Zu zweit läuft's besser.

Ein verrücktes Jahr

Ein verrücktes Jahr
2. Dezember 2020 Marek

2020 – ein in jeder Hinsicht verrücktes Jahr. Nachdem Marek Ende Februar noch erfolgreich den Plauer See umrundet hatte, hätten wir uns sicher nicht träumen lassen, dass der Fishermanstrail vorerst der letzte Wettkampf in 2020 sein würde. Als Anfang März die ersten harten Beschränkungen aufkamen, dachten wohl auch viele Laufveranstalter, dass diese nur von kurzfristiger Dauer seien und schnell alles wieder „normal“ laufen werde. Normal – wenn man diesen Zustand überhaupt sinnvoll definieren kann – war allerdings in den folgenden Monaten gar nichts. Während FKT-Versuche und virtuelle Rennen einen starken Zuwachs erlebten, gab es nur wenige Veranstalter, die die Möglichkeit hatten, ihren Lauf trotz aller Widrigkeiten auf die Beine zu stellen.

Marek nach seinem Sieg am Plauer See.

Was macht Corona mit der Motivation? An dieser ist es bei uns in der Vergangenheit eher selten gescheitert. Auch ohne Wettkämpfe, obwohl diese Situation für alle wirklich Neuland war. Wenn man sich aber einmal auf diese Situation eingelassen hat, dann erscheint es nicht dramatisch oder einschneidend. Ja, wir konnten dieses Jahr keine Rennen laufen. Aber mal im Ernst, ist das nicht Jammern auf sehr hohem Niveau? Wir hatten keine Ausgangssperren und Sport in kleinen Gruppen oder eben allein war jederzeit möglich. Auch Corona hat uns bisher verschont. Wir können bequem von zuhause arbeiten und das ohne Einbußen durch Kurzarbeit. Viele andere hat es in dieser Pandemie hart getroffen, einige kämpfen noch immer mit den Langzeitfolgen der Infektion. Da sind die Absagen der Rennen doch wirklich Peanuts.

Wir versuchen weiterhin, die positiven Aspekte des Ganzen zu sehen. Man konnte sich ein wenig auf das besinnen, was das Laufen überhaupt ausmacht: sich bewegen, dem Alltag entfliehen, den Kopf freibekommen, neue Ideen sammeln, gesund bleiben, die Natur genießen…all das geht weiterhin, auch ohne Start- und Ziellinie. Und auch mal ohne Uhr, die einem ständig vorhält, dass man zu langsam oder zu schnell rennt. Laufen zu können, das hilft ungemein, durch diese schwierige Zeit zu kommen und sich selbst mit positiven Gefühlen zu fluten. Trotz all der schlimmen Dinge, die in dieser Welt um uns herum – „da draußen“ – so vor sich gehen. Laufen, das ist die Flucht in einen Mikrokosmos, in dem die Welt einfach immer in Ordnung ist. Das kann uns keiner nehmen, auch dieses blöde Virus nicht.

Während Henrik das erste Halbjahr (nach seinem Transgrancanaria) aufgrund der Knieverletzung so gut wie gar nicht laufen konnte, ist Marek nach einer Pause im März ganz gut durch das Jahr gekommen. Nach dem Januar konnte auch der Juni mit einem Streak beendet werden. Der Rennsteig wurde nach Brandenburg verlegt und mit Janos zu einem richtig schönen Home Run.

Rennsteig „virtuell“

Im Urlaub im Sommer lief es weiter wie geschmiert, so dass Marek sich tatsächlich für die 100km im Rahmen der DUV-Challenge am 3.10. angemeldet hatte. Die Organisatoren rund um Jörg Stutzke von der LG Nord Berlin trotzten dem ganzen Corona-Wahnsinn und stellten eine fantastische Veranstaltung in Bernau bei Berlin auf die Beine. 6h, 12h, 24h und eben die besagten 100km. Leider lief die kurzfristige Vorbereitung so gar nicht nach Plan, so dass das Ziel nur mit größten Mühen erreicht werden konnte. Aber auch an diesen Erfahrungen wächst man. Dieses Jahr ist einfach nichts selbstverständlich.

Mit Robert gemeinsam über die 100km in Bernau.

Eine weitere tolle Geschichte haben wir im Februar angestossen: mit der Vereinsgründung des ASV Zeuthen (Ausdauersportverein Zeuthen) am 29.02. haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und unsere lange im Kopf schwebende Idee eines lokalen gemeinnützigen Sportvereins umgesetzt. Trotz der Corona-Widrigkeiten haben wir als Verein ein fulminantes erstes Jahr hingelegt und wir sind wirklich ein wenig stolz auf diese Entwicklung. Wir werden dort in 2021 anknüpfen und möchten unsere Angebote im Ausdauersport ausbauen. Dass die regelmäßige Bewegung positive Aspekte für die Gesundheit bereithält, das wissen mittlerweile nicht nur wir Läufer. Wir freuen uns über jeden, der in den Ausdauersport reinschnuppern möchte und wir wollen soviele Menschen wie möglich für diesen Sport begeistern.

Training auf dem Sportplatz in Zeuthen

Wie geht es weiter? Eine Planung für das nächste Jahr gestaltet sich quasi unmöglich. Bisher ist nicht abzusehen, wann es wieder große Laufveranstaltungen geben wird. Henrik plant und trainiert für die erneute Teilnahme beim Transgrancanaria über die 125km Distanz im März. Ob es klappen wird, steht in den Sternen. Auch der Transalpine Run steht weiterhin auf unserer Liste. Hier würden wir gerne unser drittes gemeinsames Finish feiern. Für den August haben wir natürlich auch wieder den Mauerweglauf ins Auge gefasst. Diesmal wird es aber nicht die vollen 100 Meilen geben, sondern wir planen eine hochklassige Revival-Staffel, die Erinnerungen an 2016 hochkommen lassen wird. Seid gespannt!

Ansonsten harren wir der Dinge, die da so kommen und laufen und laufen und laufen. Wir wünschen Euch allen eine tolle Advents- und Weihnachtszeit, rutscht gut raus aus diesem sehr besonderen Jahr und kommt gut rein in ein hoffentlich in vieler Hinsicht besseres 2021. Wir werden uns dann auf diesem Kanal auch wieder öfters melden, versprochen!

2 Kommentare

  1. Henrik 2 Monaten vor

    Was für ein schräges Jahr. Du hast das sehr gut zusammengefasst. In der Tat, auf Gran Canaria Anfang März waren wir wirklich noch der Meinung, dass dieses Virus an uns vorbeigehen könnte. Was für ein Trugschluss. Ich denke auch, uns hat es nicht so hart getroffen wie so manche andere. Trotzdem ist die Sehnsucht nach „Normalität“ in der Laufszene groß. Der TGC im Ende Februar ist nach heutigem Stand realistisch. Aber endgültig wissen wir es natürlich erst kurzfristig. Es hat doch auch was Gutes, wir können uns richtig freuen auf 2021 mit hoffentlich wieder vielen „Events“. Es müssen ja gar nicht die ganz großen Dinger sein, ein Trainingslauf mit Freunden und ein Gruppentraining im Stadion wären auch schon mal was ;).

  2. Andreas 1 Monat vor

    Volle Zustimmung von mir für deine Einschätzung der Situation, Marek! Es geht vielen von uns trotz allem sehr gut und Wettkämpfe sind nun wirklich nicht alles. Einzig die Veranstalter in diesem Bereich machen mir Sorgen, aber ich bin mir sicher, dass alle verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und es – Stück für Stück – in 2021 wieder Laufevents geben wird.

    Die Gründung eures Vereins finde ich klasse und drücke die Daumen, dass sich das gut entwickelt.

    Machts gut und habt eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr!
    Andreas

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