Zu zweit läuft's besser.

Dem (Regen-)Himmel so nah

Dem (Regen-)Himmel so nah
13. Juni 2016 Henrik

RUNNING Company Seiser Alm Laufcamp 2016 09

Ein wenig heimisch fühle ich mich schon auf dem Monte Pana im Grödnertal. Zum 5. Mal war die RUNNING Company Laufgruppe nun bereits in den Bergen Südtirols, um sich in der Höhe jenseits der 1.600 m fit zu machen, zum Teil für die Wettkämpfe des Sommers, zum Teil für das eigene Wohlbefinden. Das Laufcamp ist ganz klar auf Trailrunning ausgelegt. In den Bergen oberhalb der Skiorte St. Christina, St. Ulrich und Wolkenstein gibt es so gut wie keine flache Laufstrecke länger als 500 Meter. Ich durfte mich dieses Mal zudem als Trainer engagieren. Das bedeutet mehr Verantwortung und das eigene Trainingsprogramm muss zurückstehen. Macht gar nichts, denn angesichts des großen Ziels im September geht es mehr um die Höhenmeter als um die Pace. Und der Umfang war absolut zufriedenstellend.

RUNNING Company Seiser Alm Laufcamp 2016 08

Das blumige Bild mag etwas darüber hinwegtäuschen, dass das Wetter in Südtirol nicht großartig anders war als in Deutschland. Tiefdruckeinfluss bedeutete viel Regen und wenig Potential für richtig gute Fotos. Wir haben das Beste draus gemacht. Wer zum Trailrunning in die Berge fährt, kann schließlich keine Schönwettergarantie erwarten. Und ohne Regenjacke sollte man sowieso nicht starten. Trotzdem, unser Trainingsgebiet unterhalb des Langkofelmassivs ist gefürchtet für schnelle Wetterumschläge. Vor allem am Nachmittag kommt oft sintflutartiger Regen runter. So wurden wir halt bei so manchen Läufen nass, mal mehr, mal weniger.

RUNNING Company Seiser Alm Laufcamp 2016 11

Sieben Tage dauert die Seiser Alm Laufcampwoche. Cheftrainerin Bianca und ich laufen traditionell am Anreisetag schon eine Runde, um eine neue Strecke zu erkunden. Damit war ich dann acht Tage ohne Pause unterwegs, in denen 170 Kilometer und etwa 8.000 Höhenmeter zusammenkamen. Wir sind wieder tolle Touren gelaufen und konnten so manchen „Ersttäter“ für das Trailrunning begeistern. Das schönste Feedback ist immer, wenn ein Teilnehmer über sich hinauswächst. Da steht dann plötzlich die längste je gelaufene Strecke auf der Uhr oder der höchste Berg der persönlichen Laufkarriere wurde bezwungen. Leuchtende Augen auf dem Gipfel, ein „Dankeschön“ für eine atemberaubende Tour, was will das Trainerherz mehr? Wobei „atemberaubend“ durchaus auch wörtlich genommen werden konnte.

RUNNING Company Seiser Alm Laufcamp 2016 10

Die Seiser Alm hat eigens einen „Running Park“ kartografiert. Leider sind die Strecken trotz Ausschilderung nicht ganz so einfach zu finden. Und da wir sowieso kaum direkt auf der Alm gelaufen sind, haben wir diese Strecken den Kenianern überlassen, die regelmäßig hier trainieren. Wir kennen das Einzugsgebiet inzwischen sehr gut und finden trotzdem immer wieder spektakuläre neue Routen. In diesem Jahr haben wir das Scouting auf den nördlichen Teil des Grödnertals ausgedehnt. Wer hier nicht unbedingt zu viele Höhenmetern reißen will, kann auch im Sommer auf mehrere Bergbahnen zurückgreifen und dann atemberaubende Downhills laufen. Im Frühjahr sind nur wenige Wanderer unterwegs, man hat die Trails ganz für sich allein.

RUNNING Company Seiser Alm Laufcamp 2016 15

HOKA ONE ONE hat uns mit einem umfangreichen Testschuhangebot unterstützt. Mit dabei waren der Speedgoat, der Challenger ATR 2 und der Stinson 3 ATR. Mit dem Speedgoat hatte ich so anfangs meine Schwierigkeiten mit den kleinen Zehen, aber inzwischen mag ich die Rennsemmel auf den Trails sehr gern. Er sieht dazu auch noch verdammt bissig aus. Mit HOKA ONE ONE ist auf den Trails dieser Welt zu rechnen, ich bin auf die neuen Modelle schwer gespannt.

HOKA @RUNNING Company Seiser Alm Laufcamp 2016 (6)

Eine Woche voller Eindrücke, Aussichten und Laufkilometer – es hat wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Wer Lust auf die Seiser Alm bekommen hat: einfach im nächsten Jahr mitkommen. Da kann noch so viel Regen runterkommen, es lohnt sich einfach, dem (Regen-)Himmel so nah zu sein.

4 Kommentare

  1. Marek 12 Monaten vor

    Wow, einfach nur schön. Und so langsam kriege ich echt Angst ob deiner Vorbereitung. Was du alles abreißt an Höhenmetern und Umfang, ist schon sensationell. Und was mach ich? Großer Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain, keine 100m hoch. Ob das gutgehen kann? Aber echt eine tolle Woche, die ihr da hingelegt habt. Großes Kino.

    • Autor
      Henrik 12 Monaten vor

      Bin immer noch ganz high von den Dolos.

  2. Brigitte 12 Monaten vor

    Henrik, Du warst als Guide dabei! Da haben die Teilnehmer ja richtig Glück gehabt, mit so einem erfahrenen und starken Trail-Läufer unterwegs zu sein.
    Ich war ja auch einmal mit Dir dort unterwegs – das war der beste Tag in dem Trainingslager.

    • Autor
      Henrik 12 Monaten vor

      Hallo Brigitte, da werde ich ja ganz rot. Es ist schon ganz gut in den Bergen, wenn jemand die Strecken kennt und diese schon mehrmals abgelaufen ist. Da bleiben dann unliebsame Überraschungen aus. Und an die Klettertour auf der 7A kann ich mich noch gut erinnern ;).

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