Zu zweit läuft's besser.

Das Wochenende der (erfolglosen) Hasen – Part 2

Das Wochenende der (erfolglosen) Hasen – Part 2
26. Mai 2014 Marek

IMG-20140524-WA0003Während Henrik sich in Frankfurt beim Samsung Event im Rahmen des Stadtlaufs über 10km versuchte, stand für meine Familie die fast schon traditionelle und mittlerweile in der 4. Auflage stattfindende Nacht im Grünauer Forst an. Nach dem verregneten letzten Jahr konnte es ja nur besser werden. Und es wurde. Der Regen vom Freitag verzog sich artig über die Nacht und wir konnten bei nahzu idealen äußeren Bedingungen einen wirklich tollen Lauf miterleben. Organisiert vom Eichwalder Verein Kind & Kegel unter der sportlichen Leitung von Helmut Winter gab es diesmal sogar einen neuen Teilnehmerrekord zu verzeichnen. Und die Veranstaltung hat dies verdient! Neben der hervorragenden Organisation empfinde ich hier während des Laufes eine Atmosphäre, die ich bei vielen größeren Veranstaltungen vermisse: die Läufer unterstützen sich gegenseitig. Begünstigt durch die 2,5km lange Wendepunktstrecke läuft man zwangsläufig oft aneinander vorbei und gerade die Langsameren sind sich nicht zu schade, den Schnelleren zu applaudieren oder Ihnen noch ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg zu geben. Natürlich geht es auch andersherum, sodenn die Kräfte dies noch zulassen. Und genau diese haben bei mir am Samstag Abend einfach gefehlt, um dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufzusetzen.

Dabei waren die Voraussetzungen ideal: die Vorbereitung der letzten 4 Wochen war zumindest halbwegs geordnet und vielversprechend. Es war zwar warm, aber nicht zu warm für Bestzeiten, der Fuß vermeldete, dass er mit einem Wettkampf einverstanden ist und vor dem Start ergab es sich spontan, dass sich Seriensieger Jonas Engler als Hase für mich „opferte“. Er war nach seinem Marathon-Debüt in Kassel vor drei Wochen keinen Meter mehr gelaufen und wollte es dementsprechend ruhig angehen lassen. Daniel Naumann lief konkurrenzlos vorneweg, er pulverisierte den 5k-Streckenrekord in starken 16:13 wie erwartet und war für uns schnell außer Reichweite. Ich blieb erstmal etwas skeptisch hinter Jonas, bis ich realisierte, dass er wirklich zu keinem Zeitpunkt vorhatte, sein eigenes Tempo zu gehen, sondern immer zurückschaute, wie es mir denn so erging. Die erste Hälfte liefen wir relativ konstant auf eine 37:xx hin, wobei ich alleine sehr wahrscheinlich sogar noch schneller angelaufen wäre. Übermut… An der 5km-Wendemarke hörte ich von Helmut etwas von „18:30“ und ich realisierte zähneknirschend, dass der Zug mit meiner über 2 Jahre alten Bestzeit da fast schon ohne mich abgefahren war. Evtl. war dies auch der Grund für den kleinen Hänger über die nun folgenden 2km, die am Ende den kleinen Unterschied gemacht haben. Ich mußte von da an arg die Zähne zusammenbeißen, um das Tempo zu halten. Jonas sagte mir ständig die Zwischenzeiten durch, motivierte und rechnete hoch (ich war dazu nicht mehr fähig), doch mit der „es kann noch eine 36 werden, wenn wir das Tempo durchziehen“ sollte es bei mir an diesem Tag einfach nicht sein. Kein Aufbäumen mehr möglich, es zog sich wie Kaugummi und der Schlußspurt – Fehlanzeige. Ich war platt wie ein Flunder. Ernüchterung machte sich ob der 37:19 im Ziel bei mir breit.

Aber die erste Enttäuschung verzog sich schnell, als Britta uns im Ziel erwartete und mir freudestrahlend berichtete, dass sie über die 5km auf dem Podium gelandet ist. Der kleine Wermutstropfen: die verflixten 25min hat sie diesmal um die Winzigkeit von 2s verfehlt. Zwei Gehpausen gegen Ende haben da einen Strich durch die sub25-Rechnung gemacht und auch die Knie-Probleme über die letzten zwei Wochen eine Unsicherheit über den aktuellen Leistungsstand gebracht. Und weil wir über Podiumsplätze nicht meckern wollen, freuen wir uns natürlich über diese Plazierungen! Unser Großer rundete das starke Familienergebnis ab, holte sich beim Kinderlauf den 6. Platz und durfte damit auch auf das Treppchen klettern. Die Siegerehrungen nahmen Jörg Peter und Michael Heilmann vor – vor 30 Jahren auf dieser Strecke die schnellsten deutschen Marathonläufer auf deutschem Boden! Der Schüler-Wettbewerb über die „Grünauer Meile“ war wieder toll besucht und endete sogar mit einem weiteren großartigen Streckenrekord (05:57). Unser Team World Vision Läufer Danny knackte seine anvisierte 50min-Zeit mit Bravour und kam sogar noch mit einer 47 vor dem Doppelpunkt ins Ziel gespurtet. Läuferherz – was willst du mehr? So fing das Wettkampf-Wochenende mit der Erkenntnis an, dass auch Edelhasen nicht zwangsläufig dafür sorgen können, dass es mit der gewünschten Zeit klappt. Auch Henrik hat am Sonntag diese Erfahrung gemacht. Wunsch und Wirklichkeit liegen eben – oder gerade – beim Laufen manchmal zu weit auseinander.

Photos teilweise von Thomas Jung

5 Kommentare

  1. Henrik 3 Jahren vor

    Die familiären Veranstaltungen sind doch die schönsten. Und dann auch noch zwei Mal Treppchen. Läuferherz, was willst du mehr. Nach der langen Verletzungsmisere wäre die 10 Km-Bestzeit vielleicht doch zuviel des Guten gewesen. Weiter geht’s!

    • Autor

      Natürlich hast du rechjt und natürlich wäre es auch zuviel des Guten gewesen. Hätte mich trotzdem nicht beschwert 🙂

  2. Andreas 3 Jahren vor

    Schließe mich da ganz Henrik an: Bestzeit nach so langer Verletzungspause wäre ein kleines, nee, ein großes Wunder gewesen! Kommt noch…

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