Zu zweit läuft's besser.

Roque Nublo, Nummer 5

Roque Nublo, Nummer 5
6. Februar 2017 Henrik

Als ich im Frühjahr 2012 im Bergdorf Teror an der Strecke stand und von der Sonne gezeichnete Läuferinnen und Läufer mit merkwürdigen Trinkrucksäcken an der Verpflegungsstation beobachtete, war mir noch gar nicht bewusst, dass die schon über die halbe Insel gelaufen sind. Es war ein eher skurril anmutendes Treiben. Ich war perplex, dass die sich minutenlang hinsetzten, alles aßen, was der Stand so hergab und miteinander plauderten, als verabrede man sich zum Kaffeetrinken nach Zieleinlauf. Die ganze Komplexität des Ultratrails und des Transgrancanarias begriff ich überhaupt nicht. Aber es ging eine merkwürdige Faszination von diesem Ort aus. Ich wollte das auch.

Zum Glück war ich vernünftig genug und fing ein Jahr später mit dem Marathon an. Das war ein hartes Rennen, viel schlimmer, als ich mir das vorgestellt hatte. Im nächsten Jahr wurde die Strecke geändert und das Ziel hieß nun nicht mehr Las Palmas, sondern Meloneras. Und so blieb es erstmal beim Marathon. Zumindest bei der Distanz, die diesem halbwegs nahe kam. Erst 2015 traute ich mir nach reiflicher Überlegung zu, die „Advanced“-Strecke zu packen. Trotz schlechter Vorzeichen war es eine irre Erfahrung, bei der ich einiges an Lehrgeld auf den Trails Gran Canarias liegen ließ. Bei der Wiederholung im Vorjahr spielte ich die ganze Streckenkenntnis aus, pokerte etwas höher und wurde dafür belohnt. Und nun folgt am 25. Februar der 5. Auftritt. Und -logischerweise- muss es die Königsdistanz sein.

Die Unsicherheit ist wieder da. Zum ersten Mal liegen mehr als 100 Kilometer vor mir, zum ersten Mal die Nacht durchlaufen, zum ersten Mal die gesamte Insel überqueren. Kann das gutgehen? Natürlich kann es das. Ich habe mich ähnlich vorbereitet wie im letzten Jahr. Die Formkurve zeigt rechtzeitig nach oben. Den Umfang vom Vorjahr werde ich nicht ganz schaffen und auch die mickrigen Höhenmeter des Wintertrainings lassen nicht gerade auf rauschende Bergaufpassagen hoffen – eher auf akute Sauerstoffarmut. Aber ich setze darauf, dass die gute Streckenkenntnis bei der Einteilung helfen wird – wenn ich in einem Stück durch die Nacht komme. Es wird in jedem Fall ein Abenteuer, es wird ein Lauf, in dem die eigenen Grenzen gnadenlos sichtbar werden, es wird ein Kampf gegen sich selbst auf unvorstellbaren 8,8 vertikalen und 125 horizontalen Kilometern. But that’s exactly what we signed up for!?

1 Kommentar

  1. Marek 10 Monaten vor

    You will rock it!

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