Zu zweit läuft's besser.

Erhöhte Temperatur

Erhöhte Temperatur
28. Juli 2013 Henrik

Run to the Sun – 32433Ja, es war der bisher wärmste Tag des Jahres. Allein diese Tatsache ist doch fast einen ARD-Brennpunkt wert. Motorradfahrer werden vor der Benutzung der Autobahn gewarnt, Bahnschienen verbiegen sich, Menschen stapeln sich an jedweden Wasserstellen. Und natürlich, „Experten“ holen die unvermeidlichen Tipps zum Laufen bei Hitze aus der Schublade. Schnell noch das Datum geändert, die vom letzten Sommer sind weiterhin gültig. Und nicht zu vergessen: Laufveranstalter machen sich schwerwiegende Gedanken, wie man die Teilnehmer vor sich selbst schützen kann. Erhöhte Temperatur scheint auch bei den Verantwortlichen des SCC Berlin vorgelegen zu haben. Die haben angesichts der Wettervorhersage aus der „Berliner Citynacht“ eine sinnfreie Veranstaltung mit zwei 5 Km-Läufen ohne Zeitnahme gemacht. Wer den Spaß dann am Samstagabend nicht mitmachen wollte, darf im nächsten Jahr kostenfrei starten. Diverse Veranstalter haben nicht gleich den Stecker der Zeitmessanlage gezogen, sondern haben die Startzeit etwas vorgezogen bzw. ihre Teilnehmer nochmal auf die Risiken eines Starts hingewiesen. Ob das einen wesentlichen Temperaturunterschied gebracht hat, darf zumindest bezweifelt werden. Ist die Absage eines 10 Km-Laufs angesichts der Außentemperatur verhältnismäßig? Nein. Die Beurteilung, ob ein Teilnehmer gesundheitlich in der Lage ist, die Strecke zu laufen, übernimmt hierzulande jeder selbst. Entweder man steigt auf das medizinische Attest als Startvoraussetzung um oder belässt es bei der Entscheidungsgewalt des Läufers. Nun sind wir bei der Berliner Citynacht schon lange nicht mehr mitgelaufen. Die Entscheidung des SCC hätte uns sicher verärgert. Entweder es ist Wolkenbruch oder Hitze in Berlin – das war schon immer so. Nicht mal die Hälfte der gemeldeten Starter trat dann bei 32 Grad am Samstagabend an. Nur wann ist eine kritische Temperatur erreicht? Auf jeden Fall hat man sich in Charlottenburg einen unnötigen Präzedenzfall geschaffen im Vorfeld des bisher wärmsten Tags des Jahres.

14 Kommentare

  1. Manu 4 Jahren vor

    Also ich fand die Entscheidung vom SCC gar nicht so schlimm. Ich war selbst für die 5 km mit Zeitmessung gemeldet und dachte nur mit Schrecken an den Lauf. Hitze ist so gar nicht meins … Als ich dann die E-Mail vom SCC erhielt, war mir schnell klar, dass ich den Freistart im nächsten Jahr in Anspruch nehme. Da es dieses Angebot mit dem Freistart gab, fand ich das auch in Ordnung. Ich hatte da schon ganz andere Sachen erlebt (Absage von Marathon und Halbmarathon bei weiter Anreise).

    • Autor
      Henrik 4 Jahren vor

      Warten wir das Wetter in einem Jahr ab. Ende Juli könnte es warm werden. Klar, der SCC hat hier natürlich gute Kompensationsmöglichkeiten, weil die zahlreiche Veranstaltungen in Berlin haben.

  2. Gerald Hildebrandt 4 Jahren vor

    Der Heidelbergman Triathlon wurde trotz 32°C nicht abgesagt. Wegen 24°C Wassertemperatur gab es ein Neoverbot, damit man nicht schon beim Schwimmen überhitzt. Bei der Wettkampfeinweisung wurde jedem empfohlen, mind. 2 Flaschen Wasser am Rad zu haben. Und beim Laufen gab es 5 Versorgungsstellen. So verhält sich ein verantwortungsvoller Wettkampf Ausrichter.

    • Brennr.de 4 Jahren vor

      Also mit dem Wetter gestern in HD hatten die Teilnehmer ja noch Glück, wenn man es mit den Tagen zuvor vergleicht. Es war zudem bewölkt (also keine pralle Sonne). In meinen Augen hätte es also eh keinen Grund zur Absage gegeben.

      • Es ist klar, dass der HD-Man nicht abgesagt werden würde. Dafür ist die Veranstaltung bei weitem professioneller besetzt als die City-Nacht in Berlin. Mit ging es nur darauf hinzuweisen, wie andere Veranstalter mit diesen Bedingungen umgehen: die Teilnehmer auf die Temperaturen hinweisen und entsprechende Empfehlungen aussprechen.

  3. Marek 4 Jahren vor

    Also ich fand das auch in Ordnung. Die meisten Läufer können sich ja gut einschätzen, aber es gibt da eben doch einige, die den Einfluss solcher Temperaturen unterschätzen. Der SCC hat wohl aus dem Berliner Halbmarathon gelernt: nochmal wollte man keine Toten bei einer Veranstaltung haben. Ich verstehe es. Dieser Lauf ist eh nicht unser. Gemeldet waren wir nicht, so what? Die sollten eher über den Termin im Hochsommer nachdenken: der ist einfach nur unpassend.

    • Brennr.de 4 Jahren vor

      Das mit dem termin wollte ich auch gerade schreiben. Was erwartet man denn, wenn man Ende Juli eine Laufveranstaltung plant? Hohe Temperaturen sind da ja nicht ungewöhnlich.

  4. Mathias Bauer 4 Jahren vor

    Hallo Henrik,

    ich bin da nicht deiner Meinung! Gerade gestern erst habe ich es bei einem Halbmarathon in meiner Region wieder einmal live miterleben können, wie ein Läufer auf den letzten 400m im Zielbereich völlig neber sich stand. Er lief nicht mehr auf der Innenbahn, sondern schwankte langsam von innen nach außen. Da hatte ich echt das Gefühl, jeden Moment kippt er um… Warum die Veranstalter da nicht eingegriffen haben, ist mir ein Rätsel…
    Sicherlich spielt der eigene Ehrgeiz da eine Rolle. Aber die Entscheidung, ob der Läufer weiter laufen darf, sollte nicht dem Läufer selbst überlassen bleiben. Nicht nur die Gesundheit des Läufers muss geschützt (vom Veranstalter) werden, sondern auch das Image der Veranstaltung!

    Grüße
    Mathias

    • Autor
      Henrik 4 Jahren vor

      Sicherlich geht es dem SCC auch um das Image. Die beiden Toten beim Halbmarathon (der ja bei richtig guten Bedingungen ablief) waren tragisch und wahrscheinlich auch richtig viel Pech. Der SCC hat ja genug Veranstaltungen in Berlin, da tut die Absage eines Events nicht weh.

  5. Balla Doc 4 Jahren vor

    Ich bin auch der Meinung, daß es im Ermessen des Einzelnen steht, wo und wann (Juli!) jemand startet und dann auch soviel Vernunft da sein muß, eigene Grenzen zu erkennen und zu respektieren und evtl einen Gang zurückzuschalten oder abzubrechen.
    Aber im Prinzip kann der Veranstalter heutzutage nicht mehr anders: es würde sonst sicher wieder jemand klagen und vermutlich auch Recht bekommen.
    Der Trend ist ja leider, daß man immer weniger für eigenes Handeln (und damit auch Risiken) selbst verantwortlich ist, sondern „irgendwer“ anders, der zu warnen, zu entscheiden, zu verhindern hat… Und damit bekommt eben auch jeder noch so kleine Feldweg ein Schild „Bei Schnee wird nicht geräumt!“

    • Autor
      Henrik 4 Jahren vor

      „Bei Sonnenschein wird trotzdem gestartet“ könnte man ergänzen in der Ausschreibung ;).

  6. Tom 4 Jahren vor

    Trotz der Bedenken des Veranstalters und seiner Fürsorge – die Absage hätte früher erfolgen müssen.

    Die der Absage zu Grunde liegende Wetterprognose gab es ja schon die ganze Woche vor dem Lauf. Ich war aus München am Donnerstag nach Berlin zur City-Nacht angereist und erfahre dann am Freitagnachmittag, dass ich auch hätte zu Hause bleiben und Hotel- und Reisekosten (darf gerne jeder Mal über den Daumen peilen, wieviel Geld das ist) hätte sparen können. Die City-Nacht ist, wie so viele Veranstaltungen des SCC, ein Magnet für Auswärtige. Es dürfte also hunderte Teilnehmer getroffen haben, wie mich.

    Daher bleibt bei mir ein fader Beigeschmack am “Krisenmanagement” des SCC.

    • Autor
      Henrik 4 Jahren vor

      Absolut nachvollziehbar, Tom. Die Berliner mag das alles nicht so gestört haben, aber für auswärtige Teilnehmer war der Zeitpunkt der Absage mehr als unglücklich. Bin gespannt, in welche Richtung sich das „neue“ Problem Hitze entwickelt.

  7. Ralf 4 Jahren vor

    Es war nicht nur warm, es gab eine offizielle Unwetterwarnung wegen „Hitze“ und ich denke, da muss der Veranstalter evtl. sogar handeln. Ich finde die Absage jedenfalls völlig in Ordnung, da viele halt einfach wirklich nicht mehr auf sich achten und halt nicht aufhören, bevor es zu spät ist. Wenn die Leute so vernünftig wären, dann würden auch nicht so viele mit Schmerzmitteln am Start stehen.

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