Zu zweit läuft's besser.

Unter Strom

Unter Strom
4. Januar 2014 Henrik
Foto: Bodystreet

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Stabilisierungsübungen sind bei Läufern so beliebt wie Aufstehen am Montagmorgen. Immer wieder tauchen sie im Trainingsplan auf und nur nach längerem Ringen mit dem inneren Schweinehund wird die Stabimatte ausgerollt. Dass die Kräftigung der Muskeln wichtig ist für eine gute Haltung und für einen ökonomischen Laufstil, ist unbestritten. Nun hatte ich mich im Herbst 2012 aus dem Fitnessstudio verabschiedet, um mich mehr aufs Laufen zu konzentrieren. Zumindest dort hatte ich immer die Stabiübungen „mitgenommen“. Aber 2-3 Mal pro Woche zwei Stunden und mehr neben dem Lauftraining waren nicht leistbar, wenn man sich noch mindestens 8 Stunden am Tag in einem Büro aufhält.

„Warum ständig trainieren, wenn 20 Minuten locker reichen?“

Das Werbeversprechen einer der großen EMS-Studios verfing sich logischerweise sehr schnell bei mir. 20 Minuten wöchentlich für ein Krafttraining? Hätte mich Katja-Maria nicht zu einem Probetraining geschleift, ich würde wohl auch heute noch darüber lächeln. Die durchgeführten Studien liefern leider (noch) nicht wirklich eindeutige Ergebnisse. Und so zog ich mir im Sommer die feuchtwarme Weste mit vielen Drähten an, um den Effekt der E-l-e-k-t-r-o-M-u-s-k-e-l-S-t-i-m-u-l-a-t-i-o-n zu probieren. Bei Spiegel Online gab es einen schönen Artikel dazu, der meine Neugier noch steigerte. Das erste Gefühl ist schon befremdlich. Die Stromstöße sind „Impulse“, die 10 Sekunden dauern. Danach folgt eine ebenso lange Pause. Zuerst lernt man die sog. „Grundposition“, denn die Impulse sollte man nur mit angespannter Muskulatur über sich ergehen lassen. Der Trainer turnt die Übungen vor, die jeweils für ein paar Impulse wiederholt werden. Da sind die üblichen Verdächtigen drunter, z.B. der „Superman“. Für alle Muskelgruppen sind Übungen dabei. Ausatmen muss man bei Belastung auch noch. Es ist wie bei einem 5 Km-Lauf: die 20 Minuten wollen einfach nicht enden. Natürlich muss man selbst gut mitarbeiten und die Muskeln immer schön anspannen. Jede Muskelgruppe ist über das Foltergerät gezielt ansprechbar, der Trainer kann die Stärke des Impulses steuern. Masochisten fordern einfach „mehr Strom“.

Was definitiv zurückbleibt, ist brutaler Muskelkater am Tag danach. Ob das ganze langfristig wirklich den gewünschten Effekt hat, probiere ich seit Herbst im Langzeitversuch. Das Konzept ist überzeugend, die Mittagspause reicht aus für die wöchentliche Einheit. Ersetzt EMS-Training die Stabi-Übungen? Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich das schwer einschätzen. Ich sehe das Training als Ergänzung zum Laufen. Als alleiniges Fitnesstraining würde ich nicht ausschließlich auf EMS setzen. Ob eine Stärkung der Muskeln eingetreten ist, checkt das Studio übrigens alle 6 Monate mit einer „Körpervermessung“. Na ich bin gespannt.

8 Kommentare

  1. Din 3 Jahren vor

    Großartig. Ich kenne das System nun schon neun Jahren und es hat sich einiges getan. Ich habe es vor Jahren etwas drei Jahre kontinuierlich zum Lauftraining als Ausgleich und zum Muskelaufbau verwendet. Ich bin absolut überzeugt davon und habe dazu ja auch schon einiges geschrieben. Wenn der Weg nur nicht so weit dahin wäre… Was mir immer besonders gefallen hat, war das „Anti-Cellulite“ Programm, dass mich nach intensiven Läufen immer total locker gemacht hat. Da zappelt der ganze Körper witzig und ich meine mich zu erinnern, dass es eher die Ausdauer beanspruchte. Aber als Abwechslung zum harten EMS Training perfekt. Viele Spaß auch weiterhin und ich bin gespannt, wie es sich bei dir entwickelt.

    • Autor
      Henrik 3 Jahren vor

      Nadin, du hast schon alles durch, oder? 😉 Ich bin bis jetzt sehr angetan vom EMS-Training, aber warte ab, wie sich das mittel- bis langfristig entwickelt. Eine Mindestvertragslaufzeit wird jetzt erstmal trainiert.

      • Din 3 Jahren vor

        Klar, also immer neugierig sein. Aber das war eher Zufall, weil ein Freund da ganz eng mit den Entwicklern vertraut war.

        Ach interessant. Ich hatte immer 10er Karten, nunja und davon auch eine Menge 😀

  2. Marco 3 Jahren vor

    Höhrt sich ja krass an. Ich bin sehr gespannt auf die hoffentlich weiteren Berichte dazu. Bitte den Strom nicht zu hochstellen; das bruzelt 😉
    Mit Elektrostimulationen bringe ich nur neg. Erfahrungen in Verbindung. Ich bleib da erst mal bei meinen Schlingen 🙂

    • Autor
      Henrik 3 Jahren vor

      Keine Sorge, Marco, der Trainer achtet schon darauf, dass man sich nicht verbrennt ;). Ist ja alles total sicherheitsgeprüft. Schlingen sind natürlich auch gut, viel Erfolg weiterhin damit!

  3. Polch 3 Jahren vor

    Welche Geräte werden denn empfohlen? Wo kann ich mich informieren?

    • Autor
      Henrik 2 Jahren vor

      Hallo Polch, bei Body Street gibt es eine Standardausstattung an EMS-Geräten, die nur unter Anleitung des Trainers genutzt werden. Für den Heimbedarf kann ich deshalb keine Empfehlung aussprechen.

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