeit im Ausland, bisher nicht vom Urbanathlon gehört. Jedoch ist mir eine Woche vor dem Auschreiben bei einer Radtour am Fischmarkt das Schild mit dem Hinweis: „Strecke Urbanathlon 2012“ bereits aufgefallen. Umso glücklicher war ich dann, dass ich über das Gewinnspiel bei den Running Twins doch noch an diesem für mich sehr speziellen Lauf teilnehmen konnte. Kurz zu meiner Physis vor dem Lauf: Ich spiele noch relativ regelmäßig Fußball und laufe ab und an in der Mittagspause 6,5 Km. Also alles in allem gar keine so schlechte Vorbereitung. Dachte ich mir zumindest. Der Lauftag an sich war sehr sonnig mit leichtem Wind. Durch mein VIP Package konnte ich meine Startunterlagen ohne Verzögerung abholen und mich danach noch von der tollen Atmosphäre am Cruise Center Altona überzeugen. Nach einer relativ kurzen Aufwärmphase meinerseits, versammelten sich dann die Leute blöckeweise, wie auch bei anderen Laufveranstaltungen, am Startpunkt. Die Strecke führte unter anderem über den bereits erwähnten Fischmarkt, vorbei am allseits bekannten Restaurant von Steffen Henssler, bis zum wunderschönen Elbstrand in Ovelgönne. Zwischendurch war die Strecke gespickt mit Höhenmetern durch Abstecher in den rund 50 m höher gelegen Altonaer Balkon und angrenzende Parks. Insgesamt waren es rund 200 Höhenmeter und 1000 Stufen, die zu bewältigen waren. Der Lauf an sich startete für mich mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Die Sonne schien, es gab unzähliche Menschen am Streckenrand und auch die Tatsache, am wunderschönen Fischmarkt frei von Autos zu laufen, brachte die ersten Endorphine zum fließen. Das ganz besondere Flair entsteht natürlich außerdem durch die 11 aufgebauten Hindernisse. Fand ich den zu bewältigenden Container, das Hindurchkriechen beim THW LKW und das Hangeln am Stangengerüst noch ganz amüsant, so dämmerte mir bei Kilometer vier so langsam, dass das hier noch ne ganz anstrengende Angelegenheit werden könnte. Ich gebe zu, dass die einzelnen Hindernisse an sich keine große Hürde darstellen, aber mit Kilometern in den Beinen und schwächelnder Konzentration ist man froh über jedes bewältige Hindernis. Ganz klares Highlight war natürlich die Halfpipe, welche man hochrennen musste. Speziell von unten schien sie nach drei Kilometern schon kaum mehr machbar aus. Allerdings war die Kameradschaft echt bemerkenswert. War der eine oben angekommen, kniete er sich gleich hin um weiteren Mitstreitern die hilfreiche Hand zu reichen. Weiterhin erwähnenswert und nicht grade ohne nach ca. sechs Kilometern auch das Sandsack schleppen am Strand von Ovelgönne, während sich alle Zuschauer in den Liegestühlen Vergnügen. Nachdem Kilometer sieben, acht und neun übersäht mit Höhenmetern waren, ging es langsam aber sicher dem Ende entgegen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht mehr sicher, ob ich noch ein weiteres Hindernis oder eine weitere Stufe bewältigen könnte. Immer wieder ging es hoch und runter. Da ich mir vorher den Streckenverlauf nicht eingeprägt hatte, war für mich schwer abzuschätzen, wann ich die letzte Steigung hinter mich gebracht hatte. Ich verfluchte jede weitere Stufe und jedes weitere Hindernis wie zum Beispiel die vier Meter hoch gestapelten EU-Paletten mit anschließenden 150 Stufen in die Höhe. Hätte ich mir mal den Streckenplan angeschaut, um meine Laufeinteilung besser einzuschätzen! Sowas nennt man wohl Anfängerfehler, speziell bei einem Lauf wie diesem. An der letzten Wasserstation (insgesamt gab es zwei) angekommen bei Kilometer zehn, wusste ich, es ist noch ein Kilometer zu laufen. Und ich weiß nicht was es war, aber dieser Kilometer stellte höchstwahrscheinlich den längsten Kilometer meines Lebens dar. Ich wusste förmlich nicht mehr wo oben und unten war, weiterhin gab es noch einen letzten Anstieg und eine weitere Klettereinheit durch ein Stangengerüst. Erst nachdem ich unten wieder angekommen ins Parkhaus abtauchte und danach den Zielstreifen erblickte, war ich mir sicher, dass ich es schaffen würde. Die letzten beide Hindernisse, eine Kletterwand und die eng aneinander gestellten Autos bildeten dann den Höhepunkt, da man zum einen natürlich nicht jeden Tag von der Menge für das straffreie überqueren von Autos bejubelt wird, sondern ich auch noch überglücklich über den Zieleinlauf und das damit verbundene Ende meines Leidens war. Ich war völlig fertig und heilfroh, komplett durchgerannt zu sein. Meine Zeit von 1:18h ist mit Sicherheit verbesserungswürdig. Aber mich interssierte nur noch das alkoholfreie Bier und Obst im Zielbereich. Nachdem ich mich 30 Minuten in der Sonne und der entspannten Atmosphäre räkelte, bin ich dann wieder ab in den VIP Bereich, stärkte mich mit Kaffee und Kuchen und verkündete per SMS meinen Erfolg.

Auch wenn es sehr anstrengend war, würde ich diese Erfahrung auf keine Fall missen wollen. Lediglich würde ich das nächste Mal gern in einer Gruppe von Freunden antreten, da so die Motivation auf den Höhenmetern leichter fällt, wie oft auf der Strecke gesehen. Vielen Dank für das schöne Erlebnis und Grüße aus Hamburg.“

1 Kommentar

  1. Thomas, Glückwunsch zu dem erkämpften Finish und danke für den starken Bericht! Liest sich richtig gut, das Ding ist anscheinend nicht so ganz ohne. Vielleicht sieht man sich ja in 2013 mal in Hamburg!?

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