Zu zweit läuft's besser.

Transgrancanaria, Corona Edition

Transgrancanaria, Corona Edition
18. Januar 2021 Henrik

Nun ist es schon ein Jahr her, dass die Corona-Welle angerollt ist und uns in gewisser Weise überrollt hat. Anfang März 2020 fand noch gerade rechtzeitig der Transgrancanaria statt und damit für mich die erste und letzte Laufveranstaltung des Jahres 2020. Nun stecken wir mitten in oder vielleicht auch am Anfang der zweiten Welle und der Termin für das Event 2021 rückt näher. Ich wollte unbedingt wieder dabei sein, um die offene Rechnung aus 2017 zu begleichen. Und überhaupt, zwei Wochen zum Abschluss des Winters in der Sonne, das ist doch quasi ein deutsches Grundrecht. Nur ist heuer alles etwas komplizierter.

Das Anmeldeformular hatte ich schon am ersten Tag ausgefüllt, nachdem der Veranstalter Arista die Anmeldung im Sommer geöffnet hatte. Die Gesamtsituation hatte sich über die Sommermonate merklich entspannt und niemand (auch ich nicht) wollte wahrhaben, dass es uns nochmal so richtig böse erwischen könnte. Auch der Veranstalter hatte sich das nicht träumen lassen. Im November reagierte man und halbierte das Starterfeld für alle 6 Rennen. Ansonsten gab es keine Kommunikation, was ich mal darauf zurückführe, dass die Unsicherheit unverändert groß ist. Wird vielleicht doch noch abgesagt? Der Zeitplan über den Haufen geworfen? Seit 20.12. sind die kompletten Kanaren wieder RKI-Risikogebiet. Das erschwert die Ein- und Ausreise. Ob sich das wirklich so viele Läufer:innen antun und sich nach Retoure in die Heimat z.B. in eine 10-tägige Quarantäne begeben werden, ich kann es mir nicht vorstellen. Ich bin hin- und hergerissen. Sollten die Bedingungen aber so bleiben, werde ich starten. Es wird halt ein einsames Rennen so ganz ohne Zuschauer.

Ein wenig habe ich schon ins Training investiert und mich so darauf gefreut, nochmal in die Schlacht am Roque Nublo zu ziehen. Im November habe ich mein Training wieder angezogen und das verkorkste Jahr 2020 noch einigermaßen würdevoll abgeschlossen. Noch im Dezember habe ich die drei größten bayrischen Seen umrundet und endlich wieder lange Läufe unternommen. Für Februar habe ich mir noch Tempoarbeit vorgenommen. Diverse neue HOKAs sind in das Portfolio gewandert. Noch trägt mich die Vorfreude, auch wenn die Rahmenbedingungen anders sein werden. Ja, man kann argumentieren, dass mit den ganzen Einschränkungen das Flair eines Trailrunningwettkampfs verloren geht. Natürlich ist es nicht geil, mit Maske ins Ziel zu laufen. Keine Pastaparty, Startnummer abholen mit ganz viel Abstand. Die ganzen Rahmenveranstaltungen entfallen wahrscheinlich komplett.

Aber trotzdem kann ein Wettkampf stattfinden. Wem das nicht reicht, der möge einfach zu Hause bleiben. Als Laufveranstalter weiß ich, wie brutal der Aufwand ist, um alles coronakonform (was für ein Wort!) zu organisieren. Ich finde, das Orga-Team hat es verdient, dass wir laufen. Und wir lernen mehr zu schätzen, wie großartig diese Events unter „normalen“ Bedingungen sind. 26.02. 23:00 Uhr Ortszeit. Wir werden sehen, ob ich am Playa de las Canteras stehen werde. Und nur die Wellen des Atlantiks und nicht Corona-Wellen rauschen.

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