Zu zweit läuft's besser.

Fotofinish am Frauensee – kann man so blöd sein?

Fotofinish am Frauensee – kann man so blöd sein?
1. März 2015 Marek

11043122_10205205254984739_5430078837580160332_nBesser hätte das Laufjahr nicht anfangen können: bei den drei Läufen der Berliner Winterlaufserie standen am Ende zwei neue persönliche Bestzeiten über 15k und dem Halbmarathon. Und auch bei den 10k fehlten am Ende nur 4s. Der gute Eindruck aus dem Wintertraining hat sich da mehr als bestätigt. Aber die gute Frühform hat noch nicht allzuviel zu bedeuten. Schauen wir uns mal die Ziele im ersten Halbjahr an. Nach 2012 will ich im April wieder an den Ort meines ersten Marathons zurückkehren. Der Spreewald-Marathon, den ich eigentlich schon letztes Jahr laufen wollte, wirft seine Schatten voraus. Diesmal aber unter erschwerten Bedingungen: bereits am Samstag geht es 22km um Lübbenau, um dann am Sonntag die klassischen 42,195km rund um Burg zu absolvieren. Bei der „Läuferkrone“, einer speziellen Wertung des Spreewald-Marathons, werden am Ende beide Läufe zusammen gewertet. Die Frage wird sein: wie kann man am besten nach dem Halben regenerieren, so dass vielleicht nicht 100%, aber doch viel Kraft für den Marathon noch vorhanden ist? Habt ihr Tipps dafür?

20150301_084740Heute ging es nach letztjähriger Abstinenz wieder um den Frauensee. Vor 2 Jahren bin ich dort noch die 15km gelaufen, heute waren es die 30km, die ich als ersten ernsten Test in der Marathonvorbereitung sah. Nachdem uns unter der Woche tollstes Frühlingswetter beschert wurde, fing es heute morgen -pünktlich zum Start- an zu regnen. Die 30km sind eher dünn besetzt, zu so einem frühen Zeitpunkt in der Saison trauen sich da noch nicht viele heran. Ca. 90HM sind auf dem 7,5km-Rundkurs zu überwinden. Flach ist anders. Eine Runde konnte ich mit Uwe Länger vom 1. FC Union noch zusammen genießen. Er erzählte mir, welche Erinnerungen er mit diesem Lauf verbindet. Meine Taktik, in einfach so lange wie möglich in ein Gespräch zu verwickeln, sollte aber natürlich nicht aufgehen: im Trubel der Umrundungen der 7,5km- und 15km-Läufer konnte ich nicht mehr dranbleiben. Und so schnell wollte ich eh nicht, die 2h-Marke hatte ich aber schon im Visier (ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich mir den Lauf mit dem Hinweis „Marathontempo“ eintrage). Aber wie das so ist, auf jeder Runde werden die Anstiege länger und höher. Teilweise hat man das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Nach der dritten Runde war ich mit 01:28 noch locker im Soll. Aber da ahnte ich schon, dass die letzte Runde mir alles abverlangen würde.

Irgendwie hatte ich trotzdem schon beim Beginn der Runde nach 22,5km Frieden mit den 2h geschlossen. Warum eigentlich? Ich hatte ja noch Luft! Die Strecke war jetzt zunehmend leerer (die 7,5km und 15km waren durch), an den Überrundungen konnte man sich folglich nicht mehr aufbäumen. Und die Anstiege zeigten ihre Zähne. Von dem Wetter wollen wir mal gar nicht sprechen. Wie gut, dass ich meine Laufjacke noch dabei hatte. Irgendwie näherte ich mich trotzdem auf dem mittlerweile ordentlich vom Regen durchweichten und rutschigen Boden dem Ziel. Uwe war schon duschen, als ich ziemlich fertig dem Ziel zusteuerte und meinen 2. Platz bereits gedanklich einordnete. Was dann passierte, konnte ich gar nicht so schnell realisieren: Dennis kam völlig unerwartet von hinten und überrannte mich im Fotofinish kurz vor dem Zielstrich:


Nicht, dass ich jetzt eine letzte rekordverdächtige Runde hingelegt hätte, aber manchmal hat es auch seine Vorteile, wenigstens einmal zurückzuschauen! Die Überraschung ist ihm jedenfalls gelungen. Mit der gleichen Zeit von 02:00:59 tauschten wir dann mal eben noch unsere Podiumsplätze. Geile Aktion Dennis!

Nun geht mein Blick zum Berliner Halbmarathon am 28. März. Die sub 01:20 sind nachwievor mein Ziel. Wenn es trainingstechnisch weiter so gut klappt, ist dieses Ziel auch durchaus realistisch. Einen Wermutstropfen gibt es leider noch zu vermelden: ursprünglich wollten die Running Twins am kommenden Wochenende gemeinsam den Transgrancanaria Advanced (82km) rocken, aber leider war der Trail im Januar schon ausverkauft und ich konnte mich nicht mehr anmelden. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, muss Henrik das Ding am Samstag früh alleine durchziehen. Die wahrscheinlich größte sportliche Herausforderung, die er jemals vor sich hatte. Wir halten die Daumen!

8 Kommentare

  1. Steve 2 Jahren vor

    Da ist ja einiges los bei euch!

    Zum Thema Regeneration:
    Nach dem Lauf auf die Blackroll, danach Wechselduschen (heiß-kalt; es darf ruhig schmerzen) und dann nochmal Blackroll. Viel Trinken und ordentlich Essen.
    So habe ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht.

    Viel Erfolg!

    • Autor

      Danke Steve für deine Erfahrungen! Für mich ist das absolutes Neuland, auf das ich mich da begebe. Meine große Sorge ist, dass ich am Samstag zu sehr „auf die Tube“ drücke und am Sonntag die Rechnung sehr teuer bezahlen muss. Die größte muskuläre Herausforderung, die mein Körper je gesehen hat 🙂

  2. brennr 2 Jahren vor

    Voll das Taktikspielchen kurz vor dem Ziel. Der Überraschungseffekt ist ihm gelungen. Aber was soll’s, die Zeit ist doch richtig gut. Und dann auch noch bei den Bedingungen. Bin gespannt, was Du beim HM in Berlin rockst. Weiter so!

    • Autor

      Klar, mit der Zeit hadere ich auch nicht weiter. Bin mir halbwegs sicher, dass ich die 2h-Marke auf flacher und trockener Asphalt-Piste auch eingelaufen hätte. Freue mich schon auf den Berliner Halbmarathon, nach 4 Jahren Abstinenz bin ich mal wieder dabei!

  3. Julia 2 Jahren vor

    Auf Deine Zeit beim Berlin Halbmarathon bin ich auch gespannt! Respekt für das Programm, dass Ihr durchzieht. Ich werde in Berlin auch dabei sein… allerdings auf anderem Niveau. 😉 Zielzeit: unter 1:45h. Schaue seit kurzem regelmäßg auf Eurer Seite vorbei, weil mir Eure Berichte sehr gefallen. Weiter so!

    • Autor

      Hi Julia, schön, dass du uns regelmäßig „verfolgst“! Berlin wird sicher ein tolles Rennen werden, ich bin auch schon sehr gespannt, wozu es am Ende reichen wird. Unter 01:45h ist doch ein großartiges Ziel, wir halten die Daumen, dass es klappt!

  4. Eddy 2 Jahren vor

    Gratuliere Dir zum ZWEITEN Platz…, immerhin! 😉 Nächstes mal musst Du Dir eine Kopfbedeckung mit Rückspiegel aufsetzen, dann passiert das nicht noch einmal.

    Äh, zu diesem Foto-Finish noch kurz: was ist das denn? Hat da jemand die Kamera falsch gehalten? Und warum stand der nicht auf Höhe der Ziel-Linie? Verbinde mich doch mal bitte mit dem Regisseur… 😉

    • Autor
      Marek 2 Jahren vor

      Ja, das hat man nun davon, wenn man sich nie umdreht. Das Video wurde von Dennis‘ Support gemacht. Er hat es mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Nächstes Mal buche ich dich für die professionellen Aufnahmen beim Zielsprint :-)!

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